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Bad Dübener Mieter alarmiert: Trinkwasser mit Legionellen verseucht

Bad Dübener Mieter alarmiert: Trinkwasser mit Legionellen verseucht

In den Wohnblöcken Am Schalm in Bad Düben sorgen sich Mieter um ihr Trinkwasser. Dort waren bereits im August hohe Konzentrationen von Legionellen festgestellt worden.

Bad Düben. Das hatten Proben eines Fachlabors ergeben. Bewohner machten das jetzt öffentlich. Betroffen ist der Wohnblock mit der Nummer 5 a bis e sowie weitere in dem Wohnviertel. "Die Nummer fünf ist immer noch befallen", bestätigte gestern Bettina Czerwonatis, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft Bad Düben. Dem kommunalen Unternehmen gehört der zu DDR-Zeiten errichtete Plattenbau. Für die Wohnblöcke Nummer eins und zwei stehen die Untersuchungsergebnisse noch aus.

Um die Bakterien, die Krankheiten hervorrufen können, weitgehend in den Griff zu bekommen, sind Mieter angehalten worden, die Initiative zu ergreifen. Einer, der dabei besonders im Blickpunkt des städtischen Unternehmens steht, ist Stefan Schulze. Der junge Mann wohnt im ersten Eingang, in der 5 a. Dass er wie alle anderen Mieter aufgefordert wurde, für einen ständigen Durchfluss des Warm- und Kaltwassers zu sorgen, Fachleuten Zutritt in die Wohnung zu gewähren, als es um die Untersuchung der Leitungen ging, und das Wasser länger als üblich laufen zu lassen, störte ihn anfangs nicht. Schließlich war ihm daran gelegen, das Legionellen-Problem so schnell wie möglich wieder los zu werden. Auch die Wohnungsbaugesellschaft wurde aktiv, hatte das Wasser hoch geheizt, um die Bakterien abzutöten. Schulze wurde sogar 25 Prozent der Miete für den Monat September erlassen.

Nunmehr aber hat das Unternehmen nach umfangreichen Überprüfungen herausgefunden, dass sich die Legionellen hauptsächlich in Schulzes Wasserleitung konzentrieren - in einem Steigestrang. Das geht aus einem Schriftverkehr hervor, der dieser Zeitung vorliegt. Von einer "hohen Kontamination von Legionellen" ist die Rede, teilte ihm der Vermieter mit - ebenso die Ursache: Er entnehme schlichtweg zu wenig und zu unregelmäßig Warmwasser. "Herr Schulze wird von uns nicht verantwortlich gemacht", sagt Bettina Czerwonatis. Doch sein Verhalten sei letztlich auf die Legionellen-Kontamination zurückzuführen. Schulze wiederum sieht vielmehr in den zwei leeren Wohnungen über ihm den Grund des Übels, aber die Wohnungsbau-Chefin hält dagegen: "Wir haben bewohnte und unbewohnte Wohnungen beprobt. In den Leerwohnungen wird seit diesem Jahr regelmäßig von unseren Handwerkern gespült." Schulze bezweifelt das, zumal er jetzt regelmäßig das Wasser laufen lassen und das ganze in einem Spülplan protokollieren soll - als Nachweis für das Gesundheitsamt. "Wie soll ich das denn machen, wenn ich nicht da bin?", fragt der junge Mann, der als Kraftfahrer tätig und in der Woche selten zu Hause ist. Er will sich gegen die Auflage wehren, sieht nicht ein, das Wasser auf eigene Kosten laufen zu lassen. "Die Kosten müssen die Mieter tragen", erklärt Czerwonatis. "Sie sind mitverantwortlich, dass es täglich in Bewegung ist. Viele sparen und drehen den Hahn nicht mehr so oft auf. Aber stehendes Wasser fördert die Bakterienbildung", stellt sie unmissverständlich klar. Die alten Leitungen seien indes nicht die Ursache für die Legionellenbildung.

Der Wohnblock fünf wird jetzt weiter bespült. Auch Proben werden regelmäßig entnommen - bis das Problem letztlich behoben ist. Das Duschverbot ist derweil aufgehoben. Die Bewohner der Häuser, die außerdem betroffen sind, sollten aber möglichst nicht den heißen Wasserdampf einatmen, rät der Wohnungsvermieter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.10.2014
Von Nico Fliegner und Steffen

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