Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Angler ärgern sich über Biber
Region Bad Düben Angler ärgern sich über Biber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:14 01.06.2010
Ein Angler zeigt, was der Bober anrichtet. Quelle: Thomas Jentzsch
Anzeige
Pristäblich

Junge und alte Baumbestände fallen ihm zum Opfer.

Die Mitglieder des Pristäblicher Angelverbands, die das Grafenbad als Pachgewässer nutzen und pflegen, sind besorgt. Der Vereinsvorsitzende Achim Ludwig sagt: "Wir wollen ja nicht, dass der Biber aus unserem Gewässer verschwindet. Wir möchten nur, dass die alten Bäume erhalten bleiben. Am Anfang, als sich der Biber hier ansiedelte, so im Jahr 2002, hat er noch relativ wenig Schaden angerichtet. Aber in den vergangenen zwei, drei Jahren hat das zugenommen." Ludwig vermutet, dass in wenigen Jahren "hier wohl keine großen Bäume mehr stehen" werden. "Auch die verdienen unseren Schutz, bieten sie ja vielen Tieren einen Lebensraum. Und für das Gewässer ist der Schatten gut. Ohne würde das Grafenbad im Sommer wahrscheinlich von Algen überwuchert werden. Nun wäre es sehr hilfreich, wenn man diese Bäume vor dem Biber schützen könnte", so Ludwig weiter.

Naturschützer sehen das freilich anders. Sie sind froh, dass sich der Biber, der unter Naturschutz steht, wieder angesiedelt hat. Sie wissen sehr wohl um die Tatsache, dass das Wappentier der Dübener Heide auch große Bäume umlegt. "Das Grafenbad ist ein Naturschutzgebiet und wir sollten es auch der Natur, sprich dem Biber, überlassen. Er fällt diese Bäume nicht aus Langeweile", erklärte Naturschützer Ronny Papenfuß. Die Bäume dienten teils als Nahrungsquelle. Um an die Rinde und Zweige zu gelangen, müssten die Tiere die Bäume fällen. Dadurch verändere der Biber tatsächlich die Naturlandschaft - und zwar kompromisslos. Die großen Biberburgen werden aus Zweigen und Schlamm errichtet. Darin zieht er in Ruhe seine Jungen auf und verbringt kalte Wintertage in seinem warmen Heim, so der Naturschützer weiter.

Das Pristäblicher Grafenbad gehört zum Naturschutzgebiet Mittlere Mulde. Somit ist es auch den Anglern verwehrt, in die Natur einzugreifen. Doch um die alten Bäume zu erhalten, rät Papenfuß den Petrijüngern, sich mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordsachsen in Verbindung zu setzen, "um gemeinsam eine Lösung zu finden", so der Experte. Eine Möglichkeit wäre, die Bäume mit einem Drahtgeflecht am unteren Stamm zu schützen, eine weitere, den Biber von den großen Bäumen fern zu halten, sind Ersatzpflanzungen. Hierfür werden Weidenstecklinge in den Boden gebracht. Diese wachsen in den meisten Fällen an und sind für den Biber eine willkommene Nahrungsquelle. Aber dies müsse mit der Behörde abgesprochen werden, so Papenfuß.

Die Mitglieder des Pristäblicher Angelvereins sind jedenfalls zuversichtlich und vor allem bereit, die Bäume mit zulässigen Mitteln vor dem Sterben zu retten. Mit einem Arbeitseinsatz würden sie bei der Lösung des Problems aktiv mithelfen, sagte Angelfreund Ludwig.

Nicht nur in Pristäblich gibt es Konflikte zwischen Mensch und Biber. Auch bei Wöllnau steht der Nager bei Landwirten in der Kritik, weil er Bäche anstaut und Felder überflutet. Ebenso in Kossa, wo er in den vergangenen Jahren Grundstücke unter Wasser setzte.

Thomas Jentzsch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit der geplanten B6 neu und einer Ortsumgehung um die Stadt Bad Düben sieht der Gewerbeverein der Stadt die Existenz von Händlern in der Altstadt bedroht. Vergleichbare Städte wie Bad Schmiedeberg, Kemberg, Gräfenhainichen und Brehna hätten gezeigt, was Umgehungen bewirkten: Die Innenstädte befänden sich  im Sterben, erklärte der Vorstand gegenüber der Kreiszeitung und fordert die Politik auf, sich klar zu positionieren.

28.05.2010

Eine Woche nach Pfingsten steigt das größte Spektakel des Jahres auf dem Bad Dübener Marktplatz. Heute um Punkt 17 Uhr eröffnet Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) vom 35 Meter hohen Riesenrad das dreitägige Fest, anschließend wird ein Fass Bier angestochen.

28.05.2010

Offiziell wird Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zwar erst am Sonntag verkünden, wer den dritten Sächsischen Wandertag im nächsten Jahr ausrichten darf.

27.05.2010
Anzeige