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Bad Dübener Bäckerei gibt es seit 90 Jahren – am Feiertag ist Hoffest

Jubiläum Bad Dübener Bäckerei gibt es seit 90 Jahren – am Feiertag ist Hoffest

Das Brot für 93 Pfennige – an die Zeiten kann sich Heiko Paetsch noch ganz gut erinnern. Der Bäckermeister aus Bad Düben ist schließlich schon ein Jahre dabei und hat das Geschäft von Kindesbeinen an erlebt. In der vierten Generation führt er jetzt schin die Bäckerei, die dieser Tage ihr 90-jähriges Jubiläum feiern kann.

Max Küster Senior und seine Frau kauften 1902 die Niedermühle und machten daraus 1926 eine Bäckerei.

Quelle: privat

Bad Düben. Eine überdimensionale goldene 90 schwebt seit einigen Tagen durch das Büro des Bad Dübener Bäckermeisters Heiko Paetsch. Die bekam er von seiner Familie geschenkt. Das Unternehmen feiert seinen 90. Geburtstag und will sich zum traditionellen Hoffest am Tag der Einheit festlich herausputzen. „Das ist schon eine schöne Geschichte, wenn man zurückblickt“, ist Paetsch zufrieden.

Vor der Wende gab es nur Schwarz- und Weißbrot

Vieles aus der Geschichte ist in dicken Ordnern verstaut. Sorgsam notiert ist, das vor der Wende ein einfaches Brötchen für fünf Pfennig, ein doppeltes für einen Groschen zu haben war. Damals drängelte sich der Bad Dübener jeden Samstag in der HO-Kaufhalle im Neubaugebiet, um die besten Brötchen zu ergattern. „Damals haben wir täglich bis zu 12 000 Brötchen gebacken. Hinzu kamen noch 720 Brote. Die kosteten 93 Pfennig“, erinnert sich Bäckermeister.

Mit Vater Jürgen und Mutter Gudrun zusammen wurde vor der Wende das Geschäft in der Backstube gemacht. Täglich bis zu 13 Stunden. In die Backofen kamen nur Brötchen, Schwarz- und Weißbrot. Alles wurde an Großkunden verteilt. Denn die Bäckerei hatte damals keine einzige Filiale. „Mehr hätten wir auch gar nicht geschafft. An die Herstellung von Kuchen war nicht zu denken. Wir waren ja bloß zu dritt“, so Paetsch. Die Familie bewies damals, dass eine Bäckerei auch ohne Ladengeschäft florieren konnte. Die große Resonanz veranlasste Jürgen Paetsch, das Geschäft zu modernisieren und in ein anderes, größeres Gebäude der Niedermühle zu verlegen.

Nach der Wende stellte sich die Firma neu auf

Bis zur Wende änderte sich nichts. Mit der Auflösung der HO-Geschäfte brach ein Großkunde weg. Zahlreiche Bewerbungen für eine Filiale in den geplanten Supermärkten schlugen fehl. Schließlich übernahm die Familie die ehemalige Kondi in der Altstädter Straße. Später kamen ein Verkaufspavillon im Windmühlenweg und ein Verkaufswagen dazu, später noch eine Filiale im Rewe-Supermarkt. Nicht geändert haben sich die Arbeitszeiten. Der Arbeitstag für Paetsch und seine Crew beginnt um halb 2 Uhr nachts. Bis zum Sonnenaufgang backen er und seine 15 Mitarbeiter ein reichhaltiges Brot- und Brötchensortiment sowie eine große Auswahl an Kuchen. Regelmäßig steht der 50-Jährige bei Festen und Märkten mit seiner mobilen Backstube. Auch für die Zukunft ist Paetsch gut aufgestellt. In der Altstädter Straße 4 eröffnet er bis Dezember eine neue Filiale. Außerdem strebt der Familienbetrieb ein sogenanntes „Clean Label“ an. Das heißt, das nur ursprüngliche und natürliche Produkte in der Backstube zum Einsatz kommen.

Blick in die Geschichte

Die Geschichte: 1926 erweiterte der gelernte Bierbrauer Max Küster die Niedermühle um eine Bäckerei. Zu dieser Zeit brachten die Bauern aus der Umgebung ihr Getreide zur Mühle und das Mehl dann zum Bäcker. Für ein Drei-Kilo-Brot zahlten die Bauern damals nur 30 Pfennig Arbeitslohn. Zweimal pro Woche fuhr Max Küster damals mit dem Pferd und dem Brotwagen über die Dörfer und lieferte die Brote an die Bauern aus. In den vierziger Jahren gehörte das Waldkrankenhaus, das als Wehrmachtslazarett genutzt wurde zu den Großkunden. Nach dem Tod von Max Küster Senior 1946 führte Schwiegertochter Elli Strähnz den Betrieb weiter. Max Küster Junior übernahm nach seiner Kriegsgefangenschaft 1948 die Geschäfte von seiner Frau. Beide führten die Mühle bis 1960. Zwei Jahre später stieg Jürgen Paetsch, der Ehemann von der Bäckerstochter Gudrun ins Geschäft ein und eröffnete die Bäckerei wieder. In den DDR-Jahren backten seine Mitarbeiter damals ausschließlich für die HO-Kaufhalle im Bad Dübener Neubaugebiet. Im Wendejahr legte Sohn Heiko seine Meisterprüfung ab und übernahm 2000 das Geschäft von seinem Vater. Heute hat die Bäckerei in Bad Düben drei und in Delitzsch eine Filiale. Zudem beliefert es Hotels, Reha-Klinik und Waldkrankenhaus sowie Feinkostläden zwischen Berlin und Leipzig mit frischen Backwaren.

Von Steffen Brost

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