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Bad Düben An der Friedrichshütte bei Kossa entstehen Ferienwohnungen
Region Bad Düben An der Friedrichshütte bei Kossa entstehen Ferienwohnungen
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00:36 27.05.2018
Hans Kaltwasser (59) aus Kossa baut ein altes, unter Denkmalschutz stehendes Fachwerkhaus an der Friedrichshütte (Kreis Nordsachsen) zu Ferienwohnungen um. Quelle: Nico Fliegner
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Kossa

An der Friedrichshütte in der Dübener Heide, vielen bekannt durch die gleichnamige Ausflugsgaststätte, entstehen aus einem alten, unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhaus Ferienwohnungen. Hans Kaltwasser aus Kossa erfüllt sich damit einen Traum. Wir sprachen mit dem 59-Jährigen, der als Fachberater bei einem europaweit agierenden Schornstein- und Lüftungshersteller tätig ist, über das Vorhaben.

Herr Kaltwasser, wie sind Sie denn auf dieses idyllische Fleckchen Erde gekommen?

Schon als ich drei Jahre alt war, war ich hier mit meinen Eltern. Die hatten das hier als Wochenendgrundstück. Und da waren wir fast immer.  Ursprünglich stamme ich  aus der Bitterfelder/Hallenser Region, habe dort gearbeitet und studiert. Später habe ich dann in Kossa gebaut, wo ich heute mit meiner Familie lebe.

Sie haben dann das Grundstück von Ihren Eltern übernommen?

Ja, geerbt. Es war erst ein Mietobjekt, wir haben es dann von den Alteigentümern gekauft. Auch das Grundstück daneben haben wir aus privater Hand dazu gekauft, so sind es jetzt rund 800 Quadratmeter mit diesem Fachwerkhaus drauf.

Das ziemlich alt aussieht ...

Als die Pechhütte noch betrieben wurde, war es das Wohnhaus der Pechknechte. Jetzt will ich hier zwei Ferienwohnungen einrichten unter dem Motto: Urlaub machen, wo einst die Pechknechte lebten. Jede Wohnung hat eine Wohnfläche von zirka 80 Quadratmeter. Und immerhin ist die Friedrichshütte die letzte in Betrieb gewesene Pechhütte in der Dübener Heide.

Klingt spannend. Denken Sie, Gäste dafür begeistern zu können? Die Friedrichshütte liegt ja doch sehr weit vom Schuss.

Das Angebot muss natürlich bekannt werden. Aber es gibt Leute, die einfach nur Ruhe inmitten der Natur suchen. Und die finden sie hier.

Wie weit sind Sie mit den Arbeiten?

Wie sie sehen – das Haus ist entkernt. Und ich habe es gesichert. Jetzt warte ich auf die Baugenehmigung. Bis Ende 2020 muss alles stehen, die Ferienwohnungen müssen dann fertig sein.

Wie viel Geld nehmen Sie für die Sanierung des Gebäudes in die Hand?

Insgesamt 130 000 Euro, wobei ich einen finanziellen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro über das Förderprogramm Leader erhalte. Deshalb muss das Vorhaben auch 2020 abgeschlossen sein, denn da gibt es einzuhaltende Fristen. Ich hoffe, das klappt, denn die Baufirmen haben zurzeit alle gut zu tun. Einen Teil will ich natürlich auch selber machen.

Da steckt schon großer Enthusiasmus dahinter, oder?

Den muss man schon mitbringen. Es gab die Option, das alles verfallen zu lassen oder eben was daraus zu machen. Ich habe mich für letzteres entschieden. Das Fachwerkhaus hat schon einen gewissen Charme. Und wenn es fertig saniert ist, wird es definitiv kein Haus von der Stange sein. Interview: Nico Fliegner

Friedrichshütte

Die Friedrichshütte gibt es seit dem frühen 17. Jahrhundert. Dort wurde Pech und Teer geschwelt. 250 Jahre lang war sie im Besitz der Familie Schlohbach. 1950 wurde der Betrieb dann mit sechs Beschäftigten enteignet und 1952 komplett stillgelegt. Aus dem einstigen Pechherrenhaus ist ein Landgasthof entstanden. Überreste des Pechhüttenbetriebes sind heute noch zu finden.

Von Nico Fliegner

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