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Auf Tuchfühlung mit potenziellem Schnaditzer Schloss-Käufer

Auf Tuchfühlung mit potenziellem Schnaditzer Schloss-Käufer

Eine Delegation aus Schnaditz hat sich in den vergangenen Tagen auf den Weg ins 112 Kilometer entfernte Wendischbora bei Nossen gemacht, um den potenziellen Käufer des Schlosses Schnaditz kennenzulernen.

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Ulf Jäckel, Hans Ramp, Heike Jäckel und Mathias Mieth (von links) auf der Schloss-Baustelle in Wendischbora.

Quelle: Heike Nyari

Schnaditz/Wendischbora. Der zeigte sich offenherzig und verriet weitere Details, was ihm und den anderen Investoren mit dem Schnaditzer Schloss vorschwebt.

Schloss Wendischbora ist zurzeit eine Baustelle, an allen Ecken wird fleißig gewerkelt. Und mittendrin der Unternehmer Hans Ramp, der zusammen mit vier weiteren finanzkräftigen Leuten Interesse an Schloss Schnaditz hat und die Immobilie samt Wiesen drumherum von der Stadt Bad Düben für 128 000 Euro kaufen möchtem (wir berichteten). Grund für den Kohlhaas-Club Schloss Schnaditz, den Mann persönlich kennenzulernen. Also besuchten Heike und Ulf Jäckel, beide stellvertretende Vorsitzende des Vereins, sowie weitere Vorstandsmitglieder, darunter Mathias Mieth und Heike Nyari, den Geschäftsmann.

Berührungsängste bei der Ankunft in Wendischbora? Fehlanzeige. "Ja, fotografieren sie in aller Ruhe, zeigen sie die Fotos in Bad Düben und Schnaditz, ich habe nichts zu verbergen", sagte Ramp und lud die Vertreter zu einem Rundgang über die Großbaustelle ein.

Schloss Wendischbora, das Ramp allein gehört, ist etwa halb so groß wie das Schloss in Schnaditz. Einige Zimmer dort sind bereits kurz vor der Fertigstellung. Und ginge es nach Ramp, der sein Geld unter anderem im Agrarhandel macht, könnte es schon bald in Schnaditz weitergehen. Hauptinvestorin für das Kleinod im Bad Dübener Stadtteil würde allerdings nicht er sein, sondern Helga van Horn, eine Deutsche, die in den USA lebt. Sie besitzt ein Reiseunternehmen in Reno/Nevada. Neben Gastronomie nach amerikanischem Vorbild plant die Investorengruppe einen Weinkeller und Hochzeitszimmer im Schnaditzer Schloss. Als erstes sei jedoch vorgesehen - sodann der Stadtrat dem Verkauf zustimmt -, die Außenfassade zu reparieren und zu sanieren. Dann sollen Appartements für private Wohnzwecke der vier beteiligten Investoren entstehen. Andere Teile des Schlosses sollen ausgebaut und für Tourismus und Kultur genutzt werden. Angelverein und Kohlhaas-Club würden zudem Vereinsräume bekommen. "Wir bauen in einer Woche die Gerüste in Wendischbora ab und würden am liebsten die Gerüste in Schnaditz gleich wieder aufbauen und hoffen, dass die Stadträte bald entscheiden und die Bürokratie nicht so groß ist", habe Ramp zu den Schnaditzer Gästen gesagt. Fördermittel benötigt die Investorengruppe indes nicht.

Die Vereinsvertreter aus Schnaditz zeigten sich im Nachgang angetan. "Was ich gesehen und gehört habe, ist durchgängig positiv. Wenn ich mich auf mein Bauchgefühl verlasse, dann könnte das mit Schnaditz was werden", sagte Heike Jäckel, auch vor dem Hintergrund, dass sich die Stadt eine millionenschwere Sanierung nicht leisten wird.

Ende April wollen Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) und Fraktionsvertreter mit den Kaufinteressenten Gespräche führen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.04.2014
Von Nico Fliegner

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