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Bad Düben Asylbewerber: Volkshochschule sucht händeringend nach Deutschlehrern
Region Bad Düben Asylbewerber: Volkshochschule sucht händeringend nach Deutschlehrern
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15:32 05.10.2015
Die Plätze beim Deutschkurs sind voll. Viermal pro Woche erhalten die Flüchtlinge jeweils 90 Minuten Unterricht von Gudrun Jänig (links). Quelle: Steffen Brost
Bad Düben

Es ist 15 Minuten vor Beginn des Deutschkurses. Für Fadil aus dem Kosovo, Redouane aus Marokko, Micheale aus Eritrea sowie 16 weiteren Flüchtlingen in der Begegnungsstätte im Bad Dübener Postweg beginnt der Unterricht. Wie an fast jedem der anderen Wochentage. Überpünktlich sind alle da und unterhalten sich leise. Auch für Gudrun Jänig, pensionierte Lehrerin für Russisch und Englisch, ist das eine besondere Situation. „Man hat mich gefragt, ob ich den Deutschkurs abhalten kann. Ich habe zugesagt. Gemeinsam mit Friede Wuttig bringen wir im Auftrag der Volkshochschule den neuen Bad Dübenern die deutsche Sprache bei“, sagte Jänig.

Es ist der Vorkurs. Insgesamt 15 Doppelstunden lang lernen die Teilnehmer das Einmaleins der deutschen Sprache. „Eigentlich ist das Deutschunterricht wie in einer ersten Kasse. Wir lernen die Buchstaben, später Wörter und ganze Sätze. Innerhalb des Kurses lernen alle später die gängigen Übungs- und Aufgabenformen kennen und die Lese- und Schreibkompetenz wird gefördert. Ziel ist es am Ende, einfache Alltagssituationen sprachlich meistern zu können.“

Auch Fadil aus dem Kosovo sitzt am Tisch. Er ist bereits seit sieben Monaten im Land und spricht schon recht gut Deutsch. „Ich will mich weiter verbessern. Und Frau Jänig helfe ich beim Dolmetschen, wenn gar nichts mehr geht. Denn meine eigentliche Heimatsprache ist dem Arabischen sehr ähnlich. Und so kann ich helfen.“ Etwas einfacher hat es da Blerim Dema. Er stammt aus Albanien, arbeitete dort als Englischlehrer. „Mein Englisch hilft mir in Deutschland sehr. Jetzt versuche ich ganz schnell Deutsch zu lernen, damit ich vielleicht bald eine Arbeit finde“, hofft der Albaner. Auch Youssef, gebürtiger Syrier, ist unter den Teilnehmern. Er spricht nahezu perfekt Russisch. „Ich habe acht Jahre in Russland gelebt und mir so die Sprache angeeignet. Jetzt hoffe ich, dass das auch mit Deutsch schnell klappt.“

Über fünf Einheiten à 30 Stunden ziehen sich die Kurse hin. Also fast ein ganzes Jahr. „Danach sind sie im Besitz der Stufe eins. Das bedeutet, sie können sich so gut verständigen, sodass ein Leben hier möglich ist. Anschließend besteht die Möglichkeit, weitere Kurse zu belegen um das Erlernte zu verfeinern“, erzählte Cornelia Schörner von der Volkshochschule.

Das Thema „Deutsch als zweite Fremdsprache“ stellt die Volkshochschule für ihr neues Schuljahr 2015/16 vor neue Herausforderungen. Sie sucht händeringend nach Deutschlehrern, die neue Kurse halten können. Derzeit gibt es sie in Eilenburg, Delitzsch, Torgau, Oschatz und Bad Düben. „Doch der Bedarf ist weitaus größer. Wer also Interesse hat, kann sich gern bei uns melden“, hofft Schörner. Bereits im zurückliegenden Schuljahr hat die Volkshochschule rund 850 Teilnehmer in 70 Kursen mit 4300 Stunden für Deutsch als Fremdsprache verzeichnet. „Jetzt kann es noch mehr werden. Vorausgesetzt, wir können genug Lehrkräfte finden“, so Schörner.

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