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Bad Düben Bad Düben erinnert mit Sonderschau an den Dreißigjährigen Krieg
Region Bad Düben Bad Düben erinnert mit Sonderschau an den Dreißigjährigen Krieg
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00:29 25.05.2018
Reproduktion einer Postkarte: Original um 1929. Düben (Mulde), 1000 Jahrfeier, Festzugsgruppe: Gustav Adolf und Johann Georg 1631. Quelle: Quelle: Hühnels Postkartenverlag, Düben, Bestand Landschaftsmuseum
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Bad Düben

Knapp 20 Jahre ist Yvette Steuer Leiterin des Landschaftsmuseums Dübener Heide. Die Jahre 2018/2019 dürften dank der Neu-Konzipierung der Dauerausstellung und der Bauarbeiten auf dem Burggelände zu den besonderen in dieser Ära zählen. Im gleichen Atemzug aber ist für sie und ihre Mitarbeiter die Ausstellung zum 30-jährigen Krieg zu nennen, die vom 27. Mai bis 31. Oktober in Bad Düben zu sehen ist. „Je weniger Klingen – je größere Herzen. 400 Jahre Dreißigjähriger Krieg“ heißt der Zyklus, der am 5. Mai in Eilenburg eröffnet wurde. Weitere Ausstellungen unter verschiedenen Titeln gibt es zudem in Delitzsch, Taucha und Torgau.

Wissen für die Zukunft?

Bad Düben titelt seine Schau: Wissen für die Zukunft? „Der Titel setzt plakativ ein Fragezeichen. Im Sinne des Zitats des Schriftstellers Octavia Paz: ’Ich weiß nicht, ob die Geschichte sich wiederholt: Ich weiß nur, dass die Menschen sich wenig ändern’, stellt sich die Frage, ob und welches Wissen über Kriege, deren Ursachen und Verlauf der Menschheit zum Fortschritt verhilft“, so Yvette Steuer in einer Ankündigung zur Ausstellung.

Die Bad Dübener sind dabei, auch wenn Objekte aus dem 17. Jahrhundert kaum vorhanden sind, zudem das Museum seit August wegen Bauarbeiten geschlossen ist – die Schau wird deshalb im Naturparkhaus gezeigt. Anliegen des von Günter Tempelhof geleiteten Ausstellungsprojektes sei es, Facetten von Krieg ansatzweise und in Schlaglichtern zu beleuchten. Dieser lange dauernde Konflikt im 17. Jahrhundert dient als Folie, das System des Krieges skizzenhaft zu umreißen. So werden auch Exponate aus der Zeit von 1914 bis 1918 gezeigt.

Motto verdient die Betrachtung der vier Jahrhunderte bis zur Gegenwart

Das Gemeinschaftsprojekt hat sich dem Motto: „Gedenken, Erinnern, Aufrütteln“ verpflichtet. „Den Ausprägungen des Gedenkens wird deshalb besonderes Augenmerk gewidmet. „Dazu dient nicht nur die Fernsicht in die Historie vor 400 Jahren, denn dieses Motto verdient die Betrachtung der vier Jahrhunderte bis zur Gegenwart. Das lohnt sich, wie die aktuelle Weltgeschichte mit ihren Konflikten und Krisenherden, aber auch Versuchen von Annäherung und Versöhnung zeigt“, so Yvette Steuer.

Die Belastungen der Bevölkerung in Düben stehen bei der Darstellung des Dreißigjährigen Krieges im Mittelpunkt. Aufgrund der militärisch-strategisch günstigen Lage an der Mulde, in unmittelbarer Nähe zur Dübener Heide, waren Düben und Umgebung immer wieder Schauplätze für Plünderungen, Brandschatzungen und Verwüstungen.

Zahlreiche Leihgeber unterstützen die Ausstellung in Bad Düben

Das Bad Dübener Ausstellungsprojekt wird von zahlreichen Leihgebern unterstützt, beispielsweise vom Sächsischen Rot-Kreuz Museum im Erzgebirge, dem Kreismuseum Bitterfeld, dem Karl-Sudhoff-Institut in Leipzig und privaten Sammlern. Filmmaterial aus dem Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), welches Schussversuche mit rekonstruierten Waffen zeigt, lässt den Besucher erahnen, welche zerstörerische Kraft diese entwickeln. Auf der anderen Seite kann sich der Betrachter sein Bild von der gängigen Praxis der „medizinischen“ Versorgung im Felde machen. Zur Eröffnung wird Tempelhof einen Überblick zur Entstehung und Entwicklung der Kooperation verschiedener Museen geben.

Programm zur Ausstellung: Sonntag, 27. Mai, 15 Uhr: Ausstellungseröffnung; Freitag, 8. Juni, 19 Uhr: Referat und Gespräch mit Dr. Alexander Querengässer: Ausgeplündert und verheert – Das Leiden der Landbevölkerung im 30-jährigen Krieg; Freitag, 17. August, 19 Uhr: Referat und Gespräch: Militärmedizin – Versorgung im Felde; Freitag 7. September, 19 Uhr: Referat und Gespräch: Günter Tempelhof – Der Leichenkondukt Gustav II. Adolf, Sonntag, 28. Oktober, 15 Uhr: Abschlussveranstaltung – Dr. Alexander Querengässer: Die Feldherren des 30-jährigen Krieges als Kriegsunternehmer und Profiteure (Referat und Gespräch)

Von Kathrin Kabelitz

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