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Bad Düben Bad Düben zeigt Kunst im Doppelpack – von Rita Weber und Diezer Künstlerinnen
Region Bad Düben Bad Düben zeigt Kunst im Doppelpack – von Rita Weber und Diezer Künstlerinnen
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09:24 24.05.2016
Malerin Rita Weber mit ihren musikalischen Begleiterinnen Linda Hensel und Tina Arloth. Quelle: Heike Nyari
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Bad Düben

Freunde des künstlerischen Schaffens kamen am Wochenende in Bad Düben gleich doppelt auf ihre Kosten. Seit Freitagabend ist eine neue Ausstellung mit Werken der Diezer Künstlerinnen Gretelore Herr und Renate Kuby im Naturparkhaus zu sehen, anlässlich des Internationalen Museumstages im Landschaftsmuseum gab es am Sonntag zudem eine Vernissage zur Sonderausstellung der Bad Dübener Malerin Rita Weber.

Fotos und Gemälde im Naturparkhaus

Gretelore Herr hat nicht viel Zeit. Das müsse sie sehen, „wenn Leute vor meinen Bildern stehen und sich diese anschauen“. Kein Wunder. Die Diezerin stellt das erste Mal ihre Fotografien aus, und das ausgerechnet in der Partnerstadt Bad Düben. Selbst sagen mag sie nichts, überlässt das lieber dem Diezer Alt-Bürgermeister Gerhard Maxeiner, der gemeinsam mit einer Delegation der Lahn-Stadt am Freitagabend im Naturparkhaus bei der Eröffnung der neuen Sonderausstellung dabei ist. Im 25. Jahr der Städtepartnerschaft. Anlass genug für eine Doppelschau, die bis 5. Juni läuft. Denn neben den Fotos Gretelore Herrs sind auch gemalte Werke von Renate Kuby zu sehen. Der Gang vom Erdgeschoss in die erste Etage ist ein Wechsel in eine andere Kunst-Welt. Hier ist es die Natur, frische, zarte und duftige Landschaften, dort die Hingucker aus dem ganz normalen Leben. „Renate Kuby lässt sich von der Farben-Vielfalt inspirieren, Gretelore Herr vom Augenblick“, umschreibt es Gerhard Maxeiner. Bilder aus zehn Jahren zeigt Renate Kuby, „es ist eine Art Retrospektive für mich.“

Gelebte Städtepartnerschaft

Für die Leiterin der Künstler-Gruppe Lahn-Artists, die ihre Werke selbst kurz vorstellt, ist dieser Abend eine Premiere. Erstmals ist sie in Bad Düben zu Gast. „Der erste Eindruck ist sehr gut, eine gewisse Verwandtschaft beider Städte ist da.“ Jahrelang, so sagt sie, habe sie mit Acryl experimentiert, künstlerisch sei sie den Weg vom Festhalten zum Loslassen gegangen. „Ich plane die Bilder nicht“, heißt für die Künstlerin: Dick Farbe auftragen, dann Wasser hinzugeben und „alles fließen lassen.“ Das eigentliche Bild aber entstehe sowieso im Auge des Betrachters. Gretelore Herr passieren ihre Fotografien förmlich. Schnappschüsse aus normalen Lebenssituationen. Die Kamera hat sie immer dabei, beobachtet, drückt drauf. Selbst aus dem Auto. Und so entstehen zufällige, witzige, frivole, beeindruckende Aufnahmen. Mit oftmals hintersinniger, nicht unbedingt eindeutiger Aussage: „Es gibt Fotos, vor denen man lange gestanden hat, bis man den Augenblick erfassen kann“, sagt Maxeiner.

Es sei eine gute Tradition, dass die Kunst eine Verbindung zwischen den beiden Städten schafft, sagt Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Auch im 25. Jahr der Partnerschaft. Beide Städte werden das Ende September groß feiern. Diesmal sind die Rheinland-Pfälzer dran, die Kurstädter fahren mit großer Abordnung hin. Der Diezer Beigeordnete Edgar Groß erinnert an die Worte des Alt-Bürgermeisters, der einer Städtepartnerschaft die Erwartung voranstellte, dass sie „weder Polittourismus noch ausschließlich für die Kamera ist, sondern von engagierten Menschen gelebt werden muss.“

Bad Dübenerin stellt in Düben aus

Rita Weber aus Bad Düben gehört zu den bekanntesten Hobbykünstlerinnen in der Region. Viele ihrer Bilder waren schon in unzähligen Ausstellungen zu sehen. Und doch kann man sich nicht satt genug sehen an den farbenfrohen Motiven der naturverbundenen Malerin. Am Sonntagnachmittag, am Internationalen Museumstag, eröffnete eine neue Schau im Landschaftsmuseum der Burg Düben ihre Pforten und trotz des hochsommerlich anmutenden Wetters ließen sich viele Gäste die Vernissage nicht entgehen. Nun ist das Repertoire von Rita Weber breitgefächert und besteht beispielsweise aus Landschaften, Stadtansichten, Porträts und Blumenbouquets. Und so erklärte Museumsleiterin Yvette Steuer, dass man sich im Vorfeld auf Waldmotive einigte.

„Für mich ist der Wald ein Ort zum tiefen Durchatmen“, schwärmt Rita Weber. Sie genießt das leise Wiegen der Bäume, das kaum hörbare Rascheln der Tiere im Gebüsch, das Summen der Bienen und den Gesang der Vögel. Sie liebt den Duft von Harz, Kräutern und Waldblumen und sie ist sich sicher, dass der Wald zu jeder Jahreszeit seine Reize hat. Das sieht man den Bildern Rita Webers auch an. Sie sind mit viel Liebe und Herz gemalt. Sie vermitteln Freude und Lust auf Wald sowie einen gewissen Respekt gegenüber der Natur.

Bilder aus der Heide und der Muldeaue

An liebsten, so verrät die Bad Dübenerin, male sie im militärischen Sperrgebiet des Tiglitzer Forstes. In diesem Zusammenhang ließ sie jedoch nicht unerwähnt, dass sie freundlicherweise von der Unteroffiziersschule Delitzsch eine begrenzte Sondergenehmigung für die Zeit der Heidekrautblüte erhielt und somit diese Farbenpracht auf Leinwand festhalten durfte.

Aber auch andere Teile der Dübener Heide und auch die Muldeauenlandschaft haben es der 75-Jährigen angetan, sodass neben zahlreichen Waldbildern, auf denen die Sonnenstrahlen durch das Laubdach der Bäume blinzelt, auch das Rote Ufer unschwer zu erkennen ist. Die Ausstellung, die bis Ende Oktober auf der Burg Düben zu sehen ist, zeigt Bilder, die im Zeitraum von 1998 bis 2015 entstanden. Zur musikalischen Umrahmung spielten Linda Hensel und Tina Arloth bekannte Musikstücke auf der Violine.

Von Kathrin Kabelitz und Heike Nyari

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