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Authausenerin bringt armen Kindern in Kambodscha das Nähen bei

Authausenerin bringt armen Kindern in Kambodscha das Nähen bei

Die Koffer sind gepackt: In den nächsten Tagen wird Nancy Schneider Deutschland für vier Wochen verlassen. Die ehemalige Authausenerin - ihr Vater ist Bürgermeister Lothar Schneider - fliegt nach Kambodscha in Südostasien, wird dort in einer der ärmsten, aber auch gefährlichsten Regionen Kindern das Nähen beibringen.

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Eine Kiste mit gespendeten Kindersachen, die Nancy Schneider von einer Freundin aus Pressel erhielt, nimmt sie mit auf ihre Reise nach Kambodscha.

Quelle: Nico Fliegner

Authausen. Dieser Tage kam die Familie in Authausen noch einmal zusammen - vier Wochen sind schließlich eine lange Zeit.

Für die 35-Jährige, die mittlerweile in Berlin lebt, ist das Ganze ein spannendes Projekt. "Ich war 2006 schon mal dort. Kambodscha hatte bei mir ein eigenartiges Gefühl hinterlassen. Dort herrscht krasse Armut. Irgendwie ließ mich der Gedanke nicht mehr los, dass ich da nochmal hin muss."

Da kam das KJP-Programm des Bundes für internationale Jugendarbeit wie gerufen. Es zielt auf internationale Begegnungen zwischen jungen Menschen und den Austausch der Kulturen ab. Von einer Freundin aus Leipzig sei sie darauf aufmerksam gemacht worden. Träger des Programms ist das Amt für Jugend, Familie und Bildung in Leipzig. Nancy stellte den Kontakt her und wird nun als Gruppenleiterin mit 10 Studenten und Auszubildenden aus Leipzig in das ferne Land reisen, in dem 200 Schüler der Angkor-Thom-Junior-High-School in der Provinz Siem Reap in freudiger Erwartung auf die Deutschen sind. Denn die Kinder wissen: Bildung ist ihre Zukunft, um der Armut zu entfliehen. Eigentlich sind an der Junior-High-School auch Ferien. Aber die Jungen und Mädchen gehen lieber in die Schule, nutzen das Workcamp-Angebot, statt auf dem Reisfeld zu schuften. Von den Studenten bekommen sie unter anderem Englisch beigebracht. Ganz wichtig auch: der Nähunterricht. Im November 2012 ist damit begonnen worden, eine kleine Nähschule für junge Frauen aufzubauen. Sie werden zu staatlich geprüften Näherinnen ausgebildet - ein Gebiet, auf dem sich Nancy Schneider bestens auskennt. Denn Nähen war schon in ihrer frühesten Jugend ein Hobby. "Ich bin ja ein kleiner Mensch. Da passen nicht immer alle Sachen."

Nach ihrem Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaften orientierte sich die junge Frau noch einmal völlig neu, lernte den bodenständigen Beruf der begleitend-technischen Assistentin an der Akademie für berufliche Bildung in Dresden, machte den besten Abschluss ihres Jahrgangs. Danach war sie bei einem Designer tätig. In ihrem Job überwacht sie die gesamte Produktionsstrecke in der Textilindustrie - von Entwürfen für ein Kleidungsstück bis zum fertigen Produkt. Doch die Branche beschreibt sie als "oberflächlich", mitunter werde viel Geld verbrannt, um neue Modelle zu entwerfen. Und wenn produziert wird, dann billig im Ausland. T-Shirts für einen Euro im Textildiscounter - das gehe gar nicht. 1,50 Euro Stundenlohn für Näherinnen ebenso wenig.

Nancy Schneider hat eine soziale Ader. Deshalb zieht es sie in Länder, in denen Armut herrscht - ihr ganz persönlicher Beitrag für eine vielleicht bessere Welt. Gute Kontakte pflegt sie inzwischen zum Verein Hilfe für Kinder in Kambodscha, der sich für die Schule mit integriertem Internat, an der sie jetzt tätig sein wird, engagiert.

Dass das Land Kambodscha nicht gerade ungefährlich für Ausländer ist, stört sie weniger. "Da macht sich meine Omi schon mehr Gedanken, vor allem auch wegen des langen Fluges", erzählt sie. Über zehn Stunden dauert dieser ab Frankfurt/Main. Doch die Strapazen und Risiken werden wohl schnell verfliegen, wenn sie in die Augen der hoffnungsvollen Jungen und Mädchen blickt. "Mir ist wichtig, mein Wissen weiter zu geben und das Bewusstsein zu haben, etwas wirklich Wichtiges zu tun."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.07.2014
Nico Fliegner

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