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An Dübens Ölmühle könnte es bald weitergehen

Positive Signale vom Denkmalschutz An Dübens Ölmühle könnte es bald weitergehen

Bis Ende 2017 will Bad Düben die historische Ölmühle sanieren. Entstehen sollen hier Schauwerkstätten. Aus der geplanten Sanierung ist auf Grund von Holzschädlingen und Nässe faktisch ein Neubau geworden. Ist das noch immer ein Denkmal? Die Antwort ist entscheidend, denn Fördermittelbescheide basieren auf dieser Voraussetzung.

So soll sich künftig die Westseite des Gebäudes präsentieren.

Quelle: Kathrin Kabelitz

Bad Düben. Die Aussichten für Rück- und Neubau sowie Errichtung der Bad Dübener Ölmühle sind gut. Vertreter des Museumsdorfvereins Dübener Heide haben sich jetzt mit Denkmal-Experten getroffen, die Situation am zum großen Teil rückgebauten Gebäude analysiert und Wiederaufbaupläne ausgewertet.

Demnach stehen die Chancen, dass die Denkmal-Bescheinigung weiterhin gilt und damit das Projekt Schauwerkstätten inklusive Finanzierung wie geplant bis Ende 2017 durchgezogen werden kann, nicht schlecht. Eine offizielle Entscheidung steht aber aus, das letzte Wort habe die Stadt als Eigentümerin. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) hatte die Arbeiten Anfang Mai stoppen lassen, um Fragen hinsichtlich Denkmalschutz und Fördermittel klären zu lassen. Das alles, nachdem klar war, dass eine Sanierung aufgrund von Nässe und Holzfraß nicht möglich ist, die alte Bausubstanz weitgehend zurückgebaut und das Gebäude neu errichtet werden muss.

Der bisherige Chef Jens-Martin Walther trat zurück

„All das, was erhaltenswert war wie Türen, Fenster, Fußboden, Fachwerk, Dachziegel, haben wir gesichert. Das soll wieder verwendet wenden.“ Sagt Werner Wartenburger in seiner neuen Funktion als Vorsitzender des Vereins Museumsdorf Dübener Heide. Bei einer Sitzung des Vorstandes sei die Personal-Entscheidung gefallen. Der bisherige Chef Jens-Martin Walther ist aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Beruflich sei er zu stark eingebunden. Walther bleibt im Vorstand, übernimmt den Sitz von Werner Wartenburger. Der 67-Jährige ist eines der Gründungsmitglieder. Zuerst wollte er diese Funktion nicht übernehmen, räumt er ein, habe es dann aber doch getan. Im Januar hatte sich der Orthopäde aus der von ihm mit betriebenen Gemeinschaftspraxis in Wittenberg zurückgezogen.

Trotz des Schocks über den überraschenden Tod der langjährigen, engagierten Vorsitzenden im vergangenen Jahr war vereinsintern sehr schnell der Wille erkennbar, das von Katharina Scharr forcierte Projekt Schauwerkstätten und Ölmühle in ihrem Sinne voranzutreiben. „Wir verteilen die Arbeit auf viele Schultern. Das funktioniert gut“, sagt Vereins-Vize Klaus Morgenstern. Mit der Fördermittel-Zusage, dem fertigen Konzept für Ölmühle, Schauwerkstätten und Wohnung und der Aussicht auf den Bestand als Denkmal stehen die wichtigsten Eckpunkte fest.

Verein kann auf regionale Handwerker zurückgreifen

Im Erdgeschoss finden Eisenhammer und handwerkliche Schmiede ihren Platz, zudem sollen die Schauwerkstatt Druck und Papier sowie die Ölmühle unterkommen. Das Obergeschoss wird Schuhmacher-Werkstatt, Seifenmanufaktur, Korbmacher- und Besenbinderwerkstatt, Splittmacher beherbergen. Hinzu kommt eine Bibliothek mit Vortragsraum. Im Dachgeschoss wird das Seilerhandwerk vorgestellt.

Der Verein kann bei der Gestaltung der Werkstätten auf die Hilfe regionaler und lokaler Handwerker zurückgreifen. So kommt die Schmiede aus Eilenburg, die Druckerei aus Burgkemnitz, die Schuhmacher-Werkstatt von Horst Littmann oder die Seilerei-Ausstellungsstücke von der Seilerei Voigt. Für jedes Vorhaben sei eine Arbeitsgruppe gebildet worden. Bei der Umsetzung der Baumaßnahmen können die Vereinsmitglieder nicht viel tun. „Unser Part beginnt, wenn die Schauwerkstätten gebaut werden.“

Das Betreiber-Konzept werde ausgeschrieben, „darauf bewerben wir uns natürlich“. Für das ganze Drum und Dran verantwortlich zu sein, an 40 Wochenende im Jahr zu öffnen, hieße dann aber auch, weiter zu denken, was die personelle und finanzielle Ausgestaltung betreffe. Das ginge nicht alles im Ehrenamt, auch über Einrittsgelder müsse nachgedacht werden.

Von Kathrin Kabelitz

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