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Bad Düben Bad Düben: Ortsschild wirbt seit Freitag als „Arteserstadt“
Region Bad Düben Bad Düben: Ortsschild wirbt seit Freitag als „Arteserstadt“
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13:20 30.06.2017
Neue Hingucker am Ortsschild. Quelle: Foto: privat
Bad Düben

Ein Schildbürgerstreich in Bad Düben? Seit Freitag Vormittag werden Autofahrer auf der B2 von Leipzig kommend am Ortseingangsschild mit der blauen Zusatztafel „Arteserstadt“ empfangen. Zusätzlich weist ein grünes Schild darauf hin, dass Düben Ausrichter des 8. Sächsischen Wandertages im September diesen Jahres ist. Aber wer steckt hinter der ungewöhnlichen Aktion?

Bis zu 13 Brunnen gab es – 1974 war Schluss

Fakt ist, dass Bad Düben von 1898 an bis in die 1970er Jahre hinein eine Vielzahl artesischer Brunnen besaß – also Wasserstellen, wo der Druck des Grundwassers so groß ist, dass es ohne Pumpen an die Erdoberfläche steigt. Bis zu 13 solcher Brunnen gab es im Dübener Stadtgebiet, an denen sich die Einwohner auch ihr Wasser für zuhause holten. Mit der Modernisierung des Trinkwassernetzes und der Senkung des Grundwasserspiegels durch die Braunkohlenförderung in den Tagebauen rund um Bitterfeld versiegten die artesischen Brunnen nach und nach. Bis es 1974 gar keinen Brunnen mehr gab.

Der erste Brunnen, der seit 2008 wieder sprudelt, befindet sich in der Pfarrhäuser Straße in der Dübener Altstadt. Quelle: Nico Fliegner

Erst 2008 sprudelte es in Düben wieder

Erst nach der Wende machte sich eine kleine Gruppe von Heimatfreunden sowie später die FDP-Ortsgruppe für die Wiederbelebung der Wasserquellen stark. Ihre Argumentation: Natürliche Wasserquellen würden gut zum Kurstadt-Charakter Dübens passen. 2008 konnte in der Pfarrhäuser Straße mit einer Bohrung in 67 Meter Tiefe erstmals wieder eine Wasserader erschlossen werden.

Heute gibt es immerhin drei öffentlich zugängliche artesische Brunnen in der Stadt: Neben der Quelle in der Pfarrhäuser Straße sprudelt das Wasser auch auf dem Firmengelände von Profiroll und im Ortsteil Schnaditz. Hinzu kommen zwei Brunnen auf Privatgelände. Auch vor dem Naturparkhaus könnte künftig ein weiterer Brunnen hinzukommen.

Dürfen die Schilder hängen bleiben?

Offenbar soll mit der neuen Schilder-Werbung an der B2 kurz vor der Muldebrücke jetzt noch einmal auf die Besonderheit in der Kurstadt hingewiesen werden. Ob die Tafeln allerdings dauerhaft hängen bleiben dürfen, oder ob die Aktion als Schlag ins Wasser endet, bleibt offen. Normalerweise dürfen laut Straßenverkehrsordnung nicht einfach so Zusätze an Ortsschildern angebracht werden.

Von Olaf Majer

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