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Bad Düben will millionenschweren Fördertopf anzapfen

Aufwertung der Innenstadt Bad Düben will millionenschweren Fördertopf anzapfen

Die Stadt Bad Düben geht ins Rennen um weitere Fördermillionen. Im März fällt die Entscheidung, ob sie Gelder von Bund und Land bekommt. Die sollen unter anderen für den Burgberg, Kurstadtweg und einen City-Manager ausgegeben werden.

Blick auf die Stadt Bad Düben.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Drei Millionen Euro Fördermittel stehen der Stadt Bad Düben in Aussicht. Am Donnerstagabend haben die Stadträte die Weichen mit dem Beschluss zur Aufnahme in das Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ gestellt. Bei Gesamtinvestitionen in Höhe von vier Millionen Euro, in die sich Bund, Land und Stadt zu je einem Drittel reinteilen, kann die Kurstadt bei dem bis 2024 laufenden Programm mit besagtem Zuschuss in Höhe von knapp drei Millionen Euro rechnen. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) hob hervor, dass sie nach einer Beratung im Dresdener Innenministerium vor wenigen Tagen sehr optimistisch sei, dass Bad Düben bei der im März fallenden Entscheidung tatsächlich in das Förderprogramm aufgenommen werde.

Das Programm schließt sich damit zeitlich nahtlos an das nach 20 Jahren auslaufende städtebauliche Sanierungsprogramm an. Es biete aber im Gegensatz dazu, so Münster, auch die Möglichkeit, das Innenstadtmanagement personell zu fördern. Das rund 40 Hektar Fördergebiet umfasst die Innenstadt, den Burgberg und – über eine schmale Verbindung – auch das Kurgebiet. Kommt die Förderzusage, möchte Bad Düben noch in diesem Jahr 83 000 Euro in den Kurstadtweg beziehungsweise ins City-Management investieren, das die Innenstadt samt Handel beleben soll.

Doch insbesondere für das Burgberg-Areal ist das Förderprogramm ein Rettungsanker. Bad Düben wartet derzeit mit anderen Kommunen auf die Entscheidung, ob der Bund für nachgemeldete, aber gleichwohl finanziell noch nicht untersetzte Hochwasserschäden zusätzliche Gelder freigibt. Für Bad Düben stehen immerhin 720 000 Euro im Raum. „Wir erwarten auch diese Entscheidung im März“, so Münster. „Wenn sie zu unseren Gunsten ausfällt, sind die notwendigen Arbeiten am Amtshaus komplett und große Teile des Burgberges finanziell zu 100 Prozent gesichert.“ Wenn nicht, dann wäre die zwei Drittel-Förderung das neue Programm die zweitbeste Lösung. Für den Rest des Burgberges und dem derzeit mit einer Notsicherung versehenen Burgturm, deren Schäden nicht auf das Hochwasser zurückzuführen sind, setzt Bad Düben ohnehin auch auf Förderung. Von dieser sollen zudem Lutherhaus, Rathaus und katholische Kirche in puncto Barrierefreiheit, der Dommitzscher Platz sowie Park- und Grünflächen in der Leipziger Straße und Neuhofstraße profitieren.

Die Verwaltung bekam für den in relativ kurzer Zeit aufgestellten umfassenden Förderantrag fraktionsübergreifend Lob. Emil Gaber (SPD/Bürgerkreis) würdigte, dass die Stadt damit gleich im Anschluss an das Auslaufen des städtebaulichen Sanierungsprogramms einen neuen Fördertopf erschloss, Gisbert Helbing (CDU) „lobte die tolle Leistung und schnelle Reaktion“. Auf Nachfrage erfuhr er zudem, dass genügend Projekte in der Warteschleife stünden, sollten die Hochwassergelder für das Amtshaus und den Burgberg kommen und damit Gelder aus dem Städtebauförderprogramm in diesem Bereich nicht benötigt werden.

Mit dem Programm sollen Städte und Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern unterstützt werden, deren Zentren von Funktionsverlusten und gewerblichen Leerstand betroffen sind. Ziel ist es, die Versorgungsbereiche im Stadtzentrum zu stärken. Bad Düben selbst verfolgt mit dem Programm eine stärkere Profilierung und Aufwertung der Kernstadt.

Von Ilka Fischer

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