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Bad Düben Andreas Ohle ist nun offiziell Pfarrer in Bad Düben
Region Bad Düben Andreas Ohle ist nun offiziell Pfarrer in Bad Düben
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19:43 06.01.2019
Mathias Imbusch, Superintendent des Kirchenkreises Torgau-Delitzsch (3. von links) führt Andreas Ohle (2. von rechts) in der Kirche Bad Düben in sein Amt ein. Quelle: Kathrin Kabelitz
Bad Düben

„Vertraut den neuen Wegen“ singt die Kirchengemeinde am Ende des Einführungsgottesdienstes für Pfarrer Andreas Ohle in Bad Dübens Nikolaikirche. Ein Text, den der Theologe Klaus-Peter Hertzsch einst für eine Hochzeit schrieb, der aber sinnbildlich für das steht, was die Christen in Bad Düben durchleben. Weil sie sich engagiert für den Erhalt der Pfarrstelle einsetzen und nicht zufrieden geben, dass Kirche weiter schrumpft und weil sie dafür neue Wege gehen wollen. Die aber liegen in der Zukunft. Ziel ist, mit Spenden die halbe Stelle aufzustocken und so die Gemeindearbeit zu stärken.

Einführungsgottesdienst für Andreas Ohle  in der Kirche Bad Düben. Quelle: Kathrin Kabelitz

Dass Andreas Ohle jetzt die verbliebene halbe Pfarrstelle besetzt, freut sie. „Die Seelsorge gehört vor Ort. Deshalb ist es gut, dass wir ihn jetzt in unseren Reihen haben“, sagt Wolfgang Rieger vom Gemeindekirchenrat, um später schmunzelnd zu erwähnen, dass aufgrund der stattlichen Statur Ohles von einem „halben Pfarrer“ nicht die Rede sein könne. „Dankbar sind wir, dass uns die Pastorinnen und Pastoren auch in schwierigen Zeiten nicht allein gelassen haben. Mit Pfarrer Ohle können wir jetzt mit Zuversicht nach vorn schauen“, sieht es auch GKR-Mitglied Christian Melzer positiv.

Andreas Ohle beim Einführungsgottesdienst. Quelle: Kathrin Kabelitz

Andreas Ohle ist neu und doch ein vertrautes Gesicht, vor allem aus der Vakanzvertretung und der Konfirmandenarbeit der letzten Monate. Mit Sonntag Epiphanie, dem Dreikönigstag, ist auch für diesen zweiten Einführungsgottesdienst ein besonderer Tag gewählt. Am Reformationstag war der 35-Jährige in der proppevollen Kirche in Authausen in die andere halbe Stelle, in das Amt des Pfarrers des Kirchspiels, eingeführt worden.

Einführung am Epiphanias-Tag

Der Epiphanias-Tag eigne sich gut, so Mathias Imbusch, Superintendent des Kirchenkreises Torgau-Delitzsch. „Er verweist auf den, auf den wir alle als Getaufte im Leben und Sterben vertrauen wollen.“ Das sei eigentlich selbstverständlich. Der Hinweis aber, „dass es in unserer Kirche nicht um uns selbst geht, sondern um den, der Welt und Menschen mit Freundlichkeit und Liebe begegnet, ist immer wieder angebracht. Epiphanias vermag uns daran zu erinnern.“

Großes Bemühen um Besetzung der Pfarrstelle

In Bad Düben habe sich die Diskussion darauf konzentriert, dass die Pfarrstelle wieder besetzt werden müsse, und das zu 100 Prozent. Die Bemühungen seien beachtlich. Wie wirkt das auf jemanden, der hier seinen Dienst tun soll? „Ist Pfarrer Ohle ein Pfarrer auf Abruf, der nur eine gewisse Zeit bleibt, bis die Gelder zusammen sind? Oder eine Notlösung für Bad Düben?“

Imbusch wendet sich an die Kirchgänger: „Ich bin gewiss, dass weder bei Ihnen noch im Förderverein dieser Eindruck entsteht oder dieses Ziel verfolgt wird.“ Es sei viel gesprochen worden, „vielleicht noch nicht intensiv genug“, wie Gemeinde und Pfarrer unter den derzeitigen Umständen im gedeihlichen Einvernehmen zusammenkommen. Aber es habe Fortschritte gegeben.

Pfarrer dankt für das herzliche Willkommen

Pfarrer Ohle jedenfalls dankt für das „herzliche Willkommen“, freut sich auf die gemeinsame Zukunft. Für seine erste Predigt legt er die Geschichte des Herodes aus dem Matthäus-Evangelium als die Geschichte von den Weisen, die über sich selbst hinausschauen konnten, und den Unverständigen aus, also denen, die sich vor jedweden Veränderungen in dieser Welt fürchten, vor allem jenen, die sie selbst betreffen. Was aber will die Geschichte heute sagen? „Zu den Mächtigen des Herodes’ gehören wir nicht.“ Dennoch könne man sich fragen, „gehöre ich zu den Weisen oder den Unverständigen?“

Jeder kenne die Angst um die Zukunft, wenn Veränderungen anstehen, privat, beruflich, in der Kirche. „Wie reagieren wir, bleiben nur Angst und Sorge, Widerstand, das Festhalten an dem, was war oder gibt es da was, bei dem wir sagen können: Herr, ich bin ja Dein. Du wirst ja wissen, wo mein Weg hinführt.“ Das entbinde aber niemanden davon, das Seinige zu tun, um die Zukunft zu gestalten.“

Von Kathrin Kabelitz

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