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Bad Düben will wieder Energiesparstadt werden

Bad Düben will wieder Energiesparstadt werden

Die Kurstadt will die 50-Prozent-Marke knacken. Mindestens. Würde sie sogar 75 Prozent schaffen, gäbe es Gold. Delitzsch ist letzteres als erste Stadt in Sachsen gelungen.

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Kann Bad Düben dieses Schild nahe der Burg auch die nächsten drei Jahre stehen lassen? Am Montag wird diese Frage entschieden.

Quelle: Thomas Jentzsch

Bad Düben. Gemeint ist der European Energy Award (EEA), den Bad Düben bereits hat und noch in diesem Jahr verteidigen will. Ein entscheidender Schritt auf diesem Weg steht am Montag an. Dann ist Termin für das Qualitätsmanagement-System und Zertifizierungsverfahren EEA, prüft ein externer Berater die Unterlagen der Stadt auf Herz und Nieren.

Nachdem Bad Düben 2004 bereits Modell-Kommune war, ein Jahr später den European Energy Award (Energiepreis) erstmals verliehen bekam und diesen 2009 verteidigen konnte, steht nunmehr die Neu-Zertifizierung an. Die Kurstadt muss mindestens 50 Prozent der maximal zu vergebenden Punktzahl auf der kommunalen Energieeffizienzskala des EEA erreichen, um auch in den kommenden drei Jahren weiß auf grün an den Ortseingängen verkünden zu dürfen: Wir sind nicht nur Kur- sondern auch Energiesparstadt.

Das Zertifikat bescheinigt der Kommune, dass sie sich besonders für den Klimaschutz einsetzt, um Energieeinsparungen bemüht ist und auf erneuerbare Energien setzt. Und mit einem weiteren Pfund kann Bad Düben wuchern: Ende 2010 ist das erste Bürgersolarkraftwerk an der Heide-Grundschule ans Netz gegangen. Auf der Haben-Seite kann Düben zudem verbuchen, dass es seit 2003 eine Energie- und Klimaschutzkonzeption vorweisen kann, die bis 2020 reicht und das Ziel, als Stadt bis 2007 zehn Prozent weniger Kohlendioxid auszustoßen, übertroffen hat.

Markus Krisch vom Bauamt der Stadt ist deshalb auch hoffnungsvoll, was die magische Marke betrifft - bei der Verteidigung 2009 wurden immerhin 60 Prozent der Anforderungen erfüllt. Krisch bleibt aber zurückhaltend, wenn es um den Gold-Status geht: "Ich denke schon, dass das derzeit illusorisch ist", sagt er mit Blick auf den Ist-Stand, den Düben in puncto Energie-Politik und Klimaschutz hat. Nachholebedarf gäbe es da beispielsweise noch im Bereich der Raumordnung. Bei der Aufstellung von Bebauungsplänen müsse, so Krisch, künftig mehr darauf geachtet werden, ob die Maßnahmen in dem jeweiligen Gebiet auch mit erneuerbaren Energietechniken realisiert werden, also Solarthermie, Fotovoltaik oder Erdwärme zum Einsatz kommen. Auch die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Beratungsangebote stehen diesmal verstärkt im Fokus. Düben wird dazu in den nächsten Jahren weitere Schritte gehen müssen, so Krisch. Diese und weitere Punkte sind Bestandteil des bis 2015 reichenden Energiepolitischen Arbeitsprogrammes, das erst jüngst im Stadtrat beschlossen wurde. Vorgesehen ist, wie berichtet, unter anderem, das Internetportal der Stadt mehr dem Charakter einer ökologischen Kurstadt anzupassen. Die Seite soll künftig mehr Service und Informationen zu erneuerbaren Energieformen enthalten und damit praktikable Handlungsangaben für die Bürger, wie sie diese auch umsetzen können und ob es dafür auch Fördermöglichkeiten gibt.

Des Weiteren soll überprüft werden, wo Bad Düben als Öko-Kurstadt steht, beziehungsweise ob die Kommune die Ziele laut Energie- und Klimaschutzkonzeption erreicht hat und wo es eventuell noch offene Punkte gibt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.08.2013

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