Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Bad Dübener Museumsdorfverein zeigt Landwirtschaft anno 1930
Region Bad Düben Bad Dübener Museumsdorfverein zeigt Landwirtschaft anno 1930
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:12 02.08.2010
Anzeige

. Der Verein sowie Kutscher Siegfried Händler verwandelten am Sonntagnachmittag das Feld an der Windmühle zu einer historischen Kulisse.

Die Frauen vom Museumsdorf hatten ihre Mühlengewänder an und boten ein Vesper am Wegesrand, so wie es früher einmal war, an. „Dazu haben wir Stullen mit Wurst oder Käse geschmiert. Es gibt Bier aus der Bügelflasche, Mühlentropfen und frisches Landbrot", erzählte Scharr.

Bad Düben. Mit so viel Andrang hatte Katharina Scharr nicht gerechnet. Die Vorsitzende des Vereins Museumsdorf Dübener Heide war überwältigt vom Interesse für die historische Ernte anno 1930 vor der Windmühle.

Nach und nach füllte sich das Feld. Doch vom Bauern fehlte jede Spur. „Früher waren sie immer die Ersten auf dem Feld, heute ist es wohl umgekehrt", witzelte Rolf Krause aus Bad Düben. Der Bauer war an diesem Tag Kutscher Siegfried Händler aus Bad Düben. Seine historisches Gefährt machte ihm eine pünktliche Ankunft zunichte. „Der alte Getreidebinder stammt aus den 30er-Jahren. Da musste erst einiges wieder fahrbar gemacht werden", entschuldigte sich Händler. Die Besucher ließen sich derweil die Stullen schmecken. Eigentlich sollte sich auch die Windmühle drehen. Das laue Lüftchen vermochte das schwere Windrad nicht in Schwung zu bringen. So versuchten Olaf Scharr und Hansi Stelter, mit einigen Sturmbrettern dem Wind eine größere Angriffsfläche zu bieten. Doch auch die zusätzlichen Teile brachten die Mühle nicht in Gang.

Die Idee für diese außergewöhnliche Veranstaltung hatte der Verein Museumsdorf vor einiger Zeit. „Wir wollten die Vergangenheit wieder lebendig werden lassen und einmal zeigen, wie es früher so war. Heute ist alles leichter und wird von wenigen Händen erledigt. Früher brauchte man dazu das halbe Dorf", erzählte Scharr weiter. Während Siegfried Händler seinen Getreidebinder vorbereitete, durften einige Unentwegte mit der Handsense am Roggenfeld loslegen. Dabei stellten sich die Besucher gar nicht so schlecht an. Etwas erfahrener zeigte sich Egon Helfricht aus Prettin an der Elbe. „Ich habe in den 40er-Jahren in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Brandenburg gearbeitet", so der 84-Jährige. „Damals wurden die Jungen und Mädchen auf den Höfen gebraucht. Wir mussten melken, Ställe ausmisten und natürlich im Haushalt und bei der Ernte helfen." Später zeigte der Senior, dass er beim Garbenbinden, dem Bündeln und Zusammenstellen der abgetrennten Getreidehalme die vor Jahrzehnten gelernten Handgriffe immer noch beherrschte. Auf diese Art sei früher das Getreide auf den Feldern einige Tage getrocknet worden, um es später in Scheunen aufzubewahren und später auszudreschen. Heute erledige der Mähdresccher in einer Stunde die Arbeit, für die früher vier Menschen sechs Tage lang auf dem Feld standen.

Mittlerweile hatte Händler ein eingerostetes Rad erfolgreich gelöst und konnte seine Kaltblutpferde Max und Pia vor das Gefährt spannen. Und auch das Ernten mit der Handsense lief weiter. Immer mehr versuchten sich als Erntehelfer. „So etwas kenne ich nur aus dem Buch. Heute geht das ja viel moderner. Aber es ist interessant zu sehen, wie es früher einmal gemacht wurde. Ich habe gehörigen Respekt vor den Menschen, die damals so arbeiten mussten", sagte Karin Böck aus Gräfenhainichen.

Steffen Brost

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Tornau. An zwei Tagen im Jahr wird es laut im sonst so idyllischen Hammerbachtal in Tornau. Motorsägen knattern und Holzspäne fliegen wild umher.

02.08.2010

Bad Düben. Nepper, Schlepper, Bauernfänger. So würde Bad Dübens Kantor Norbert Britze wohl die Absender jener Post bezeichnen, die ihm kürzlich zugestellt wurde.

29.07.2010

[image:phpe82JxL20100728162220.jpg]
Bad Düben. Die Insel inmitten des Kreisverkehrs in Bad Düben am Ortsausgang Richtung Schwemsal erregt weiter die Gemüter.

28.07.2010
Anzeige