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Bad Düben Aus der Traum vom Schlosshotel in Schnaditz: Investor lässt Termin platzen
Region Bad Düben Aus der Traum vom Schlosshotel in Schnaditz: Investor lässt Termin platzen
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00:22 05.06.2018
Dachdecker Alex-Paul Schneider von der Bad Dübener Dachdeckerfirma Hüttner reparierte im Auftrag der Stadt das Dach des Schlosses in Schnaditz, obwohl der Kommune die Immobilie derzeit gar nicht gehört. Der Sturm „Friederike“ hatte bereits im Januar zahlreiche Dachschindeln am Schloss runtergefegt. Quelle: Steffen Brost
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Schnaditz

Der von Helga von Horn, eine der neuen Schlossbesitzer, angekündigte südafrikanische Investor glänzte jedenfalls bei einem extra angesetzten Termin im Bad Dübener Rathaus durch Abwesenheit. So saß die Amerikanerin, die für die Schloss Schnaditz GmbH verhandelt, Bürgermeisterin, Stadträten, Anwalt und Dolmetscher allein gegenüber.

„Bis heute ist die auch bei diesem Gespräch angekündigte Finanzierungsbestätigung von einem Schweizer Anwalt nicht eingetroffen“, sagt Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Sie macht wenig Hehl daraus, dass sie eine solche auch in den nächsten Tagen nicht erwartet.

Die Bad Dübener Dachdeckerfirma Hüttner repariert das Dach von Schloss Schnaditz. Quelle: Steffen Brost

Das einzige Positive an dem Gespräch sei gewesen, so die Stadtchefin, „dass wir uns darauf verständigten, dass wir als Stadt den vom Sturm ’Friederike’ Mitte Januar angerichteten Schaden am Dach reparieren können“. Diese Reparatur, für die die Stadt rund 1500 Euro zahlt, ist nun in dieser Woche durch die Bad Dübener Dachdeckerfirma Tilo Hüttner kurzfristig erfolgt.

Die Stadt investiert damit bereits in ihre künftig wieder eigene Immobilie. Deren Verkauf im Jahr 2014 war von großen Hoffnungen begleitet gewesen. Doch der geplante Umbau zu Hotel- und Gastronomiebetrieb scheiterte. Die Stadt hatte bei den jetzt angeschobenen Rücktritt vom Kaufvertrag den 30. Juni 2018 ganz fest im Blick. Denn nach diesem Datum hätte die Stadt lediglich ein Wiederkaufsrecht. Davor handelt es sich dagegen um eine Rückabwicklung, bei der die Stadt auch den 2014 gezahlten Preis von rund 120.000 Euro für den Verkauf der dazugehörigen Grund und Bodens behalten darf. Auch die von den Schlossherren getätigten Investitions- und Unterhaltungskosten, die diese ihrerseits auf etwa eine Viertelmillion bezifferten, sind damit für diese verloren.

Bei der Stadt hofft man nun darauf, dass die Noch-Schlosseigentümer bei der Rückabwicklung keine Probleme bereiten. Helga von Horn, deren Sohn Mitgesellschafter der Schloss Schnaditz GmbH ist und vor Ort wohnt, signalisierte jedenfalls, die Situation so zu akzeptieren wie sie ist.

Bei der Stadt hört man das gern, „doch falls notwendig“, so die Bürgermeisterin, „werden wir ab 1. Juli die Räumung des Schlosses auch durchsetzen.“

Von Ilka Fischer

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