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Aufatmen in Eilenburg - doch Gruna, Glaucha und Löbnitz saufen ab

Aufatmen in Eilenburg - doch Gruna, Glaucha und Löbnitz saufen ab

Aufatmen in

Eilenburg

. Die Stadt hat die Nacht weitgehend trocken überstanden, das Hochwasser ist nicht über die Schutzanlagen in die Innenstadt gelaufen.

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Muldewasser hat die B2 Bad Düben/Wellaune erreicht

Blick von der B 107 nach Glaucha - das Dorf steht unter Wasser.

Quelle: Nico Fliegner

Nordsachsen. "Es ist das Schlimmste an uns vorbeigegangen", sagte ein Sprecher der Stadt der LVZ. "Dank unserer neuen Hochwasserschutzanlagen und vor allem auch des unermüdlichen Einsatzes der Kameraden der Feuerwehr, des THW und weiterer Hilfskräfte konnte die Innenstadt von Eilenburg trocken gehalten werden." Es seien "nur wenige Wohn- und Geschäftshäuser betroffen". Die Gartenanlagen hinter der B87-Ortsumgehung sind dagegen komplett abgesoffen.

Die Innenstadt bleibt weiterhin für den Fahrverkehr gesperrt, wie Sprecherin Braune mitteilte. Außerdem werde die Evakuierung der Innenstadt aufrechterhalten. "Am späten Nachmittag wird entschieden, wie morgen weiterverfahren wird", so Braune. Es herrscht weiterhin Katastrophenalarm (Hochwasserwarnstufe 4).

An der Wiederherstellung der Stromversorgung im Stadtteil Berg werde indes aktiv gearbeitet. Aufgrund des Wassers in der Mühlstraße ist die Stromversorgung auf dem Berg ausgefallen. Der Wasserstand in der Mühlstraße muss erst ca. 50 Zentimeter sinken, bevor der Strom wieder angeschaltet werden kann.

Die Eilenburger Schulen bleiben am Mittwoch geschlossen. Voraussichtlich wird der Schulbetrieb ab Donnerstag wieder aufgenommen. Die Stadtverwaltung ist bemüht die Kita „Bärchen“ sowie die Kita „Schwalbennest“ ebenfalls ab Donnerstag wieder zu öffnen.

Die Stadt weist darauf hin, dass das Auspumpen von Kellern zu statischen Schäden an Gebäuden führen kann. Derzeit wird empfohlen, keine Keller leer zu pumpen.

Weiter flussabwärts ist die Lage dagegen dramatisch: Bei

Mörtitz

hat es am Vorabend zwei Deichbrüche gegeben - das Muldedorf

Gruna

hat es nach der Flutkatastrophe 2002 erneut mit aller Härte getroffen. Nach Einschätzung von Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) steht das Wasser vergleichsweise genau so hoch wie 2002. Noch immer befinden sich Einwohner in ihren Häusern, die den Ort trotz Evakuierungsanordung am Sonntagabend nicht verlassen haben. Die Gemeinde will entscheiden, wie mit ihnen weiter verfahren wird. Laut Schneider werde das Wasser nach jetzigem Kenntnisstand nicht so schnell abfließen wie 2002. "Es ist langsamer gekommen und ohne Druckwelle, wie das 2002 der Fall war. Aber es wird länger stehen", so Schneider. In Laußig wird zur Stunde ein zentraler Anlaufpunkt im Ländlichen Bürgerzentrum für Betroffene eingerichtet.

Bereits am Montag sind Teile von

Zschepplin

und 

Hohenprießnitz

untergegangen. Dort hat es mehrere Dammbrüche gegeben. Das Dorf

Glaucha

(Ober- und Niederglaucha) steht komplett unter Wasser. Zwischen Glaucha und Bad Düben ist am Dienstagmorgen ein Deichstück überschwemmt worden. Das Wasser fließt zur Stunde Richtung B2 und wird in

Schnaditz

und

Tiefensee

erwartet. Dort treffen Einsatzkräfte der Feuerwehr letzte Vorbereitungen. Die Dörfer sind um 9 Uhr morgens trocken. Auch in Teilen von

Wellaune

wird mit Wasser gerechnet. Die Polizei will am Vormittag die B2 Wellaune/Bad Düben wegen drohender Überströmung sperren.

In

Bad Düben

gibt es keine Probleme, der Pegel fällt leicht. Das Wasser steht nach Angaben des Krisenstabes etwa 30 Zentimeter Unterkante Muldebrücke. Die ist nach wie vor gesperrt. Auch das Unternehmen Profiroll steht im Trockenen, wie Landkreis-Sprecher Bergner am Morgen bestätigte.

Kritisch ist dagegen die Lage in

Löbnitz

. Dort sind Teile des Dorfes überflutet. Auch in

Roitzschjora

arbeitet sich das Wasser vor. In Löbnitz war am Montag ein Damm gebrochen, das Wasser strömt in ein Tagebaurestloch. Deshalb wird in

Bitterfeld-Wolfen

(Sachsen-Anhalt) Hochwasser befürchtet. Die Stadt wird am Vormittag evakuiert.

"Die Situation ist insgesamt immer noch angespannt", so Sprecher Bergner. Der Landkreis Nordsachsen warnt indes, sich den überfluteten Ortschaften zu nähern. "Wir können keinen Hochwasser-Tourismus gebrauchen."

Nico Fliegner

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