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Bad Düben lebt gut mit der Privatisierung

Bauhof Bad Düben lebt gut mit der Privatisierung

Seit dem 1. Januar 2013 hat die Stadt Bad Düben Straßenreinigung, Winterdienst und Grünlandpflege komplett in private Hand gegeben. Einsparungen von 170 000 Euro jährlich standen damals im Raum. Eine Hoffnung, die sich offensichtlich erfüllt hat.

Blick auf den früheren Bauhof. Das Gebäude ist inzwischen abgerissen.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Im Sommer vor vier Jahren schlug in der Kurstadt die Debatte um die Privatisierung des städtischen Bauhofes hohe Wellen. Letztendlich wurde im Juli 2012 die Abwicklung des eigenen Bauhofes mit neun Ja-, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen beschlossen. Die Gräfenhainichener Firma Alba Zschornewitz erhielt den Zuschlag und ging am 1. Januar 2013 an den Start. Dass dies keine Nachteile für die Stadt haben soll und ein Einsparpotenzial in Höhe von 1,7 Millionen Euro in zehn Jahren biete, davon war damals die Rede. Ist das so eingetreten und wie lebt die Kurstadt tatsächlich ohne Bauhof? LVZ hakte nach.

38 Prozent Einsparung erreicht

Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) zögerte keine Sekunde mit ihrer Einschätzung: „Ich vermisse den städtischen Bauhof nicht.“ Die Stadt funktioniere auch ohne einen einzigen städtischen Bauhofsmitarbeiter. Sie versicherte zudem, dass die Einsparung wie erhofft eingetreten ist, der wichtigste Trumpf pro Privatisierung also sticht. Teilweise hätte die Stadt von 2013 bis 2015 in Sachen Straßenreinigung, Grünpflege, Winterdienst und bei pauschalen Leistungen wie der Unterstützung von Festen sogar mehr als die erhofften 170 000 Euro pro Jahr eingespart.

„Die durchschnittlichen Ausgaben für den Bauhof haben von 2010 bis 2012 jährlich 490 000 Euro betragen“, hat Kämmerer Sylvio Grahle nachgeschaut. In den drei Folgejahren habe die Stadt für Bauhofleistungen dann durchschnittlich nur 305 000 Euro an die Firma Alba überweisen müssen. Unterm Strich, so rechnet er vor, sei das damit eine Einsparung von rund 38 Prozent.

Stadt hat Etliches vom Tisch

Manche Leistungen könnten von der Privatwirtschaft eben doch effizienter erbracht werden, ist die Bürgermeisterin überzeugt. Diese werden sicher zwar auch durch die etwas andere Tarifstruktur erzielt. Doch Frank Simsch, Betriebsleiter ALBA Zschornewitz GmbH, sieht das Einsparpotenzial vor allem bei dem „flexiblen Einsatz moderner Technik und durch das Generieren zusätzlicher Aufträge in der Region“. Im Falle von Bad Düben gebe es zum Beispiel konkret auch Aufträge der Landestalsperrenverwaltung.

Auftragswesen ist inzwischen optimiert

Doch vor allem, so wiederum Astrid Münster, spare die Stadt, weil Bad Düben nun kein Bauhofsgelände braucht, keine Maschinen und Fahrzeuge vorhalten und kaufen muss. „Ich muss auch weder Krankheit oder Urlaub beachten“, freut sich die Bürgermeisterin zudem über Arbeitserleichterungen, die spätestens nach der zwischenzeitlichen Optimierung des Auftragswesens innerhalb der Verwaltung im Rathaus spürbar geworden wären. Organisatorische Nachteile seien dadurch nicht entstanden. Das bestätigt Astrid Seydewitz, über deren Rathaustisch die meisten Alba-Aufträge gehen. „Da gibt es keinerlei Probleme. Die Aufträge werden ausgelöst und dann abgearbeitet.“

Die früheren Bauhof-Mitarbeiter, von einst elf sind vor allem ruhestandsbedingt übrigens noch sechs dabei, haben im Körbitzweg eine Anlaufstelle. Vertraglich sei vereinbart, so Astrid Münster, dass Alba im Notfall innerhalb einer Stunde die Einsatzbereitschaft gewährleistet. „Das hat beim Hochwasser im Juni 2013 geklappt“, resümiert die Bürgermeisterin kurz und bündig.

Keine Nachteile bei der Sauberkeit

Und gibt es Nachteile in puncto Ordnung und Sauberkeit? Da Bad Dübens Ortsteile meist nicht so im Fokus stehen, gilt hier das Urteil von Wellaunes Ortsvorsteherin Cornelia Beer umso mehr. Sie sagt, dass die Privatisierung des Bauhofes keine Katastrophe ist: „Im Gegenteil. Das klappt richtig gut.“ Und die Gemeindemitarbeiterin in Wellaune, Martina Sonneberg, die den Wechsel des Arbeitgebers von der Stadt zu Alba mitgemacht hat, bestätigt, dass sie dadurch keinerlei Probleme hatte.

Die Gemeindemitarbeiter, so findet übrigens Astrid Münster seien für Wellaune und Tiefensee eine richtig gute Sache. Sie bedauert daher, dass sich in Schnaditz bisher kein geeigneter Bewerber gefunden hat.

Von Ilka Fischer

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