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Bad Düben Bad Düben: Förderverein soll ganze Pfarrstelle sichern
Region Bad Düben Bad Düben: Förderverein soll ganze Pfarrstelle sichern
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17:00 17.09.2017
Vikar Stephan Hoberg ist ins Eilenburger Pfarrhaus eingezogen. Quelle: Wolfgang Sens
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Bad Düben

„In die Kurstadt gehört ein Pfarrer.“ Christian Melzer brachte am letzten Sonntag im Gottesdienst – mit Kurrende aber ohne Pfarrer – das Dilemma der Dübener Gemeinde auf den Punkt. Für den früheren Chefarzt am Dübener MediClin-Waldkrankenhaus steht fest: „Mit einer halben Pfarrstelle ist Bad Düben nicht geholfen, einen Menschen kann man nicht halbieren.“

Erste Zusagen von Dübenern liegen vor

Jetzt will der Gemeindekirchenrat herausfinden, wie viele Bürger ebenfalls nicht auf ihren Pfarrer für Bad Düben und das Kirchspiel Tiefensee verzichten wollen. Der Rat lädt zum Info-Abend am ein. Hier soll eine spannende Alternative zur Stellenkürzung erklärt werden: Ein Förderverein, der jährlich Spenden sammelt, könnte für eine ganze Dübener Pfarrstelle sorgen. „Das ist nicht utopisch – es gibt in der Landeskirche Beispiele, wo genau das funktioniert“, sagt Wolfgang Rieger, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. So wird am Info-Abend unter anderem das Modell Jena vorgestellt, wo seit 1998 ein Förderverein die Pfarrstelle sichert.

Einige engagierte Kurstädter haben auch schon zugesagt, im Förderverein mitzuarbeiten. Nun muss in den nächsten Wochen geklärt werden, wieviel Dübener mit Kleinspenden oder größeren Beträgen den Förderverein für eine lebendige Gemeindearbeit tragen würden. Die Details dazu sollen am Montag erläutert werden.

Schorlemmer unterstützt Anliegen

Rückenwind für die Dübener kommt unverhofft auch von den beiden Theologen Christian Wolff und Friedrich Schorlemmer. Beide haben mit ihrem Memorandum „Reformation in der Krise“ die Mangelverwaltung in der Kirche kritisiert. Glaube brauche Beheimatung und intakte Gemeinde vor Ort: „Denn eine Kirche, die nur noch sich selbst verwaltet, verwaltet am Ende nichts mehr“, sagt Schorlemmer. Er unterstützt das Dübener Anliegen. „Das Bad Düben keinen eigenen Pfarrer hat, ist ein Skandal. Dass kann die Gemeinde nicht hinnehmen“, so der Wittenberger Theologe auf Anfrage.

Vikar Hoberg ab 1. Oktober im Dienst

Der aktuelle Stand ist: Die Gemeinden Bad Düben und Eilenburg haben laut Stellenplan des Kirchenkreises jeweils nur Anspruch auf einen halben Pfarrer. Bad Düben und Eilenburg haben ihre halbe Stelle ausgeschrieben – bislang ohne Erfolg. Nun soll der 29-jährige Stephan Hoberg bis 31. März als Sondervikar die Lücke in Eilenburg und Düben schließen (LVZ berichtete). Ins Eilenburger Pfarrhaus ist er bereits eingezogen. Zum ersten Mal im Gottesdienst ist Hoberg am 1. Oktober zu erleben: Um 9 Uhr in Eilenburg und um 10.30 Uhr in Bad Düben.

Von maj

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