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Authausener in großer Sorge um ihren Pfarrer: Muss Andreas Ohle gehen?

Schilder-Aktion Authausener in großer Sorge um ihren Pfarrer: Muss Andreas Ohle gehen?

Die Authausener haben Angst, dass sie Pfarrer Andreas Ohle schneller verlieren, als es im Rahmen der anstehenden Kirchenreform im Gespräch ist. Gerüchte, dass Ohle bereits im April geht, weist Superintendent Imbusch zurück. Es laufen Diskussionen, sagt er, aber Entscheidungen seien überhaupt noch nicht gefallen.

Die Forderung ist eindeutig.

Quelle: Steffen Brost

Authausen. Die Forderung steht unübersehbar auf drei großen Schildern, jeweils an den Ortseingängen von Authausen: Lasst unseren Pfarrer im Dorf, heißt es in gelben Lettern. Ein Slogan, der zweifelsohne Fragen aufwirft. Die Botschaft scheint aber klar: Die Authausener haben Angst, ihren Pfarrer zu verlieren. 2015 hat die Synode des Kirchenkreises Torgau-Delitzsch dem zuvor heftig diskutierten Stellenplan für Kirchenbeschäftigte zugestimmt und damit einen Stellenabbau von 30 Vollzeit- auf nur noch 19 Beschäftigte bis zum Jahr 2035 beschlossen. Hintergrund dafür ist der drastische Mitgliederschwund: Prognosen zufolge verliert der Kirchenkreis in den nächsten 20 Jahren etwa die Hälfte seiner jetzt knapp 21 500 Mitglieder. Inhalt des Papiers ist, dass sich künftig mehr Landgemeinden einen Pfarrer teilen müssen. Laut Stellenplan sollen perspektivisch so die Pfarrbereiche Sprotta und Authausen zu einem zusammengeführt werden.

Kommt das jetzt schneller als gedacht? Laut Beschluss der Synode sei für Ohle bereits am 1. April Schluss in Authausen, so die Nachricht, die die rund 870 Gemeindemitglieder in diesen Tagen mächtig aufbringt. Ohle ist sehr beliebt, er habe mit seiner begeisternden Art die Gemeinde intensiv begleitet, Projekte für Kinder und Jugendliche angeschoben, Ehrenamtler für die Kirchenmusik gewonnen, das Baugeschehen zur Erhaltung der Kirchen angekurbelt – und noch viel mehr. All das wäre mit einem Schlag vorbei.

Gespräche laufen – Entscheidungen stehen noch aus

Für Mathias Imbusch, Superintendent des Kirchenkreises Torgau-Delitzsch, ist in diesem Fall die Kommunikation „aus dem Ruder gelaufen“. Er macht keinen Hehl daraus, dass er die jetzt erfolgten Reaktionen für „überzogen“ hält. Fakt sei, dass die Entsendungszeit von Pfarrer Andreas Ohle zum 31. März endet. Vergleichbar, so Imbusch, sei diese Phase mit einer Probezeit, die jeder Pfarrer durchläuft. Ist diese vorbei, sei es ein normales Prozedere, dass verschiedene Einschätzungen eingeholt werden, dann entscheide die Landeskirche über die Anstellungsfähigkeit. Das ist in diesem Fall geschehen. „Zum 1. April kann sich Andreas Ohle auf jede freie Pfarrstelle in unserer Kirche oder im Kirchenkreis bewerben“, so Imbusch. Dass Authausen ab 1. April ohne Ohle auskommen muss, stehe nicht zu Debatte.

Gespräch mit Superintendent im März

Direkte Kontakte zwischen dem Gemeindekirchenrat und Imbusch hat es zu diesem Thema nicht gegeben. Einer kurzfristigen Einladung zur Sitzung des Gemeindekirchenrates konnte der Superintendent in dieser Woche nicht folgen, für März gibt es jetzt einen Termin. Imbusch betonte, dass er daran interessiert sei, die Situation zu deeskalieren. An der Person von Andreas Ohle halte er fest: „Ich möchte, dass er bei uns im Kirchenkreis bleibt.“ Ob das auch in Authausen sein könne, ließ Imbusch offen. „Wir befinden uns derzeit sehr wohl in der Diskussion. Gespräche laufen hinsichtlich Sprotta und Authausen wie auch zu Eilenburg und Bad Düben. Es ist aber keine Entscheidung gefallen und es ist nicht klar, wann diese fällt“, stellt Imbusch klar, ohne Details zu nennen. Letztlich entscheide die Synode.

Der Gemeindekirchenrat will jetzt Unterschriften sammeln. Er steht hinter seinem Pfarrer. Das freut Ohle. Zu den Diskussionen äußern möchte er sich nicht.

Von Kathrin Kabelitz

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