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Bad Düben bekommt 2010 ein Bürgersolarkraftwerk

Bad Düben bekommt 2010 ein Bürgersolarkraftwerk

Der Ökologische Beirat der Stadt Bad Düben zog Jahresbilanz. Neben zahlreichen Veranstaltungen zum Thema erneuerbare Energien und wie die Kurstädter diese optimal nutzen können, hat der Öko-Rat Bad Düben wiederholt fit gemacht für den European Energy Award (Europäischer Energiepreis), den die Kommune in diesem Jahr überreicht bekam (wir berichtetem).

Bad Düben. Im neuen Jahr soll wiederum die Gründung eines Bürgersolarkraftwerks Priorität haben.

„Das Echo war gut, viele Bürger haben unsere Informationsveranstaltung besucht und sich bereits in eine Liste eingeschrieben“, erklärte Günter Dietzsch vom Öko-Rat zum neuen Schwerpunktthema Bürgersolarkraftwerk. Denn ohne die Kurstädter oder andere interessierte Leute funktioniert ein solches Vorhaben nicht.

Für das neue Jahr sind derweil die Ziele abgesteckt: Der Öko-Rat und die Stadtverwaltung wollen die Idee des Bürgersolarkraftwerks in die Realität umsetzen. „Ich hatte dazu ein Gespräch mit unserer Bürgermeisterin. Und wir sind überein gekommen, dass wir eine vorhandene Gesellschaft in der Stadt dafür nutzen wollen“, sagte Dietzsch. Damit könnte man den gesamten Gründungsprozess umgehen. Die Gesellschaft würde dann als Investor auftreten und entsprechende Anteilsscheine an die Bürger, die sich am Solarkraftwerk beteiligen wollen, ausgeben. Beteiligen könne man sich mit mindestens 500 Euro Einlage. Nach oben hin solle allerdings eine Grenze festgelegt werden. Ziel sei es, so viele Bürger wie möglich zu gewinnen. Denn dann stünden auch die Chancen auf eine staatliche Förderung äußerst gut, weiß Dietzsch, der bereits enge Kontakte zur Sächsischen Energieagentur (Saena) pflegt. „Die Saena hat bereits signalisiert, dass sie uns unterstützen will“, so Dietzsch weiter. Überhaupt habe sich die Agentur „sehr angetan“ gezeigt, „mit welchem Engagement“ sich Bad Düben dem Thema erneuerbare Energien widme. „Der Kontakt ist da und die Nutzung einer vorhandenen Gesellschaft die beste und schnellste Lösung“, sagte der Öko-Experte, ließ aber offen, welche städtische Gesellschaft das Bürgersolarkraftwerk stemmen wird. Dazu würden Gespräche andauern, hieß es.

Das Bürgersolarkraftwerk würde etwa 100000 Euro kosten. Errichtet würden Photovoltaikanlagen, die das Sonnelicht einfangen und in Strom umwandeln. Den verkauft das Kraftwerk an einen Energiedienstleister, der abnahmepflichtig ist, und kassiert eine auf 20 Jahre festgeschriebene Vergütung. Zuletzt lag diese bei 43 Cent pro Kilowattstunde produzierten Strom. „Auch wenn dieser Wert im nächsten Jahr sinkt, wird das Bürgersolarkraftwerk immer noch rentabel sein“, so Dietzsch weiter. Denn die Preise für die Anlagen seien gefallen, weil der Markt hart umkämpft ist.

Unterdessen habe auch die Nutzung der Erdwärme  zunehmend das Interesse von Grundstücksbesitzern in der Region geweckt, weiß Brunnenbaumeister und Mitglied im Öko-Rat der Stadt Werner Engelmann. Erst jüngst zum Leiter der Landesfachgruppe für Brunnenbau und Geothermie des sächsischen Baugewerbeverbandes ernannt, hat Engelmann einen tiefen Einblick in die Thematik. „Der Boom der Erdwärmebohrungen wird auch künftig anhalten“, sagte der Experte. Besonders effektiv seien Bohrungen, bei denen der Erde in bis zu etwa 90 Metern Tiefe die Wärme entzogen werde. Je eingesetztem Kilowatt gebe das Erdreich 3,5 Kilowatt Heizwärme dazu. Damit sparten Hausbesitzer enorme Energiekosten.

Allerdings haben sich aber insbesondere für die Stadt Bad Düben die Richtlinien verschärft. Erdwärmebohrungen sind seit diesem Jahr nicht mehr überall möglich, da viele Bereiche Grundwasserleiter tangieren. Betroffen sind Teile der  Innenstadt, der Hammermühle und des Alaunwerks. Wo vorher Bohrungen möglich waren, sind sie es jetzt nicht mehr, was oftmals Unverständnis hervorruft. Das Landratsamt  Nordsachsen lehnt immer mehr Anträge ab und beruft sich auf das Sächsische Landesamt für Geologie in Freiberg als zuständige Fachbehörde. Alternativen sind dann Erdwärmekollektoren oder Luftwärmepumpen.

Doch egal, welche Art, „äußerst wichtig für den Wirkungsgrad ist eine fachmännische Ausführung“, erklärte Engelmann. Er rät, ausschließlich auf Innungs- und Meisterbetriebe zu setzen. Gerade beim Thema Erdwärmebohrung käme es auf jahrzentelange Erfahrung an. „Unfachmännisch verpresste Bohrlöcher können noch nach Jahren zu Setzungsrissen an Gebäuden führen“, sagte er.

Innnungsbetriebe in und um Leipzig

Nico Fliegner

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