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Bad Düben will Flüchtlinge in Jobs bringen

Info-Treff Bad Düben will Flüchtlinge in Jobs bringen

Die Stadt Bad Düben sucht offensiv den Kontakt zu Unternehmen der Region, bietet zudem Hilfe bei Fragen und Informationen an, um Flüchtlinge in Jobs zu bringen. Am Dienstagabend gab es dazu eine Info-Veranstaltung und Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) kündigte an, dass weitere folgen werden.

Das Bad Dübener Rathaus ist Anlaufstelle für alle neuen Bürger der Stadt.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Was gehört alles zur Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen? Wohnungen, Sprach-Kurse und Kita-Plätze sind das eine. Doch gerade für die Erwachsenen ist wichtig, dass sie sobald wie möglich eine Beschäftigung finden. Bad Düben sucht deshalb offensiv den Kontakt zu Unternehmen der Region, bietet zudem Hilfe bei Fragen und Informationen an. Am Dienstagabend gab es die Auftaktveranstaltung und Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) kündigte an, dass weitere folgen werden.

Worum geht es? Bad Düben hat derzeit 145 zugewiesene Flüchtlinge, die allesamt dezentral in Wohnungen untergebracht sind. Von 32 Einzelpersonen sind 6 als Flüchtlinge anerkannt, 113 leben in Familien, von den 58 Erwachsenen haben 18 den Anerkennungsstatus. „Die anerkannten Flüchtlinge suchen sich eine Wohnung im Landkreis. Wir haben das Gefühl, dass sie das zunehmend in Bad Düben tun“, so Münster. Die Kinder besuchen die DaZ-Klassen in der Heide-Grundschule und in der Oberschule. Das laufe gut, könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Erwachsenen eine Aufgabe brauchen und sie möglichst schnell auf dem Arbeitsmarkt integriert werden sollten.

Dass sie durchaus ein Gewinn sein können, machte Kati Mennert, Teamleiterin Arbeitgeberservice bei der Bundesagentur für Arbeit, deutlich. Geflüchtete Menschen seien überwiegend hochmotiviert, sorgen für frischen Wind, erweitern die kulturelle Vielfalt, unterstützen Unternehmen, sich auf internationalen Märkten aufzustellen. Theoretische Ansätze, die Janet Liebich, Flüchtlingssozialarbeiterin des Jugendmigrationsdienstes des Diakonischen Werkes Delitzsch/Eilenburg, mit Erfahrungen aus der Praxis durchaus belegen kann. Rund 300 Asylbewerber in Bad Düben, Laußig und Taucha betreut sie derzeit. „Ich würde sie gern ermutigen, es auszuprobieren. Die Menschen suchen definitiv nach Anerkennung“, so ihr Appell an diesen Abend. Dies sei wichtig, „wie sollen sie sonst die Realität kennenlernen, wie erfahren, was es bedeutet, zusammenzuarbeiten, zu erfahren, worauf wir menschlich Wert legen, wenn sie keine Chance bekommen.“ Die Möglichkeit einer Hospitation und eines Praktikums sei für beide Seiten eine gute Möglichkeit, auszuloten, ob es passen könnte. Erste gute Beispiele für erfolgreiche Arbeitsverhältnisse gibt es bereits, so bei der Stadtverwaltung, Profiroll, Elektro Griebsch.

Probleme gibt es meist dann, wenn das Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, Arbeitgeber davon absehen, einzustellen, weil die Gefahr besteht, dass der neue Kollege kein Bleiberecht in Deutschland erhält. Zur Sprache kam auch, dass es durchaus mentalitäts- und kulturbedingte Auffassungen geben kann, die mit denen der Deutschen nicht übereinstimmen. Gerade was die Pünktlichkeit betrifft. „Wir müssen auch viel reden, um die Sinnhaftigkeit unseres Systems zu erklären. Für viele ist es unverständlich, dass man hier für alles Zertifikate und Belege braucht, um Arbeit zu bekommen“, so Liebich. Viele aber wollten einfach nur eins – arbeiten. „Wir müssen peu á peu beweisen, dass der deutsche Arbeitsmarkt etwas hergibt, um auch Qualifikationsmöglichkeiten zu bieten“, sagte Münster.

Auf offene Ohren stießen die Werbeversuche an diesem Abend allemal. Marko Schreiber, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Nordsachsen, oder Olav Scharr vom Heide Spa beispielsweise vertraten Einrichtungen und Unternehmen, die im Pflege- und Dienstleistungs- und Gastronomiesektor immer auf der Suche nach motivierten Mitarbeitern sind. Das Beherrschen der deutschen Sprache sei dabei immens wichtig. Falk Stolpe, bei Bau- und Haustechnik für die Ausbildung zuständig, betrachtete das Ganze aus dem Blickwinkel der Lehrlingssuche. Zwei Flüchtlinge absolvierten Praktika, warteten aber auch noch auf den Integrationskurs.

Von Kathrin Kabelitz

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