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Bad Düben Bad Düben: Nitrat-Gehalt im Grundwasser zu hoch
Region Bad Düben Bad Düben: Nitrat-Gehalt im Grundwasser zu hoch
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21:35 28.08.2018
Zahlreiche Besitzer von Hausbrunnen ließen im Juli bei den Experten am Umweltmobil in Bad Düben ihr Brunnenwasser testen. Quelle: Archivfoto: Steffen Brost
Bad Düben

Großer Andrang herrschte Ende Juli, als Experten des Vereins zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse (VSR-Gewässerschutz) in Bad Düben Brunnenwasser testeten. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Demnach sind die Nitratwerte im Grundwasser viel zu hoch, wie Projektleiter Harald Gülzow vom Gewässerschutz mitteilte: „In jeder vierten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter.“ Gemeinsam mit Lina Remme, Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst, hatte Gülzow insgesamt 86 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen aus dem Raum Bad Schmiedeberg, Doberschütz, Eilenburg, Löbnitz, Gräfenhainichen und Bad Düben für die Untersuchung entgegen genommen.

Intensive Landwirtschaft als Grund für hohe Belastiung

Ein Grund für die hohen Belastungen, so die Experten, sei die intensive Landwirtschaft. Diese habe sich in den letzten zehn Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig konnte die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft – der ökologische Landbau – kaum wachsen. Hier müssten vor allem die Verpächter handeln, fordern die Gewässerschützer. Sie raten Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 213 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Jesewitz. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Wöllnau mit 116 Milligramm pro Liter (mg/l), in Pristäblich mit 159 mg/l, in Wellaune mit 126 mg/l, in der Waldsiedlung von Bad Düben mit 97 mg/l, in Löbnitz mit 116 mg/l und in Söllichau mit 101 mg/l fest.

Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig sei außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es bestehe die Gefahr, so Gülzow, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbene Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Nitratbelastetes Grundwasser führt zudem beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung.

Ökologische Produkte immer stärker gefragt

Der VSR-Gewässerschutz begrüße, dass ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer stärker gefragt sind: Der ökologische Landbau habe weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt, auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger werde verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung steht.

Jahrzehntelang haben die landwirtschaftlichen Verbände darauf hingewiesen, dass sie produzieren, was die Bürger kaufen. Damit haben sie den Einkäufer für die Grundwasserbelastung verantwortlich gemacht. Viele Bürger ernähren sich heute jedoch anders als vor 20 Jahren. Es werden wesentlich mehr ökologische Produkte gekauft. Deswegen sei es an der Zeit, dass der ökologische Landbau stärker gefördert wird. Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche Flächen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten.

Bürger können dem Verein eine Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen möchten, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind. www.vsr-gewässerschutz.de/analyse

Von LVZ

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