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Bad Düben Bad Düben darf das Geld der Amerikaner behalten
Region Bad Düben Bad Düben darf das Geld der Amerikaner behalten
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00:30 30.03.2018
Nichts geht mehr derzeit am Schloss Schnaditz. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Bad Düben

Der Kaufvertrag mit der Schloss Schnaditz GmbH wird rückabgewickelt, das Prozedere läuft bereits an. Nächste Woche gibt es den ersten Anwalts-Termin. Doch wie weiter? Im August 2014 hatte die Kommune Gebäude und Grundstück an die amerikanischen Investoren verkauft. 120 000 Euro für das Land und ein symbolischer Euro für das Schloss gingen im September bei der Stadt ein. Und dort bleibt es, wenn, wie in diesem Fall, die Investitionsverpflichtung nicht erfüllt und die Stadt bis zum 30. Juni ihren Rücktritt vom Vertrag erklärt. Nach diesem Termin – auch das ist im Kaufvertrag geregelt – hätte sie nur ein Wiederkaufsrecht.

Stadt hat kein ureigenes Interesse daran, Schloss zurückzubekommen

Jetzt gehe es zunächst darum, das Gebäude zurückzubekommen. Münster ist nicht sicher, ob dies ohne Probleme vonstatten geht. Ureigenstes Interesse der Stadt sei es nicht, das Schloss wieder in Besitz zu nehmen. „Wir wollen, dass die Investition und das Projekt, das uns vorgeschlagen wurde, umgesetzt wird.“ Wenn die Investoren dies nicht können, müsse die Stadt das Schloss zurücknehmen. „Wir können doch nicht ein Gebäude für einen Euro verschenken und dann sagen, es wird schon irgendwie werden“, sieht Münster die Stadt in der Pflicht.

Verträge seien aber auch dazu da, dass sie sich ändern könnten. Sollte wider Erwarten jetzt noch der Geldsegen kommen, müsste sie mit dem Stadtrat sprechen und prüfen, ob es möglich sei, den Vertrag erneut zu modifizieren und zeitlich zu strecken. Dazu sei die Zustimmung der Kommunalaufsicht nötig. „Ich werde nicht einfach glauben, dass das Geld da ist. Das muss nachgewiesen sein.“

Schlossherren wollen Gebäude ohne Papierkrieg übergeben

Schlossherrin Helga van Horn hatte von der Rückabwicklung des Kaufvertrages aus der Zeitung erfahren: „Wir sind dafür verantwortlich und suchen keine Entschuldigung. Wir haben der Stadt erklärt, dass wir das Schloss ohne Papierkrieg übergeben.“ Mit dem Schloss hatte Helga van Horn gemeinsam mit ihrem Sohn Nick große Hoffnungen und Wünsche verbunden, hatte auch für ihr Reisebüro große Pläne. Der Sohn wohnt vor Ort. Wie geht es für sie nun persönlich weiter? „Es war eine Geschäftsinvestition. Nick hatte mehr Hoffnung investiert als ich. Ihm imponierte das Schloss vom ersten Besuch an. Ich fand es am Anfang dunkel, kalt und ohne irgendwelche Atmosphäre. Mit der Zeit  änderte sich das aber. Ich liebe den Park, die Wiesen, die alten Bäume. Leider wurde er letztes Jahr etwas heruntergearbeitet mit Autoverkehr und den Verlust der Bäume, aber ich verstehe, dies war nötig. Mein Reisebüro hat genug zu tun, dafür brauchte ich das Schloss nicht. Außerdem waren die Hotelsuiten für später geplant.“ Alles in allem seien bisher mit dem Kauf und den Nebenkosten rund 350 000 Euro sowie 10 000 Euro in die Unterhaltung der Anlage geflossen. Woran ist das Ganze gescheitert? Helga van Horns Sicht dazu: „Es war nicht unsere Absicht, es zu dem kommen zu lassen. Aber als wir unseren deutschen Partner, der keinen Cent investiert hat und dann einen unserer amerikanischen Partner, der auch nichts investiert hat, verloren haben, waren wir nur noch zwei Partner. Nicht genügend, um die nötige Investition zu tätigen. Wir haben jetzt allerdings einen neuen Partner, der das Geld hat, alles zu sanieren, aber es war zu spät.“

Dass die Schnaditzer mit dem Verkauf des Schlosses auch viele Hoffnungen verbunden hatten, ist Helga van Horn bewusst: „Wir haben viele sehr nette und liebe Leute in Schnaditz kennengelernt und wünschen ihnen das Beste. Aber es gab auch einige, die sich freuen werden, ’ihr Schloss’ wieder für ihre Partys nutzen zu können.“

Von Kathrin Kabelitz und Ilka Fischer

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