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Bad Düben Bad Düben hat sich für das Völkerschlacht-Jubiläum gewappnet
Region Bad Düben Bad Düben hat sich für das Völkerschlacht-Jubiläum gewappnet
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15:35 19.05.2015
Generalfeldmarschall Blücher, Buchautor Gerald Schmidt und Blüchers Stabschef August Neidhardt von Gneisenau (von links) schauen sich die Exponate der neuen Sonderausstellung "Blücher & Napoleon in Düben" an. Quelle: Steffen Brost

Und so traute sich auch Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher mit preußischen und französischen Soldaten zunächst zur kleinen Gedenkfeier ans Blücherdenkmal in die Gustav-Adolf-Straße. Das erinnert daran, dass sich in der Stadt vom 6. bis 9. Oktober 1813 das Hauptquartier Blüchers mit seiner schlesischen Armee befunden hatte. Auf Initiative des Heimatvereins konnten in den vergangenen Wochen die verwitterten Schriftplatten und das Konterfei Blüchers erneuert werden (wir berichteten). "Die Bronzeplatten waren dermaßen vom Wind und Wetter angegriffen, dass man den Schriftzug nur noch erahnen konnte. Jetzt ist alles wieder schick und bleibt hoffentlich lange so", sagte der Vereinsvorsitzende Rudolf Scheeren. Er dankte zugleich den zahlreichen Helfern der Aktion und konnte die Gäste auch darüber informieren, dass sich ein Sponsor für die rund 1500 Euro teure Sanierung gefunden hat. "Das Unternehmen Urbana, das in der Schmiedeberger Straße das Heizhaus betreibt, hat die Kosten übernommen. Darüber sind wir sehr dankbar", so Scheeren weiter.

Trotz aufkommenden Nieselregens ließen sich die Historiendarsteller um Blücher und seinem Stabschef August Neidhardt von Gneisenau nicht abhalten, an der kleinen Zeremonie am Gedenkstein teilzunehmen. "Wir als Heimatverein wollen diese Geschichte bewahren und wiederbeleben, sodass noch möglichst viele Generationen nach uns daran denken", erzählte Scheeren.

Nach der feierlichen Aktion begannen im Naturparkhaus Teil zwei und drei des Völkerschlacht-Jubiläums in der Kurstadt. Weit über 100 Besucher waren zur Eröffnung der Sonderausstellung "Blücher und Napoleon" sowie der Buchpräsentation des Hallenser Historikers Gerald Schmidt erschienen. Zu viel für den Ausstellungsraum. Deswegen begrüßte Hausleiter Torsten Gaber die Gäste im Hof. Heimatforscher Hans Funk machte mit seiner Rezitation neugierig auf die 264 Seiten des Buches. In ihm ist ausführlich beschrieben, wie das Ansehen Napoleon mit der Niederlage beim Russlandfeldzug beschädigt war. Aber erst auf der Burg Düben begann sein Stern endgültig zu sinken. Blücher und Napoleon, die sich in Düben nur knapp verfehlten, gaben von hier aus ihre Marschbefehle, die unweigerlich zur Völkerschlacht bei Leipzig führten. "Die unbeschreibliche Spannung, die im Jahr 1813 über Mitteldeutschland lag, wird anhand der Erlebnisberichte von Zeitzeugen in ihren Briefen und Tagebüchern veranschaulicht. Besonderes Augenmerk hat der Autor auf die letzten Tage vor der Schlacht gelegt", sagte Funk.

Auch Künstler Volker Pohlenz, den der Buchautor bei seinen Recherchen kennenlernte, weilte unter den Gästen. Der Wöllnauer malte im Auftrag von Schmidt über 30 Bilder für das Buch. "Die Acrylbilder sind zwischen 2007 und 2012 entstanden. Alle wurden übrigens zweimal gemalt, weil Gerald Schmidt nach der ersten Vorlage hier und da noch Veränderungen wollte. Die anderen Bilder sind mittlerweile in Torgau ausgestellt", erklärte Pohlenz.

Anschließend ging es nur schubweise weiter. Ziel der Wartenden war die Ausstellung im Naturparkhaus. Historiker Gerald Schmidt hatte in der ersten Etage interessante Details zur Geschichte zusammengestellt. Bis zum 10. November werden originale Ausrüstungsgegenstände sowie diverse Replikate, bei denen er sich an dem Sollzustand des äußeren Erscheinungsbildes der napoleonischen Epoche orientiert hat, in Bad Düben gezeigt.

Auch in dieser Woche sind noch Aktivitäten zum Völkerschlacht-Jubiläum geplant. Morgen gegen 15 Uhr stellt Holzkünstler Raik Zenger eine Installation zum Thema Truppenübergang der Vorhut der französischen Armee vom südlichen auf das nördliche Ufer an der Muldebrücke vor. Weiter geplant sind Gesprächsrunden mit Chronisten und themenbezogene Stadtrundgänge. Den Höhepunkt und Abschluss gibt es am kommenden Sonntag ab 7 Uhr im Naturparkhaus. Dann wird der entscheidende Befehl Napoleons, den er genau vor 200 Jahren verschickt hatte, im Rahmen eines Befehlsfrühstücks nachgestellt. Mit dabei die Autorin Sabine Ebert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.10.2013

Steffen Brost

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