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Bad Düben Asyl-Pläne in Bad Düben stoßen auf Kritik
Region Bad Düben Asyl-Pläne in Bad Düben stoßen auf Kritik
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00:17 26.05.2015
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Bad Düben

Passender hätte diese Reihenfolge nicht sein können.

Als Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) Stadträten und Bürgern am Donnerstag die Präsentation des Landkreises darbot, gab es hörbar Kritik aus den Zuschauer-Reihen, als sie von Plänen erfuhren, dass bis zu 40 Asylbewerber im Körbitzweg untergebracht werden sollen. Anwohner äußerten ihr Unverständnis: "Es gibt genug Platz wie auf der Hammermühle oder im Alaunwerk." Ängste wurden laut, dass Privat-Grundstücke in Unterkunfts-Nähe an Wert verlieren, dass die Sicherheit der Anwohner gefährdet sei, dass die Kriminalitätsrate steigen könne. Bedenken, die, teilweise sehr emotional vorgetragen, gar nicht zu dem Bild passen wollten, das Münster zuvor mit den Erfahrungen der ersten 30 Asylsuchenden, die bereits da sind, zeichnete. Die Integration der Familien klappe gut, es gebe keine Probleme. Das mache Mut.

Fakt ist: Bad Düben wird bis 2016 insgesamt bis zu 140 Asylsuchende und Flüchtlinge aufnehmen. Die Entscheidung sei zugunsten der dezentralen Unterbringung gefallen. "Wir haben 15 Wohnungen zusätzlich zu denen, die jetzt schon da sind", so Münster. Im Körbitzweg sind weitere vorgesehen, die bis zu 40 Menschen Platz bieten. "Natürlich würden wir uns vorrangig Familien wünschen, es werden aber auch alleinreisende Männer kommen. Das heißt, auch diese werden wir in den Zwei- bis Drei-Raum-Wohnungen unterbringen." Es werde an dieser Stelle kein Asylbewerberheim geben, betonte Münster angesichts von Vorwürfen, dass bei 40 Personen in einem Haus von keiner "dezentralen Unterbringung" mehr gesprochen werden könne. "Es entstehen Wohnungen. Wir sind aufgerufen, den Menschen eine Unterkunft zu bieten. Der Stadtrat ist dazu bereit, ich hoffe, die Dübener auch."

Stadtrat Michael Seidel (SPD) ist es. "Vielleicht sollten wir von einer Wohnanlage sprechen und die Stadt sollte versuchen, zu steuern, dass Familien nach Bad Düben kommen." Dass in diesem Prozess Probleme zu bewältigen sind, musste Landtagsabgeordneter Jörg Kiesewetter mit Blick auf Fragen von Zuständigkeiten, der Anerkennung von Berufsabschlüssen und der Länge der Asylverfahren einräumen. Der CDU-Mann setzt auf einen offensiven Umgang mit dem Thema. "Ich kann die Anwohner gut verstehen. Als Stadt müssen wir sie mit Ansprechpartnern unterstützen, damit sie klar kommen", so Birgit Plogstieß. Die Abgeordnete der FWG sagte aber auch: "Man kann nicht nur pessimistisch rangehen." Das Leben in einer Demokratie bedeute, Bedenken ernst zu nehmen, so Gisbert Helbing (CDU): "Wenn wir die Sorgen vorher kennen, können wir darauf eingehen." Anwohnerin Adina Meier zeigte ebenso Verständnis, wehrte sich aber gegen Vorverurteilungen. Sie könne sich nicht vorstellen, dass Menschen, die aus ihrem Land flüchten müssen, hierherkommen, um dann ausgerechnet straffällig zu werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.05.2015
Kathrin Kabelitz

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