Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Aus Bad Dübens Bahnhof werden Ferienwohnungen
Region Bad Düben Aus Bad Dübens Bahnhof werden Ferienwohnungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:10 19.05.2015
Blick auf den alten Bahnhof in Bad Düben: Der Eigentümer will ihn in seiner Gesamtheit erhalten und auf Vordermann bringen. Quelle: Steffen Brost

Kühns Vorbesitzer, eine internationale Immobiliengesellschaft, hatte große Pläne mit dem Gebäude. Von Sanierung und neuer Nutzungsmöglichkeiten war die Rede. Daraus geworden ist nichts. Kühn wurde schließlich neuer Eigentümer des roten Klinkerbaus, das etliche Mängel an Dach und Bausubstanz aufweist. "Schritt für Schritt bringe ich das Gebäude wieder auf Vordermann. Ich habe noch einen Gartenbaubetrieb. Und nur wenn es die Zeit zulässt, kann ich hier etwas machen", erzählt er.

Seit dem Kauf hat sich trotzdem einiges getan. Am ehemaligen Stellwerk war die Decke durchgebrochen. Nässe drang in die Räume ein. Kühn riss das alte Dach runter und sicherte es mit einer neuen Konstruktion. Jetzt sind die alten Bahn-Gerätschaften, die sich noch im Gebäude befinden, wieder vor Feuchtigkeit geschützt. Denn dieser Bereich soll weitgehend originalgetreu erhalten werden. Kühn will auf alle Fälle den Charakter des Bahnhofes erhalten. "Das braucht auch viel Geld. Ich will für die Sanierung keine großen Kredite aufnehmen, sondern vielmehr so arbeiten, wie ich das Geld habe. Man muss bei so einer Baustelle die Nerven behalten und darf sich nicht verschulden", weiß der Bad Dübener, der auch schon weniger schöne Erfahrungen mit dem alten Bahnhof machte. Unbekannte haben in der Vergangenheit immer wieder die Fensterscheiben zerstört. "Die Geschosse liegen dann im Haus. Meistens sind es Steine aus dem Schotterbett der Gleise. Und es wird von gegenüber geworfen." Als Folge hat der Besitzer jetzt auch die 5000 Quadratmeter große Gartenfläche gegenüber des Bahnhofes erworben. Über die Wintermonate will der Gärtner das Areal einzäunen und durchforsten. Geplant sind außerdem einige Sicherungsarbeiten. Unter anderem sollen Überwachungskameras installiert werden. "Damit will ich künftigen Zerstörungen vorbeugen", begründet Kühn diesen Schritt.

Noch gänzlich unberührt sind die beiden oberen Etagen des Bahnhofes. Hier sollen Ferienwohnungen eingerichtet werden. Doch zuvor muss die schlechte Substanz des Daches in Angriff genommen werden. "Größere Dinge müssen Firmen übernehmen. Kleinere erledige ich selber. Deswegen kann ich zum heutigen Zeitpunkt keinen genauen Termin nennen, wenn einmal alles fertig ist." Die ersten Signale hat er bereits auf grün gestellt. Es liegt Strom und fließendes Wasser an. Auch ein Telefonanschluss ist mittlerweile vorhanden und Kühn ist Mitglied im Wittenberger Bahnverein.

In Nutzung ist bereits die zum Bahnhof gehörende Lagerhalle. Die ist noch gut erhalten. Später will Kühn hier einmal seine Oldtimer unterstellen. Das sind ein W 50, ein Deutz und ein Wartburg. Geplant seien auch Ausstellungsräume für seine Kunst. Denn Michael Kühn malt Bilder und schafft Skulpturen.

Seine Pläne, den Bahnhof in Söllichau zu kaufen, hat er indes verworfen. 25 000 Euro waren ihm zu teuer. "Ich hätte ihn gern genommen. Ich glaube aber, dass ich mit dem Bad Dübener Bahnhof genug zu tun habe."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2014
Von Steffen Brost

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Laußig. Grausiger Fund am Freitagmorgen unweit des beschaulichen Bootsanlegers am Fährhaus Gruna in der Gemeinde Laußig: Hier barg die Polizei einen toten Mann aus der Mulde.

19.05.2015

In den Wohnblöcken Am Schalm in Bad Düben sorgen sich Mieter um ihr Trinkwasser. Dort waren bereits im August hohe Konzentrationen von Legionellen festgestellt worden.

19.05.2015

Gottfried Weihe konnte es gar nicht glauben, was ihm da seine Tochter Annina flüsterte. "Die Autos parken auf der ganzen Dorfstraße", raunte die junge Frau. Ungläubig schüttelte der Scheunenwirt den Kopf und musste sich selber überzeugen.

19.05.2015
Anzeige