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Bad Düben Bad Düben soll schnelles Internet bekommen – so sehen die Pläne aus
Region Bad Düben Bad Düben soll schnelles Internet bekommen – so sehen die Pläne aus
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17:48 30.06.2017
Schnelles Internet dank Glasfaserkabel. Quelle: Fotograf: Wolfram Scheible
Bad Düben

Schnelles Internet für die Kurstadt. Ermöglichen will dies die aus Borken in Nordrhein-Westfalen stammende Deutsche Glasfaser GmbH, deren Regionalmanager für Mitteldeutschland, Michael Kölling, am Donnerstagabend zur Stadtratsitzung im Heide Spa das Vorhaben erläuterte. An seiner Seite Janko Thoß vom kooperierenden envia-tel-Unternehmen, der zunächst mit einer brandneuen Meldung überraschte. War beim vorgesehenen Ausbau bisher vom Stadtgebiet und der Hammermühle die Rede, kündigte der Telekommunikationsdienstleister nun an, 2018 die Mulde überqueren und damit zu noch nicht erschlossenen Ortschaften vordringen zu wollen. Die Stadt-Vertreter und auch Michael Kölling hörten diese Nachricht wohl gern: „Grundsätzlich sind wir daran interessiert, das gesamte Kommunalgebiet zu erschließen“, sagte er. Mit der Ankündigung der envia tel könnten also weitere Ortsteile in Betracht gezogen werden, zudem „optimiere dies deutlicher die Möglichkeit, auch das Alaunwerk“, das bisher noch völlig abgehangen ist, ans schnelle Netz zu bringen.

Bad Düben als eine von acht Pilot-Gemeinden

Zeitlich fixiert ist nun aber erstmal das auf die Stadt und die Hammermühle wirtschaftlich abgestimmte Vorhaben. Seit 2012 engagiert sich die Deutsche Glasfaser als Privatinvestor intensiv für die Verbesserung der Breitbandversorgung in Deutschland, vor allem in unterversorgten Regionen. Viele Gemeinden und Städte können ohne aufwendige Förderverfahren und eigenes Risiko den digitalen Infrastrukturausbau direkt mit dem Unternehmen umsetzen. Bad Düben will als eine von acht Pilotgemeinden in Sachsen bis 2018/2019 in allen Haushalten im Stadtgebiet und im Ortsteil Hammermühle eine schnelle, auf Glasfaser basierende Internetverbindung mit bis zu 500 Mbit/ Sekunde bekommen. Ab Herbst, so Kölling, sei sogar ein Gigabyte avisiert.

40 Prozent Akzeptanz werden gebraucht

Eigentlich stand die Kurstadt nicht zur Debatte, als jetzt bei Gesprächen mit der Deutschen Glasfaser GmbH und envia tel das Projekt Modellkommune vorgestellt wurde. Als mit Doberschütz und Gräfenhainichen die Namen zweier nahegelegener Ortschaften als Beispiel genannt wurden, meldete sich Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) zu Wort: „Da passt doch Bad Düben genau dazwischen.“ Um das Vorhaben umzusetzen, braucht es aber einen gewissen Akzeptanz-Grad. 40 Prozent müssen innerhalb von drei Monaten ihre Vertrags-Bereitschaft signalisieren – 100 Prozent Glasfaser-Auslastung sind dann garantiert. Das Risiko für den Fall des Nicht-Zustandekommens trägt das Unternehmen. Verlegt werden die Glasfaser mittels des Trenching-Verfahrens, wie Kölling erläuterte. Dabei werden die Leitung in geringer Tiefe unter der Erdoberfläche eingebracht, vorzugsweise auf Fuß- oder Radwegen und dann ins Haus geführt.

Drei Tarife, ein Preis – im ersten Jahr

Zwischen sechs und zwölf Monaten dauert in der Regel die Bauphase in einer Kommune. Für den 100-, 200- oder 500- Mbit-Anschluss sind im ersten Jahr 24,99 Euro im Monat zu zahlen. Die Nutzer können in dieser Zeit zwischen den Tarifen pendeln und ausprobieren, welcher der für sie günstigste ist. Danach kosten Telefon und Internet 44,99, 49,99 beziehungsweise 79,99 Euro. Für Fernsehen in HD und SD-Qualität kommen, falls gewünscht, 15 Euro pro Monat dazu. Der an sich 750 Euro teure Anschluss ist in der ersten Ausbauphase kostenfrei. Zudem übernimmt das Unternehmen für bis zu einem Jahr die Kosten des Altvertrages, kümmert sich bei Bedarf auch um die Übernahme der bisherigen Nummer.

Kooperationsvertrag im August

Als nächster Schritt in Bad Düben steht zunächst die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Deutschen Glasfaser und der Stadt an. Dies soll zur Sitzung im August passieren. Danach startet der Nachfragezeitraum, in dem das Unternehmen auch offensiv werben und informieren will. Der Stadtrat sendete positive Signale aus. „Dies ist doch eine tolle Möglichkeit, eine Stadt attraktiver zu machen“, sagte Gisbert Helbing (CDU). Die Anbindung an eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur in Deutschland gilt als bedeutender Standortfaktor.

Von Kathrin Kabelitz

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