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Aus dem tiefen Ural nach Bad Düben

Aus dem tiefen Ural nach Bad Düben


Bad Düben/Görschlitz. 20 Achtklässler aus dem russischen Jekaterinenburg sind auf Schüleraustausch in Bad Düben.

. Die Mädchen und Jungen kommen aus der viertgrößten Stadt Russlands und einer der bedeutendsten Industrieregionen am Ural an der Grenze zu Asien. In Bad Düben, etwa 4500 Kilometer von zu Hause entfernt, besuchen sie die Mittelschule und wohnen bei Gastfamilien.

Eine der Familien sind Annett, Frank und Tochter Sarah Reinicke in Görschlitz. Seit einigen Jahren schreibt sich die 14-jährige Sarah mit einer Brieffreundin aus Jekaterinenburg. „Das ist Marina. Leider konnte sie nicht mit nach Bad Düben kommen, da sie sich zur Zeit mit ihren Eltern in Italien befindet. In ihrer Schule sind nämlich Ferien", erzählte Sarah Reinicke.

Die Görschlitzerin lernt seit zwei Jahren Russisch an der Mittelschule und betreibt als Hobby das Gerätturnen in der Kurstadt. „Wir konnten uns ein Mädchen aussuchen. Ich habe Sophie genommen. Die ist lustig und man kann mit ihre vieles unternehmen", freute sich der Teenager.

Sophia Sadtschikowa ist 14 Jahre, besucht die achte Klasse eines Gymnasiums und spricht perfekt Deutsch. „Ich lerne seit der ersten Klasse die deutsche Sprache. Ich war schon oft hier. Meine Großmutter wohnt in Bayern", sagte Sophie. Deutschland gefalle ihr ganz gut. Vor allem die warmen Temperaturen kommen der jungen Russin entgegen. „Bei uns zu Hause liegt noch Schnee und es sind Minusgrade. Deswegen freue ich mich ganz besonders auf das warme Wasser im Heide Spa", so Sophia. Zu Hause hat die 14-Jährige noch zwei kleine Geschwister. Ihr Papa arbeitet im Business und ihr Mutti ist Ärztin.

„Jekaterinenburg ist die Hauptstadt des Urals. Eine moderne Metropole am Fluss Isset. Hier verläuft die Grenze zwischen Europa und Asien. In Jekaterinenburg treffen sich Moderne und Geschichte. Hier sieht man einen marokkanisch geprägten Palast neben einem Holzhaus mit geschnitzten Fensterrahmen, jede Menge kleine Cafés, Theater und Konzerthallen. Es wird einem hier bestimmt nicht langweilig", erzählte die Gastschülerin von ihrer Heimatstadt.

Das zwölftägige Programm ist prall gefüllt mit Unternehmungen. „Wir fahren nach Torgau, Leipzig und Berlin. Es gibt eine Exkursion durch Bad Düben, wir gehen schwimmen, statten der Bundespolizei einen Besuch ab und haben ein gemeinsames Projekt entwickelt. Das heißt ‚Gemeinsam schreiben wir ein Buch‘. Während die russischen Schüler eins über ihr Leben in Russland schreiben, entsteht von den Bad Dübener Gastgebern ein Buch über ihr Leben in Deutschland. Beim Gegenbesuch in Russland wollen wir das Projekt dann beenden", erklärte Mittelschulleiter Matthias Schuster.Höhepunkt des Aufenthaltes ist zudem ein deutscher Abend sowie ein von den russischen Gymnasiasten gestaltetes Programm. „Wir kochen russische Piroggen und führen ein kleines Kulturprogramm auf", verriet Sophia.

Bei den Reinickens in Görschlitz gibt es für Sophia ein kleines Zusatzprogramm. Gastvati Frank lud die Schülerin und Tochter Sarah zur Ausflügen per Motorrad und Quad ein. „Am Wochenende waren wir in Leipzig und haben bei Sarahs Turnwettkampf zugeschaut. Anschließend sind wir noch auf das Völkerschlachtdenkmal gestiegen", erzählte Sophie.

Zustande gekommen ist der Schüleraustausch über Elternsprecherin Diana Krahnefeld. Die Bad Dübenerin schreibt sich bereits seit 1984 mit der Klassenlehrerin Marina Dworjaninowa. „Ich war leider noch nie in Russland. Marina aber dafür schon mehrmals bei uns. Vor gut einem Jahr hatte sie die Idee für diesen Schüleraustausch. Ein Jahr haben wir organisiert, um den Aufenthalt für unsere Gäste so schön wie möglich zu machen", sagte Diana Krahenfeld. Auch der Gegenbesuch der Bad Dübener ist schon geplant. Im nächsten Jahr soll es dann für die Dübener Schüler auf Russlandreise gehen.

Steffen Brost

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