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Bad Dübener Kirchenforst liefert jährlich 2500 Festmeter Holz

Ernte Bad Dübener Kirchenforst liefert jährlich 2500 Festmeter Holz

Der Bad Dübener Kirchenforst hat in diesem Jahr 2500 Festmeter Holz. Andreas Schirmer, seit vier Jahr zuständiger Revierförster, ist mit diesem Ergebnis nicht ganz zufrieden.

Kirchenrevierförster Andreas Schirmer ist regelmäßig in seinem 1550 Hektar großen Gebiet unterwegs und nimmt dabei auch Schäden an den Waldwegen auf.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Ohne sein Auto wäre Kirchenrevierförster Andreas Schirmer ziemlich verloren. Denn seit fast vier Jahre ist der studierte Forstingenieur für drei kirchliche Waldgemeinschaften Herzberg, Bad Düben und Wittenberg verantwortlich. Insgesamt sind das 1550 Hektar Wald. Allein das Dübener Areal, das sich bis Eilenburg erstreckt und sich aus Flächen der Kirchenkreise Bad Düben, Wittenberg, Herzberg und Bad Liebenwerda zusammensetzt ist so groß wie etwa 350 Fußballfelder.

Viel Arbeit im Revier

So groß wie sein Revier ist auch der tägliche Job, den er hier zu verrichten gilt. Grenzmarkierungen müssen gesetzt, Zäune gezogen und Bäume gekennzeichnet werden. Auch der Wildbestand und seine Entwicklung stehen im Blickpunkt des Kirchenförsters. Mit dem Einsetzen des Herbstes ist auch die Holzernte zu Ende gegangen. Rund 2500 Festmeter Holz, meist aus den Kieferbeständen, wurden in diesem Jahr geerntet. Eine Größenordnung, die der aus den Vorjahren gleicht. Dennoch ist Schirmer nicht ganz zufrieden. Denn es ist der dritte schwache Winter in Folge. „Der Holzverkauf ist immer noch ein erträgliches Geschäft, weil die Holzpreise noch akzeptabel sind. Unsere Bäume gehen in die Möbel-, Spanplatten- und Sägeindustrie“, erklärte der 41-Jährige.

Ernten mit Augenmaß

Ernten mit Augenmaß heißt die Devise auch im Kirchenforst. Die gilt auch für die Bewirtschaftung des Waldes, die laut Schirmer immer mehr an Bedeutung gewinnt. „Die Waldflächen stehen vor gravierenden Veränderungen. Wir wollen die Flächen fit machen für die ökologischen Veränderungen in der Natur. Derzeit haben wir etwa 90 Prozent Kiefernbestände. Zukünftig sollen daraus Mischwälder. Deswegen unterpflanzen wir reine Kieferbestände mit Buchen, Eichen, Weißtannen und Douglasien“, so Schirmer weiter. Auf zwei Hektar Fläche wurde im Bad Dübener Kirchenforst im zurückliegenden Jahr neu aufgeforstet sowie Pflegemaßnahmen auf 35 Hektar durchgeführt. Dass stabile Mischwälder monotone Kiefernwälder ablösen, sei dabei eine bewusst gewählte Strategie. Eine fünfstellige Summe investierte der Forst jedes Jahr in die Neugestaltung des Waldes. Denn billig ist die Aufforstung der Wälder bei weitem nicht. Ein Hektar Eiche anpflanzen inklusive Schutzmaßnahmen vor Tieren schlägt mit rund 10 000 Euro zu Buche.

Zustand der Wälder ist zufriedenstellend

Unterm Strich ist Schirmer mit dem Zustand seiner Wälder zufrieden. „Wir haben einen guten Bestand mit einem Alter der Bäume von durchschnittlich 70-80 Jahren. Aber auch einige Bestände mit über 120 Jahre alten Bäumen sind dabei“, sagte Schirmer. Einen weiteren Schwerpunkt setzt der Revierförster beim Wegebau. Viele Meter, vor allem an wichtigen Kreuzungsbereichen, wurden allein in diesem Jahr instand gesetzt und mit Splitt-Belag befestigt. Das ist notwendig, weil schwere Technik ran muss, um die gefällten Bäume nach der Ernte aus dem Wald zu holen. „Wir machen das meist im Sommer um die Wege zu schonen. Denn bei feuchten Regentagen hinterlassen die 40-Tonner so manche tiefe Furche, die wir danach wieder in Ordnung bringen müssen. Doch die Wege müssen nicht nur den technischen Anforderungen genügen. Mit der Bundespolizei und Sportlern hat der Wald zahlreiche Nutzer, hinzu kommen die Spaziergänger und Wanderer. Da heißt es Kompromisse in der Bewirtschaftung finden“, weiß der Revierförster.

Von Steffen Brost

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