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Bad Düben Altes Gymnasium in Bad Düben soll modernes Schulzentrum werden
Region Bad Düben Altes Gymnasium in Bad Düben soll modernes Schulzentrum werden
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10:13 05.04.2018
So sieht ein erster Entwurf das Gebäude in der Durchwehnaer Straße. Quelle: Quelle: S.ai Stelzel Ingenieure Architekten GmbH Leipzig
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Bad Düben

Triste Platte, matte, teils kaputte Scheiben, wucherndes Grün inmitten einer von abrissreifen alten NVA-Bauten geprägten Umgebung. So sieht es in der Durchwehnaer Straße in Bad Düben  aus. Und hier soll ein modernes, zukunftsweisendes evangelisches Schulzentrum hin, das nicht nur schick ist, sondern in dem man gut Schule machen kann?

Zugegeben, die Vorstellung fällt schwer. Der Trägerverein formuliert die Marschroute dennoch klar: „Wir wollen was Tolles entwickeln“, weiß, dass die Stadt die Armee-Bauten bald abreißt und hat klare Visionen, die der Leipziger Architekt Marco Stelzel in ersten Entwürfen verankert hat. „Mit ihm haben wir jemanden, der sich im Schulbau auskennt und der mit uns Zusammenhänge zwischen Bildung und Architektur umsetzen kann“, sagt Vereins-Chef Gisbert Helbing. Vor ein paar Jahren war Stelzel am Bau des Bildungscampus im brandenburgischen Nauen beteiligt. Seit Gründung des Freien Gymnasiums 1995 wuchs der Campus mit Grundschule, Kindergarten, Hort, Internat und Gesamtschule. In Naunhof ist die Da-Vinci-Campus Nauen als gemeinnützige GmbH Träger des Freien Gymnasiums, im Sommer soll ein weiterer Bauabschnitt fertig sein.

So weit sind die Planungen in der Kurstadt längst nicht. Dennoch sind diese parallel zur Wartephase auf die Genehmigung – die wurde vor 14 Tagen erteilt – natürlich angelaufen.  „Wir müssen sehen, was laut Schulhausbaurichtlinie und darüber hinaus möglich und nötig ist“, so Helbing. Klar ist, dass die Ex-Schule mit ihren 85 Meter langen Gängen und den abgehenden Räumen ein Korsett bildet.  „Da lässt sich nicht alles umkrempeln. Wir können nicht einfach Wände verschieben, sind an die Gebäude-Struktur gebunden.“  Um den Komplex optisch zu entflechten, soll eine halbe Etage oberhalb rückgebaut werden. Großzügig und hell, das Foyer mit einer Art Atrium versehen, freundliche Farben – an diesem Prinzip wird sich das Konzept ausrichten.

Drei Aspekte seien entscheidend, sagt Helbing: die Pädagogik, gutes Personal und ein vernünftiges Lernumfeld. Auf dem Weg zur neuen Schule will der Trägerverein so viele wie möglich mitnehmen. Erste Entwürfe liegen vor. Helbing kündigte ein Forum Architektur/Pädagogik an, in dem mit Schulleitung, Lehrern, Eltern, Architekten und Fachleuten die Ideen weiter entwickelt werden. Einfließen sollen Erfahrungen von Vertretern von Schulen, die einen solchen Umbau hinter sich haben, „um Fehler zu vermeiden, die gemacht wurden“. Der Trägerverein kann Erfahrungen nutzen, die er beim Aufbau der Evangelischen Grundschule gesammelt hat. „Wenn die Qualität stimmt, wird das Ganze gut laufen, dann ist die Nachfrage groß.“

Mit Blick auf diese Hoffnung gehen die Planungen schon darüber hinaus. „Ein Internat könnte entstehen, mit Plätzen für 25 bis 30 Kinder.“ In einem Ritt lässt sich der Altbau nicht umgestalten. Drei bis fünf Jahre wird der Prozess dauern. Über die Höhe der Kosten spricht offiziell niemand, kein Geheimnis dürfte sein, dass es ein Millionenprojekt wird. Staatliche Finanzhilfen für Schulen plus Elterngeld werden einen Sockel bieten, „wir werden aber auch Wirtschaft im Ort und in der Region ansprechen, um Sponsoren zu finden.“ Der Trägerverein kann auf fachliche und finanzielle Beratung der Evangelischen Schulstiftung der EKD bauen. Mit Aussagen zum Zeitplan hält sich der Verein zurück. „Wir werden uns mit dem Thema gründlich beschäftigen und lieber etwas mehr Zeit in die Planung stecken“, so Helbing. Die Genehmigung sei da, eine Lösung, wie die ersten beiden 5. Klassen untergebracht werden, auch.

Von Kathrin Kabelitz

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