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Bad Düben Bad Dübener Autor Hans-Joachim Böttcher beleuchtet sächsisches Ehedrama
Region Bad Düben Bad Dübener Autor Hans-Joachim Böttcher beleuchtet sächsisches Ehedrama
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08:57 16.03.2018
Der Bad Dübener Autor Hans-Joachim Böttcher bringt ein neues Buch über Elisabeth von Sachsen heraus, mit dem er auch auf der Leipziger Buchmesse vertreten ist. Quelle: Wolfgang Sens
Bad Düben

Noch kann Hans-Joachim Böttcher die von ihm verfassten Bücher nebeneinander auf der alten Standuhr in der Ecke seines Arbeitszimmers stapeln. Über 25 sind es mittlerweile, die neben seinen zahlreichen Veröffentlichungen über die Geschichte von Denkmalen sowie zu speziellen historischen Themen des mitteldeutschen Raumes in den letzten Jahrzehnten entstanden sind. Seit wenigen Tagen steht mit „Elisabeth von Sachsen und Johann Kasimir von der Pfalz“ dort ein neues Sachbuch. Pünktlich zum Start der Leipziger Buchmesse hat der Dresdner Buchverlag das rund 200 Seiten fassende Werk des Historikers auf den Markt gebracht.

Bad Dübener Autor Hans-Joachim Böttcher bringt neues Buch heraus, mit dem er auch auf der Buchmesse vertreten sein wird Quelle: Wolfgang Sens

Mit Büchern über sächsische Persönlichkeiten hat sich der 70-Jährige, der vor seinem Ruhestand als Denkmalpfleger im Landratsamt Nordsachsen gearbeitet hat, in den vergangenen Jahren überregional einen Namen in diversen Fach- und Kennerkreisen erarbeitet. Er erhielt 2015 für sein literarisches Schaffen den Gellertpreis des Landkreises Nordsachsen. Er verfasste Beiträge, Schriften und Hefte über Regional- und Heimatgeschichte, vielfach über den Landschaftsraum Dübener Heide. Besonders gefragt sind Biografien, viele werden inzwischen in andere Sprachen übersetzt.

In den letzten Jahren haben es Böttcher vor allem die Schicksale von Frauen angetan, die aus adligen Familien stammen und bewegende Schicksalsjahre hinter sich haben. Elisabeth von Sachsen war eine solche. Sie war schön, intelligent und selbstbewusst. Das aber bewahrte sie nicht davor, dass ihre Ehe mit dem Pfalzgrafen Johann Kasimir von Simmern (1543-1592) aufgrund vielfältigem menschlichen Fehlverhaltens letztlich zur Tragödie wurde. Dabei hatten die Väter des Paares, Kurfürst August von Sachsen sowie Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, mit der Verbindung ihrer Kinder auch die politische Annäherung ihrer Länder bezweckt. Der heikle Punkt der Ehe, so Böttcher, seien aber die unterschiedlichen Glaubensrichtungen der beiden gewesen, „sie war streng lutherisch, er Calvinist“. Die internationalen religiösen Spannungen sowie die daraus resultierende sich gegensätzlich entwickelnde Politik Sachsens und der Pfalz wirkten sich schließlich auch auf die Beziehung Elisabeths und Kasimirs aus.

Bad Dübener Autor Hans-Joachim Böttcher bringt neues Buch heraus, mit dem er auch auf der Buchmesse vertreten sein wird Quelle: Wolfgang Sens

Schaut man auf die Standuhr in der Ecke des Arbeitszimmers, ist da für ein, zwei Bücher mindestens noch Platz. Zwar spielt die Gesundheit nicht mehr ganz mit, sodass aus den acht Stunden Schreiben am Tag mittlerweile die Hälfte geworden ist. Und doch nimmt das nächste schon deutliche Konturen an. Bis Jahresende, so Hans-Joachim Böttcher, wolle er die Lebensgeschichte von Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha – dem Zaren von Bulgarien – auf Papier bannen. „Ich bin öfter in Bulgarien und hab irgendwann mal mitbekommen, dass es über diesen Mann keine Biografie gibt. Da habe ich gedacht: Das kann nicht sein.“ Spätestens zum Jahresende soll erscheinen, was Böttcher über diesen „hoch-intelligenten Mann, der 18 Sprachen konnte“ alles herausgefunden hat. Und noch ein Buch hat der Historiker in Planung. „Ein schmales, bei dem es wieder um das Leben sächsischer Adliger geht.“ Diesmal ist es Bernhard von Miltitz, ein deutscher Militär, Reisender und Diplomat.

Der Dresdner Buchverlag salomo publishing ist auf der Buchmesse in der Halle 4/D110 zu finden. Autor Hans-Joachim Böttchen ist am Don­ners­tag von 10 bis 11 Uhr dort anzutreffen.

Von Kathrin Kabelitz

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