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Bad Düben Bad Düben bekommt eine Junior-Akademie
Region Bad Düben Bad Düben bekommt eine Junior-Akademie
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00:34 08.04.2018
Der Hörsaal im alten Gymnasium in Bad Düben. Quelle: Gisbert Helbing
Bad Düben

Die Stadt Bad Düben bekommt nicht nur ein neues Evangelisches Schulzentrum, sondern eine Junior-Akademie und eine Schüler-Uni gleich noch hinzu. Das zumindest ist das ambitionierte Ziel von Lehrer-Team und Trägerverein. Wie das Ganze funktionieren könnte, hat Alexander Schleichardt, Lehrer für Technik und Computer und seit dem Schuljahr 2016/17 am Schulzentrum, zusammen mit seinen Kollegen in den letzten Wochen als Ideenpapier zusammengetragen. Mit der Schüler-Uni an einer Schule dürften die Dübener deutschlandweit Neuland betreten, bisher sind solche Bildungsangebote nur von Universitäten, Fakultäten oder Hochschulen bekannt.

Hörsaal existiert bereits

Im Hörsaal sitzen, einem Dozenten lauschen, eifrig mitschreiben oder Notizen in den Laptop tippen – was nach einem Studenten-Alltag klingt, könnten die Schüler der 10. bis 12. Klasse bereits in ihrer Schulzeit in ihrer Schule erleben. Baulich bietet das ehemalige Gymnasium in der Durchwehnaer Straße, das ab Ende März zum modernen Schulzentrum umgebaut werden soll, beste Bedingungen. Es hat sogar, was andere Schulen nicht haben – einen Hörsaal, der nicht nur so heißt, sondern auch so aussieht und in dem rund 370 Zuhörer Platz haben. Theoretisches Arbeiten, bei dem die Schüler Themen komplexer angehen, steht im Vordergrund. Dozenten, beispielsweise der Hochschule für Wissenschaft und Kultur in Leipzig, sollen dabei helfen, wenn sich die Schüler mit Problematiken wie Verkehrsplanung einer Region oder Müllsammlung beschäftigen. Kompetenzen aneignen und als Teams entwickeln, die Berufsorientierung vertiefen, Vorbereitung aufs Studium – das sind nur einige Ziele, die die Initiatoren dabei im Fokus haben.

Start im Schuljahr 2018/19

Genau genommen ist das aber erst Etappe zwei. Die Schüler-Uni folgt der Junior-Akademie, die für die Sechst- bis Neuntklässler entwickelt werden soll. „Wir wollen mit dem Aufbau ab dem Schuljahr 2018/2019 beginnen“, sagt Alexander Schleichardt. Derzeit sind die Initiatoren auf der Suche nach Kooperationspartnern und Sponsoren. Möglichst viele sollen ins Boot geholt werden, um möglichst vielfältige Angebote machen zu können. Anliegen, so der 32-Jährige, sei, Betriebe und Partner zu finden, bei denen die Schüler ihre Neigungen unter Anleitung von Experten vertiefen können, beispielsweise bei Profiroll oder in der Seilerei Voigt. Für beide Seiten eine win-win-Situation. Die Schule biete den Schülern etwas, die Betriebe können etwas für die Nachwuchsgewinnung tun. Geplant sei auch, die Praktika-Wahl in den 9. und 10. Klassen künftig systematisch anzugehen. Bis jetzt suche sich jeder Schüler seinen Praktikumsplatz noch individuell.

Alexander Schleichardt (32) erarbeitet das Konzept für Schüler-Uni und Junior-Akademie am Evangelischen Schulzentrum Bad Düben. Quelle: Kathrin Kabelitz

Die Schule biete aber künftig nicht nur das MINT-Profil – also in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, sondern wolle auch Angebote in sozial-diakonisch-evangelischer sowie musisch-künstlerischer Richtung bieten. Auch das soll sich in der Junior-Akademie widerspiegeln. Alexander Schleichardt denkt dabei an Partner wie Kunsthandwerker, Kurrende, Ateliers, Zeitung oder Rundfunk.

Suche nach Kooperationspartnern

Die Idee hinter alldem ist eigentlich ganz einfach. Learning by doing oder frei übersetzt: Man lernt am besten, in dem man es tut. Schüler, die über den Unterricht hinausgehende Interessen haben, sollen die Möglichkeit haben, ihre Kenntnisse mit Workshops, Werkstätten zu vertiefen und an Projekten zu arbeiten. Inspirationen für die Junior-Akademie holten sich die Bad Dübener unter anderem in Bochum, die Schüler-Uni brachten sie selbst auf den Weg.

All das ist zwar noch Zukunftsmusik, aber hinter den Kulissen laufen die Bemühungen um Stiftungsgelder, Sponsoren und Kooperationspartner. Die Initiatoren jedenfalls sind optimistisch, wollen mit beiden Institutionen nicht nur ein Bildungsangebot für die Schule, sondern darüber hinaus auch die gesamte Region schaffen.

Von Kathrin Kabelitz

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