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Bad Düben bekommt einen neuen Hort – Leipziger Architektenbüro stellt Entwurf vor

Sonderstadtrat Bad Düben bekommt einen neuen Hort – Leipziger Architektenbüro stellt Entwurf vor

Bad Düben bekommt einen neuen Hort. Und was für einen. Aus vier Vorschlägen hatte die Jury den Entwurf vom Leipziger Architekturbüro Stelzel als Vorschlag herausgefiltert, der bis 2019 umgesetzt werden soll. Der Stadtrat musste am Donnerstag in einer Sondersitzung für die Vergabe der Generalplanungsleistung entscheiden – und er hat sich einstimmig für den innovativen Bau entschieden.

Blick in den Innenraum des Hortes

Quelle: Marco Stelzel

Bad Düben. Beifall während einer Stadtratssitzung. Das gibt es nicht allzu oft. Am Donnerstagabend gab Marco Stelzel vom Büro Architekten & Ingenieure GmbH Anlass dazu mit der Vorstellung eines Projektes, das noch in diesem Jahr starten soll – der Neubau des Hortes an der Heide-Grundschule in Bad Düben. Der Stadtrat hatte in einer Sondersitzung darüber zu entscheiden, ob das Leipziger Architekturbüro, das in der Kurstadt übrigens auch schon in Sachen Evangelisches Schulzentrum und Ölmühle aktiv ist, die Generalplanungsleistung für das Vorhaben erhält. Mit dem einstimmigen Beschluss folgte das Gremium dem Vorschlag der elfköpfigen Jury, die in der Vorwoche an zwei Tagen vier Projektvorschläge bewertete und sich für einen entschied. Die Leiterinnen des Hortes, Susanne Kleinstück, und der Grundschule, Sylvia Krause, gehörten neben Vertretern der Verwaltung, der Oberschule, der Elternschaft, des Stadtrates und der Awo dazu. Es habe einen eindeutigen Favoriten gegeben, „der unseren Vorstellungen und den Vorgaben am allernächsten kam“, so Krause. Die Bedingungen: ein fraktaler Bau, der Raum als dritter Pädagoge, die Einbindung in den bereits vorhandenen Schulcampus.

Viel Holz soll eingebaut werden

„Weil das Vorhaben so komplex ist, haben wir uns entschieden, eine Generalplanungsleistung auszuschreiben. Nach dem NaturSportBad ist das die zweite“, sagte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Was werden soll, stellte Marco Stelzel nun vor. Vereinfacht ausgedrückt hätten er und seine Kollegen einen Kreis zerteilt, die Abschnitte verschoben und wieder neu zusammengefügt. Entstanden ist ein durch eine Holzkonstruktion und große Fensterflächen geprägter, zweigeschossiger Bau, der angebaut an der östliche Schul-Seite Platz für einzelne Bereiche wie Lernen, Spielen, Kreativsein und Mehrfachnutzung schafft. Das Erdgeschoss ist multifunktional nutzbar, von dort aus gelangen die Kinder in den kreativen Spielbereich und nach draußen ins Grüne. Im Obergeschoss finden Ruhe- und Lernzone ihren Platz. Jedem Funktions-Bereich sind einzelne Sozial- und Sanitärräume zugeordnet. Ein Fakt, mit dem die Planer einen gewissen Lerneffekt bei den Kindern erzielen und deren Eigenverantwortung fördern wollen. Verbaut wird viel Holz. „Holz schluckt und absorbiert den Schall und sorgt für ein warmes und angenehmes Klima“, so Stelzel. Das Highlight schlechthin sei die Gestaltung der Fluchttreppen. Kein von außen angebrachtes Stahlkonstrukt soll es sein, stattdessen eine Art Tribüne mit Treppenanlagen, ähnlich wie in einem Stadion, die für Aufführungen genutzt werden kann. Mit geplanter Wärmepumpen- und Fotovoltaiktechnik liege damit nicht nur ein innovatives sondern auch ökologisch stimmiges Konzept vor, zeigte sich Astrid Münster erfreut.

Eine Schule – ein Hort

Nachdem sich vor einiger Zeit abzeichnete, dass steigende Kinderzahlen und bestehende Kapazitäten ein Umdenken für Dübens Kitas erfordern, hatte es in puncto Neubau Diskussionen gegeben. Grund waren die enormen Kosten. Zudem ist der bestehende Hort auf zwei Einrichtungen – die Kitas „Spatzenhaus“ und „Märchenland“ – aufgeteilt. „Es war immer unser Wunsch nach einer Einrichtung an der Schule“, so Krause. Düben bekommt aus dem Paket Landesmittel des Förderprogramms „Brücken in die Zukunft“ 486 000 Euro. 40 Prozent sind aus dem Topf Stadtumbau Ost. Bleibt ein Eigenanteil von 1,3 Millionen Euro.

Bis 2019/2020 soll alles fertig sein

Wie geht es nun weiter? Bis Juni soll die Feinabstimmung zwischen Hort, Schule, Architekten und Verwaltung erfolgen, um den Entwurf zur Genehmigungsreife zu bringen. Im Winter starten die Ausschreibungen, im April/Mai 2018 dann die Bauarbeiten. Zum Schuljahr 2019/2020 ist der Einzug geplant.

Das Architekturbüro hat zu den Planungen ein kleines Video erstellt, das soll in Kürze auf www.baddueben.de zu sehen sein.

Von Kathrin Kabelitz

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