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Bad Düben Bad Düben bewirbt sich um Fördermillionen für Militärbrachen
Region Bad Düben Bad Düben bewirbt sich um Fördermillionen für Militärbrachen
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00:18 03.12.2016
Blick auf den Sportplatz in der Durchwehnaer Straße. Er könnte mit den Fördergeldern saniert werden. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Jetzt steht es fest. Bad Düben wirft sein Projekt „Integral – Städtebegegnung Dübener Heide“ in den Ring. In diesem Fall heißt dieser Ring „Förderprogramm für Brachflächen aus Konversionsmaßnahmen“, das die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) für 2017 angekündigt hat.

Einstimmig sprachen sich die Stadträte dafür aus, dass sich Bad Düben mit einem ehrgeizigen wie spannenden Projekt bewirbt, das die 11,1 Hektar große alte Militärbrache im Osten der Stadt völlig umkrempeln könnte. Die Aussichten, dass Bad Düben den Zuschlag bekommt, schätzt man allerdings selbst im Rathaus bei nur etwa 1:20 ein. „Doch das war bei Projekt NaturSportbad ja nicht anders“, verbreitete Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) Optimismus. Hier hatte die Stadt unter 1000 Bewerbern am Ende zu den 55 ausgewählten gehört.

Förderprogramm passt wie die Faust aufs Auge

Das Konzept, das die Stadt in den vergangenen Wochen auch mit tatkräftiger Unterstützung der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) für die Brache erstellt hat, passt auf die Förderbestimmungen wie die berühmte „Faust aufs Auge“. Es würde neben den rund zehn Millionen Euro, die vom evangelischen Schulträger für den Umbau des ehemaligen Gymnasiums aufgebracht werden müssen, bei einer 90-prozentigen Förderung weitere Investitionen in Höhe von 4,7 Millionen Euro in diesem Areal ermöglichen.

Was INTEGRAL bedeutet

Mit „Integral – Städtebegegnung Dübener Heide“ ist das Vorhaben betitelt, wobei Integral für Interaktiv, Natur, Theater, Erlebnis, Garten, Raum, Abenteuer und lebenslanges Lernen steht. Vier der fünf Wohnblöcke in der Durchwehnaer Straße würden danach einem abgeschlossenen und betreuten Abenteuerspielplatz zum Selberbauen weichen, die Küche zu einem multifunktionalen Objekt für Jugendpartys, Skaterbahn und Amphitheater umgebaut, die Drei-Felder-Turnhalle und der Sportplatz samt 400-Meter-Bahn saniert. Für den Bereich der Stadion-Tribüne und des ehemaligen Schwimmbades kann sich die Stadt zudem eine Garten- und Sinnesanlage mit Sport- und Spielgeräten für Erwachsene vorstellen. Bad Düben hat das Konzept nicht nur nach Bonn, sondern zusätzlich auch nach Dresden geschickt, da die Länder um eine Stellungnahme gebeten werden. Das kommt den Kurstädtern entgegen. Den letzten Anstoß, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen, der ja auch im Rathaus etliche Ressourcen bindet, habe schließlich ein recht positiv verlaufender Termin beim sächsischen Ministerium des Inneren gegeben, so die Stadtchefin.

Die Terminkette

Wie geht es nun weiter? Am 14. Februar 2017 tagt die Jury. Im März werden durch das Bundesumweltministerium die Sieger bekanntgegeben. Nach einem Feinschliff an den Siegerprojekten sollen im Juni die Fördermittelbescheide erteilt werden. Für die Realisierung bleibt dann bis 2021 Zeit.

Klappt das Ganze nicht, käme zumindest für den Abriss auch weiterhin das Programm zur Revitalisierung von Brachflächen in Betracht. „Zudem“, so Astrid Münster weiter, „können wir uns vorstellen, dass wir uns mit diesem Areal um den Status als neues Stadtumbaugebiet mit den entsprechenden Fördermöglichkeiten bewerben.“

Von Ilka Fischer

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