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Azubi-Tag im Dübener Heide Spa

Azubi-Tag im Dübener Heide Spa

Einmal Chef spielen. Diese Chance hatten Auszubildende jetzt im Heide Spa. Seit vier Jahren organisiert das Haus einen Tag der Auszubildenden. Im Küchen- und Servicebereich tanzen dann sämtliche Mitarbeiter nach der Pfeife der Jungspunde.

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Die Koch-Azubis Vanessa Brasas, Steve Müller und Felix Irmer (von links) waren die Chefs in der Küche und zauberten das Drei-Gänge-Menü für die Gäste.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Und das mit ernstem Hintergrund.

 

 

"Aktuell haben wir je drei Auszubildende als Koch in der Küche und im Servicebereich des Restaurant. Sie alle sollen an diesem Tag große Verantwortung tragen und zeigen, was sie können und bislang gelernt haben", sagte Reiner Heun, Geschäftsführer der Kurbetriebsgesellschaft Dübener Heide.

Die Planungen begannen bereits am Jahresanfang. Es galt, ein Motto zu finden, dazu die passende Dekoration und ein entsprechendes Menü. "Wir haben viel recherchiert und dabei auf die Region geschaut. Ziemlich schnell kamen wir auf die Person Martin Luther, der diese Gegend früher mit prägte. Nach langem Überlegen haben wir uns entschieden, Luthers Abendspeis' zu kredenzen", erzählte Koch-Azubi Steve Müller. Der 20-Jährige aus Pressel lernt Koch im dritten Lehrjahr und ist begeistert. "Ich wollte schon immer Koch werden und habe mich nach der Schule gleich um eine Lehrstelle gekümmert. Und da stand das Heide Spa als Ausbildungsstelle ganz oben. Ich bin sehr froh, dass sie mich damals genommen haben", so Steve.

Gemeinsam mit seinen Azubi-Kollegen Vanessa Brasas und Felix Irmer bastelte er ein passendes Menü zusammen. Als Vorspeise gab es die "Suben von Lombardey", eine Karotten-Käse-Suppe nach einem Rezept von Bartholomeo Scappi, dem Leibkoch von Papst Pius V.. "Wir haben herausbekommen, dass dieses Gericht bei Luther zu besonderen Anlässen gereicht wurde", erklärte Steve Müller. Als Hauptgang stand "Luthers Leibgericht - dreierlei Fleisch" aus Hähnchenkeule, Schwein und Rind mit den Gewürzen aus Frau Käthes Kräutergarten, an einer Traubensoße mit Erbsenbrei und Möhrenstückchen an Brotklößen und als Nachtisch Birne und Apfel mit Rosenpudding auf dem Tisch.

Den ganzen Tag über wurde in der Küche das Menü zubereitet. Zwar hatte der stellvertretende Küchenmeister Marco Wagner immer einen Blick auf den Nachwuchs, doch eingreifen musste der Chef nicht. "Die haben das ziemlich ordentlich gemacht", lobte er. Am Abend gab es dann den Höhepunkt. In der Mühlenstube wurde das Mahl zahlenden Gästen serviert. Zuvor hatten die Service-Azubis den Gastraum passend zum Thema dekoriert und Karsten Pietsch umrahmte als Hieronymus Lotter den Abend mit Anekdoten rund um den Reformator.

Für Reiner Heun war es ein gelungenes Thema. "Diesen Azubi-Tag wollen wir auch in Zukunft fortsetzen, damit der Nachwuchs beweisen kann, was er alles kann", so Heun. Trotz allem Positiven, der Kurdirektor sieht auch die aufkommenden Sorgen. "Vor zehn Jahren hatten wir jede Menge Bewerber auf unsere Stellen. Heute meldet sich kaum noch einer auf unsere Ausschreibungen", weiß Heun um die Problematik. Seit 2000 wird im Heide Spa in den drei Bereichen Küche, Service und Hotel ausgebildet. Durchschnittlich sechs junge Menschen begannen seitdem jedes Jahr eine Lehre im Heide Spa. Den Grund für den Rückgang sieht Heun zum einen in den unattraktiven Arbeitszeiten am Abend oder an den Wochenenden.

Um dem Negativ-Trend entgegenzuwirken, versucht das Heide Spa seit Jahren, attraktive Ausbildungen zu organisieren. So schickt das Haus seine jungen Leute zum Erfahrungsaustausch zu Partnerunternehmen nach Frankreich und England, organisiert Rafting, Hochseilgartenausflüge und vieles mehr, um die Jugendlichen an. Sollte es in diesem Jahr nicht gelingen, die Ausbildungsplätze zu besetzen, muss Heun auf ein EU-Förderprogramm hoffen. In der spanischen Provinz Katalonien herrscht hohe Arbeitslosigkeit. Das EU-Programm sieht vor, 18 bis 30 Jahre alte Arbeitslose zur Ausbildung nach Deutschland zu holen. "Wir sind im Förderprogramm mit zwei Stellen drin. Mal sehen ob bei uns jemand ankommt", so Heun.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.04.2014
Steffen Brost

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