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Bad Düben Bad Dübener Kurrende gelingt Premiere mit neuer Kantorin und Jazz
Region Bad Düben Bad Dübener Kurrende gelingt Premiere mit neuer Kantorin und Jazz
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12:51 11.09.2016
Die neue Frau Neumann tritt mit einer Souveränität auf, die dem Chor sofort die notwendige Sicherheit auch für neue musikalische Experimente gibt. Quelle: Olaf Majer
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Bad Düben

Samstag Abend und eine schwierige Frage: Opernball in Leipzig, RB-Fußballknüller gegen Dortmund oder die Premiere der Dübener Kurrende unter der neuen Kantorin Elisabeth Neumann? Alle Dübener Kulturinteressierten, die weder Ballkarten noch Stadiontickets hatten, entschieden sich für die dritte Option. Das waren viele. Und es war alles andere als eine schlechte Wahl, zum Auswärtsspiel der Kurrende nach Bad Schmiedeberg zu fahren..

"Ich freue mich, dass es so viele Dübener über den 168 Meter hohen Wurzelberg hierher geschafft haben", sagte mit feiner Ironie der Schmiedeberger Pfarrer Christoph Krause. In der Tat: Die Nikolaikirche im Nachbar-Kurort, der immer auch in Konkurrenz zum sächsischen Bad Düben steht, war sehr gut gefüllt. Viele bekannte Dübener Gesichter füllten die Bankreihen, die alle die Frage umtrieb: Wie wird sich die Neue nun so schlagen? Elisabeth Neumann, seit Anfang August Chorleiterin der Kurrende, trat immerhin eine schwierige Nachfolge an. Vorgänger Lothar Jakob (63) hatte den Chor 1978 gegründet und war das Gesicht des Chores. Sein Abschied in den Ruhestand war zugleich eine Zäsur: Kein Kurrendaner hat je unter einem anderem Dirigenten gesungen.

Umso verblüffender der erste Eindruck: Die neue Frau Neumann tritt mit einer Souveränität auf, die dem Chor sofort die notwendige Sicherheit auch für neue musikalische Experimente gibt. Und davon gab es am Sonnabend einige zu bestaunen. Ganz besonders die Jazz-Motette "Jubilate": So etwas hat man bisher in den Abendsingen nicht gehört. Aber es fasziniert! Neumann gelingt es, diesen neuen Swing mit dem vertrauten Kurrende-Sound zu vereinen.

Zweiter Eindruck: Die "Neue" ist detailverliebt. Wenig scheint dem Zufall überlassen, selbst in den Gemeindeliedern wird gefeilt, um beispielsweise "Sünd, Höll und Tod" mit scharfem Akzent wirkungsvoll hervorzuheben. Altgediente Kurrendaner bestätigen: In den Proben werden sogar vertraute Motetten  wie Mendelssohn-Bartholdys "Jauchzet dem Herrn alle Welt" so lange geübt, bis das Werk plötzlich überraschend neu klingt. Dazu kommt: Neues klingt seltsam vertraut. Das erstmals von der Kurrende gesungene Lied "Komm, gute Nacht" von Hermann Settelmeyer war so schön und berührend, als ob es nie im Repertoire des Chors gefehlt hätte.

Der anhaltende Schlussapplaus klang da wie ein Bravo und eine Erwartung: Die Kurrende ist unter Elisabeth Neumann auf einem guten Kurs, eine neue Handschrift ist erkennbar. Jetzt ist man gespannt auf die Fortsetzung,  auch auf die ersten großen Musiken in Bad Düben. Der Kurrende-Kantor a.D. Lothar Jakob, der in einer hinteren Reihe der Schmiedeberger Kirche die Premiere seiner Nachfolgerin verfolgte,  ist da voller Zuversicht: "Sie macht einiges anders. Aber den typischen Kurrende-Klang höre ich weiter, das ist einfach wunderbar." Ein schöneres Lob konnte es an diesem großartigen Abend nicht geben.

Olaf Majer

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