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Bad Düben Anwohner klagen über Löcher-Piste
Region Bad Düben Anwohner klagen über Löcher-Piste
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16:21 19.05.2015
Blick in die Mühldorfer Straße in Bad Düben, Alaunwerk. In der Mitte weist sie etliche tiefe Löcher auf, ein Schild warnt davor. Quelle: Nico Fliegner

Bewohner fordern jetzt, dass die Stadt handelt. Doch die hat viel mehr solcher Problem-Straßen im Stadtgebiet - und kein Geld für die Sanierung. Bis Herbst soll zunächst eine Prioritätenliste erstellt werden.

Wenn etwas den Dübenern wirklich unter den Nägeln brennt, dann lassen sie sich schon mal im Stadtrat blicken. Anwohner der Mühldorfer Straße nutzten am Donnerstag die Gelegenheit der Einwohnerfragestunde und machten Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) und die Abgeordneten auf einen Missstand aufmerksam - die Straße vor ihrer Haustür.

Helmut Bucur, einer der Betroffenen, schilderte, was die Gemüter derzeit bewegt: Die Straße sei mit Löchern übersät, müsste dringend saniert werden. Das sogenannte Abziehen, das die Stadt beauftragt hatte, wenn die Schäden besonders groß waren, würde auf die Dauer nichts bringen - die Löcher kämen wieder. Und statt des Kreisverkehrs an der Nordtangente, den die Kommune künftig in Eigenregie gestalten will, sollte lieber die Mühldorfer Straße Vorrang haben. Denn die Anwohner ramponieren sich mittlerweile ihre Fahrzeuge, so Bucur.

Ein Fakt, den auch Werner Schübel bestätigen kann. Er wohnt ebenfalls in der Mühldorfer Straße, hat schon zwei Schäden an seinen Fahrzeugen verzeichnen müssen. "Mit Schotter oder Splitt wäre da einiges machbar", regte er an. Er selbst würde am liebsten mit Hand anlegen, doch mit seinen 82 Jahren gehe das eben nicht mehr so gut. Doch Handlungsbedarf bestehe.

Bürgermeisterin Münster gab den Anwohnern Recht. "Das ist ein schlimmer Zustand, das gebe ich zu." Die Stadt hat auch schon ein Unternehmen beauftragt, das die unbefestigten Straßen in Bad Düben hobeln soll. Doch zunächst wegen des Hochwassers und der Beseitigung der Schäden sei die Firma anderweitig gebunden gewesen. Und nunmehr, so hat Münster noch am Donnerstag vor der Ratssitzung telefonisch erfragt, sei es zu trocken, um die Straße zu bearbeiten - und nicht nur die. Auch Spatenweg und Reinharzer Straße, ebenfalls unbefestigt, müssten dringend gemacht werden. Beschwerden gibt es mittlerweile auch von Anwohnern des Mühlläufers im Stadtteil Hammermühle - auch dort ist die Straße in einem desolaten Zustand.

Allein für das jährlich zweimal angedachte "Hobeln" gibt die Stadt etwa 10 000 Euro aus. Und das Jahr für Jahr. Doch aufwendige Sanierungen würden noch teurer. Die Lange Straße ist bereits grundhaft ausgebaut worden, die Siedlungsallee steht bevor - für beide gab es Fördermittel. Spatenweg und Reinharzer Straße sollen aber unbefestigt bleiben, weil sie gleichzeitig auch Wanderwege sind.

Bürgermeisterin Münster sagte, dass bis Herbst eine Prioritätenliste ausschließlich für Straßenerneuerungen erstellt werden soll. Sie sprach von "erheblichen Kosten"; Geld sei nicht eingeplant, Fördermittel gebe es derzeit keine. Aber dort, wo sich die Bürger einig sind und finanziell beteiligen wollen, könne perspektivisch etwas getan werden. Um die Kosten gering zu halten, schlug Stadtrat Werner Wartenburger (SPD) mit Blick auf die Mühldorfer Straße vor, nach einer "Minimalvariante" zu suchen. Denn sobald Planer ins Spiel kämen, würde es teuer.

Die Bewohner haben jedenfalls großes Interesse an einer unkomplizierten Lösung. Die Stadtratssitzung verließen sie aber weniger glücklich. Denn was und vor allem wann etwas mit ihrer Straße passieren soll, blieb offen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.07.2013

Nico Fliegner

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