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Angler ärgern sich über Biber

Angler ärgern sich über Biber

Der Biber erhitzt zurzeit die Gemüter in Pristäblich. Zum Ärgernis der ortsansässigen Angler legt er zahlreiche Bäume um. Speziell am Grafenbad, dem Gewässer des Angelvereins Pristäblich, ist Meister Bockert aktiv und gestaltet die Natur nach seinen Bedürfnissen.

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Ein Angler zeigt, was der Bober anrichtet.

Quelle: Thomas Jentzsch

Pristäblich. Junge und alte Baumbestände fallen ihm zum Opfer.

Die Mitglieder des Pristäblicher Angelverbands, die das Grafenbad als Pachgewässer nutzen und pflegen, sind besorgt. Der Vereinsvorsitzende Achim Ludwig sagt: "Wir wollen ja nicht, dass der Biber aus unserem Gewässer verschwindet. Wir möchten nur, dass die alten Bäume erhalten bleiben. Am Anfang, als sich der Biber hier ansiedelte, so im Jahr 2002, hat er noch relativ wenig Schaden angerichtet. Aber in den vergangenen zwei, drei Jahren hat das zugenommen." Ludwig vermutet, dass in wenigen Jahren "hier wohl keine großen Bäume mehr stehen" werden. "Auch die verdienen unseren Schutz, bieten sie ja vielen Tieren einen Lebensraum. Und für das Gewässer ist der Schatten gut. Ohne würde das Grafenbad im Sommer wahrscheinlich von Algen überwuchert werden. Nun wäre es sehr hilfreich, wenn man diese Bäume vor dem Biber schützen könnte", so Ludwig weiter.

Naturschützer sehen das freilich anders. Sie sind froh, dass sich der Biber, der unter Naturschutz steht, wieder angesiedelt hat. Sie wissen sehr wohl um die Tatsache, dass das Wappentier der Dübener Heide auch große Bäume umlegt. "Das Grafenbad ist ein Naturschutzgebiet und wir sollten es auch der Natur, sprich dem Biber, überlassen. Er fällt diese Bäume nicht aus Langeweile", erklärte Naturschützer Ronny Papenfuß. Die Bäume dienten teils als Nahrungsquelle. Um an die Rinde und Zweige zu gelangen, müssten die Tiere die Bäume fällen. Dadurch verändere der Biber tatsächlich die Naturlandschaft - und zwar kompromisslos. Die großen Biberburgen werden aus Zweigen und Schlamm errichtet. Darin zieht er in Ruhe seine Jungen auf und verbringt kalte Wintertage in seinem warmen Heim, so der Naturschützer weiter.

Das Pristäblicher Grafenbad gehört zum Naturschutzgebiet Mittlere Mulde. Somit ist es auch den Anglern verwehrt, in die Natur einzugreifen. Doch um die alten Bäume zu erhalten, rät Papenfuß den Petrijüngern, sich mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordsachsen in Verbindung zu setzen, "um gemeinsam eine Lösung zu finden", so der Experte. Eine Möglichkeit wäre, die Bäume mit einem Drahtgeflecht am unteren Stamm zu schützen, eine weitere, den Biber von den großen Bäumen fern zu halten, sind Ersatzpflanzungen. Hierfür werden Weidenstecklinge in den Boden gebracht. Diese wachsen in den meisten Fällen an und sind für den Biber eine willkommene Nahrungsquelle. Aber dies müsse mit der Behörde abgesprochen werden, so Papenfuß.

Die Mitglieder des Pristäblicher Angelvereins sind jedenfalls zuversichtlich und vor allem bereit, die Bäume mit zulässigen Mitteln vor dem Sterben zu retten. Mit einem Arbeitseinsatz würden sie bei der Lösung des Problems aktiv mithelfen, sagte Angelfreund Ludwig.

Nicht nur in Pristäblich gibt es Konflikte zwischen Mensch und Biber. Auch bei Wöllnau steht der Nager bei Landwirten in der Kritik, weil er Bäche anstaut und Felder überflutet. Ebenso in Kossa, wo er in den vergangenen Jahren Grundstücke unter Wasser setzte.

Thomas Jentzsch

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