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Am 8. Oktober dreht sich in Bad Düben alles um den Wolf

Naturparkhaus Am 8. Oktober dreht sich in Bad Düben alles um den Wolf

Die Finanzierung war unklar – dich dank Crowdfunding ist das Geld jetzt zusammen. Und so kann er am 8, Oktober der Wolfstag im Naturparkhaus starten. Der Thementag „Wolf und Mensch“ soll nach Antworten auf viele Fragen suchen, die sich rund um den Wolf drehen.

Der Wolf steht immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit.

Quelle: dpa

Bad Düben. Der Wolf ist in den letzten Jahren in viele Regionen Deutschlands zurückgekommen. Er sorgt damit sowohl für Begeisterung aber auch für Ängste oder Unbehagen. Vor allem aber wirft er viele Fragen auf. Können Wolf und Mensch in einer Landschaft nebeneinander leben? Der Verein Naturpark Dübener Heide sucht Aufklärung und Antworten auf die Fragen wie diese und plant einen Thementag „Wolf und Mensch“, der am 8. Oktober im und um das Naturparkhaus in Bad Düben stattfinden soll.

Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Doch erst seit einigen Tagen haben die Macher um Organisatorin Janine Meißner Gewissheit, dass die Veranstaltung tatsächlich stattfinden kann. Denn die Finanzierung stand lange in Frage. Eine vor wenigen Wochen über die Internet-Plattform bakery vision gestartete Crowdfunding-Aktion, die zunächst nur schleppend angelaufen war, spülte die noch fehlenden 8435,02 Euro in die Kasse. Und sogar noch einiges mehr.

Spendenaktion bringt noch mehr Geld

Beim Crowdfunding steuern Interessenten als stille Teilhaber Kapital bei. Insgesamt kamen so sogar 9100 Euro in die Kasse. „Wir sind sehr glücklich, dass die Aktion so gut gelaufen ist. Dank solcher Unternehmen wie dem Chemiepark Bitterfeld-Wolfen und der Stadt Bad Düben, die einen Großteil der Gelder zur Verfügung stellten. Aber auch die vielen kleinen Spenden von fünf bis 500 Euro haben dazu beigetragen, das der Thementag stattfinden kann“, bedankte sich Axel Mitzka, Vorsitzender des Vereins Dübener Heide.

Das Grundgerüst für den Thementag steht. Von 9 bis 18 Uhr finden zahlreiche Veranstaltungen statt. In einer Podiumdiskussion reden regionale Fachleute zum Thema Wolf. Mit dabei ist auch Gerd Hübner von der Kreisjägerschaft Wittenberg. Dazu gibt es mehrere Veranstaltungsblöcke wie eine Lesung mit Eckhard Fuhr, der aus seinem Buch „Rückkehr der Wölfe“ liest, einen Workshop mit Biologin Uta Eser zum Thema „Der Naturschutz und das Fremde“, Ulrich Wotschikowsky, Berater im Wildtiermanagement, berichtet über seine Erfahrungen im Umgang mit Wölfen und es gibt ein Soziodrama-Theaterworkshop mit Stefan Pinter und Aline Menz.

Dazu sind ein buntes Markttreiben, Exkursionen und Führungen für Kinder sowie zwei Theaterstücke geplant. „Zum einen wird Fräulein Brehms Tierleben mit dabei sein und wir lassen Puppen sprechen. Kinder und Erwachsene können hier gleichermaßen über eine Handpuppe, ihre Meinung zum Wolf loswerden. Das geschieht sozusagen anonym“, so Meißner.

Engagiertes Team steht dahinter

Hinter dem Wolfstag steht ein engagiertes Team von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des 1990 wieder gegründeten Vereins Dübener Heide. Seitdem erste Sichtungen des Wolfs in der Region bekannt wurden, sorgt er für Spannungen in der Bevölkerung. Derzeit sind einzelne Wölfe in der Dübener Heide nachgewiesen. Mit einer Rudelbildung ist jedoch in absehbarer Zeit zu rechnen.

Der Wolf gehört zu den geschützten Tierarten. Es gibt Menschen, die seine Rückkehr gut finden, andere wiederum lehnen sie kategorisch ab. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt stellt vor die Herausforderung, mit allen Maßnahmen zugleich auch den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten Rechnung zu tragen. „Die ganzen Reaktionen aus der Vergangenheit zeigen, das wir mit dem Thema richtig liegen. Als Ergebnis des Thementages wollen wir uns von den Menschen eine Auftragslage abholen, damit wir wissen, wie wir weiter mit dem Thema Wolf in Zukunft umgehen. Dieser Tag soll aber auf keinen Fall so etwas wie ein Wolfsbegrüßungstag werden, sondern wir wollen beide Seiten an den Tisch bekommen und darüber diskutieren“, so Mitzka weiter.

Von Steffen Brost

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