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Bad Düben Bad Düben hofft schnell auf schnelles Internet
Region Bad Düben Bad Düben hofft schnell auf schnelles Internet
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06:00 28.09.2016
Kai Emanuel (rechts) bei der Übergabe der Fördermittelanträge Breitbandausbau an Stefan Brangs, Staatssekretär in Dresden. Die Bewilligung der sächsischen Gelder wird im Oktober erwartet. Quelle: LVZ
Bad Düben

Die ersten 67 Millionen Euro Fördermittel für den Breitbandausbau hat der Bund an den Landkreis Nordsachsen ausgereicht. Weitere 28 Millionen Euro sollen im Oktober vom Freistaat Sachsen folgen. Davon wird auch Bad Düben, das im Gegensatz zu Eilenburg und Schkeuditz den Ausbau nicht selbst betreibt, profitieren. Lieber heute als morgen lautet die Devise in Sachen Breitbandausbau im Bad Dübener Rathaus.

In der Kurstadt lahmt das Internet fast überall

„Außer im Geschosswohnungsbau, wo wir 30 Mbit/s und mehr anliegen haben, lahmt das Internet in der gesamten Stadt samt Wellaune, Schnaditz und Tiefensee“, weiß Bürgermeisterin Astrid Münster. Bad Düben dürfte damit ein ganzes Stück dazu beitragen, dass in Nordsachsen derzeit nur etwa jeder dritte Haushalt über Datenraten von mindestens 50 Mbit/s verfügt. In ganz Sachsen sind es zumindest 50 Prozent, bundesweit 70 Prozent der Haushalte.

Eingestelltes Geld im Haushalt wird nicht reichen

„Wir gehen davon aus, dass der Landkreis beim Ausbau Bad Düben mit vorn anstellt“, macht die Bürgermeisterin dann auch ihre Erwartungen deutlich. Je 100 000 Euro, bei Berücksichtigung einer 90-prozentigen Förderung, wurden beispielsweise schon mal für dieses und die kommenden Jahre im Bad Dübener Haushalt eingestellt. „Das wird allerdings bei Weitem nicht ausreichen“, schätzt die Bürgermeisterin ein. Allein für Bad Düben hat die vom Landkreis in Auftrag gegebene Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse den Investitionsbedarf in einer ersten Kostenschätzung mit rund sieben Millionen Euro angegeben. Die Bürgermeisterin macht aber auch klar, dass es am Geld nicht scheitern darf. „Das Thema ist zu wichtig. Wir müssen das hinbekommen.“

Bad Düben setzt nicht auf Vectoring-Technologie

Landrat Kai Emanuel hatte es als ambitioniertes Ziel formuliert, den Landkreis und damit auch die Kurstadt in zwei Jahren flächendeckend mit breitbandfähigem Internet erschlossen haben zu wollen. Baustart wird allerdings auch wegen der notwendigen europaweiten Ausschreibung frühestens im Frühjahr 2017 sein. Erst dann stehen zudem die tatsächlichen Kosten und Termine fest. Doch klar ist für Astrid Münster: „Wir setzen auf jeden Fall nicht auf die Vectoring-Technologie, die das über Kupferkabel bezogene Internet schneller machen soll.“ Perspektivisch reiche das ihrer Ansicht nach einfach nicht. „Wir müssen künftig auch mit Übertragungsgeschwindigkeiten von mehr als 50Mbit/s rechnen.“ Das gelte es zu berücksichtigen, selbst wenn damit der Eigenanteil der Stadt über die zehn Prozentmarke steigt. „Wir wollen“, so macht die Stadtchefin klar, „schließlich in fünf Jahren nicht erneut investieren müssen.“ Bad Düben setzt daher auf Glasfaserkabel.

Waldsiedlung Schnaditz bleibt außen vor

Diese sollen, zumindest in der Kernstadt und in den Gewerbegebieten, bis auf jedes Grundstück führen. Für die Ortsteile Alaunwerk und Hammermühle sowie die Stadtteile Wellaune, Schnaditz und Tiefensee möchte sie solche zumindest bis zum Verteilerkasten gezogen wissen. Hier könne dann im Zuge von Straßen-, Leitungs- oder Deichbau Stück für Stück auch auf den Grundstücken nachgerüstet werden. Zusätzlich investieren wird die Stadt aber nicht nur in die Schnelligkeit, sondern auch in Hotspots. Der Landkreis hat angekündigt, den kostenfreien Internetzugang an touristisch interessanten Orten im Landkreis einzurichten. Dazu zählt für ihn auch das Naturparkhaus in Bad Düben. „Hier müssen wir überlegen“, so Astrid Münster, „wo wir als Stadt weitere einrichten wollen.“

Von einer 100-prozentigen Erschließung geht die Bürgermeisterin übrigens auch in der Zukunft nicht aus. Es wird weiterhin einzelne abgelegene Grundstücke ohne Breitbandanschluss geben. Nicht erschlossen werde zudem die Waldsiedlung Schnaditz, die den Status eines Erholungsgebietes hat.

Von Ilka Fischer

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