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Bad Düben Bad Dübener Bundespolizist im Einsatz für die Uno
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15:24 17.03.2019
Polizeihauptkommissar Steven Mittelstädt während einer Dienstreise in Tawila (Sudan). Quelle: privat
Bad Düben

Aus New York zurück nach Nordsachsen – und gleich wieder weiter: Nach 39-monatigem Auslandseinsatz hat sich Polizeihauptkommissar Steven Mittelstädt bei Polizeidirektor Jürgen Kollenrott, Abteilungsführer der Bundespolizeiabteilung Bad Düben, zurückgemeldet. Steven Mittelstädt war seit Ende 2015 bis zum Februar dieses Jahres als Mission Manager in der Polizei-Abteilung des Sekretariats der Vereinten Nationen tätig. Die Polizei-Abteilung ist Teil der Hauptabteilung für friedenssichernde Einsätze.

Ansprechpartner im UN-Hauptquartier in New York

Steven Mittelstädts Arbeitsfeld war das Referat Mission Management and Support, welches für die operative Arbeit der Missionen in aller Welt verantwortlich ist. Dabei unterstützte und beriet er die für Polizeieinsätze zuständigen Leiter bei Friedenseinsätzen beziehungsweise speziellen politischen Missionen der Vereinten Nationen. Er war Hauptansprechpartner im UN-Hauptquartier für alle operativen, logistischen und strategischen Angelegenheiten und wirkte an der Erstellung von Berichten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen mit.

Auch die Zusammenarbeit mit Ständigen Vertretungen polizeistellender Nationen und Mitgliedern des Weltsicherheitsrates gehörte zu seinen Aufgaben. „Der Schwerpunkt lag eindeutig in der polizeifachlichen Beratung der politischen Entscheidungsebene und weniger im polizeilichen Tätigwerden“, erläuterte Mittelstädt.

Und zu tun gab es viel: In den vergangenen Jahren betreute er die Missionen Unsom in Somalia, Unamid im Sudan, Unmiss im Südsudan, Unisfa im umstrittenen Abyei-Gebiet zwischen Sudan und Südsudan, Unsmil in Libyen, Unifil im Libanon und Unoci in der Elfenbeinküste. „Die Ziele der Missionen sind vielfältig und reichen von der Friedenssicherung, dem Schutz der Zivilbevölkerung bis hin zum nachhaltigen Aufbau tragfähiger Strukturen in Polizei und Verwaltung“, erklärte der Hauptkommissar weiter.

Bleibende Eindrücke aus dem Flüchtlingslager

Und die Dienstreisen, unter anderem mit dem Leiter der Polizeiabteilung, hinterließen bei ihm bleibende Eindrücke. Ein herausragendes Erlebnis stellte für Mittelstädt beispielsweise der Besuch eines Zeltlagers mit 200 000 Flüchtlingen dar. Das Lager gilt inzwischen als zweitgrößte „Stadt“ im Südsudan. Die Probleme mit eigenen Augen zu sehen, selbst Streife zu fahren, sich ein eigenes Bild von der Umsetzung der Auftragslage machen zu können, aber auch die Grenzen der Möglichkeiten zu erkennen, das war für den Polizeihauptkommissar eine wichtige Erfahrung.

Für Steven Mittelstädt kam die Verwendung in New York nicht zufällig. Er war bereits 2007 bis 2009 mit der Mission Unmik im Kosovo und von 2010 bis 2011 sowie 2012 bis 2013 – jeweils für etwa ein Jahr – im Rahmen der Mission Eulex ebenfalls im Kosovo eingesetzt. Darauf folgte ab 2014 eine eineinhalbjährige Verwendung im Bundespolizeipräsidium, im Bereich Internationale Angelegenheiten. Über eine Ausschreibung bewarb er sich dann bei den Vereinten Nationen und bekam 2015, ausgewählt unter mehr als 150 Bewerbern, den Zuschlag als Mission Manager. Natürlich reizten ihn nicht nur die berufliche Tätigkeit und die Zusammenarbeit mit Polizeibeamten aus aller Welt. Auch die Stadt New York, der Besuch anderer US-Bundesstaaten sowie Sportevents und Konzerte werden ihm in besonderer Erinnerung bleiben. Übrigens, so Steven Mittelstädt stolz, „war ich der erste Bundespolizist bei den Vereinten Nationen in New York“.

Wechsel ins Ministerium

Für ihn war die Rückmeldung in der Bundespolizeiabteilung Bad Düben zugleich auch der Abschied nach immerhin gut zwölf Jahren Dienst in der nordsächsischen Kurstadt. Nun beginnt er als Sachbearbeiter im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat einen neuen Lebensabschnitt. Sein Erfahrungsschatz aus den Auslandseinsätzen wird aber nicht verloren gehen. Sein neuer Tätigkeitsbereich, besser gesagt das Referat, trägt den Namen „Internationale grenzpolizeiliche Angelegenheiten“.

Bad Düben ist einer von zehn Standorten von Bundespolizeiabteilungen in Deutschland, von denen sich wiederum nur zwei in Ostdeutschland befinden.

Von Michael Marx

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