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Bad Düben Bad Dübener NVA-Gebäude: Investor springt ab
Region Bad Düben Bad Dübener NVA-Gebäude: Investor springt ab
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13:54 19.05.2015
Bisher ein fragwürdiger Abenteuerspielplatz für Kinder und Jugendliche: das ehemalige Küchengebäude. Quelle: Steffen Brost
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Dazu zählten neben dem ehemaligen Stabsversorgungsgebäude auch acht ehemalige Soldatenunterkunftsgebäude im DDR-Plattenbaustil. Zum Kauf ist es bis heute nicht gekommen. Nur eine schriftliche Absichtserklärung wurde unterzeichnet. Wie Rex Gordon Paerisch informierte, habe sein Unternehmen kein Interesse mehr an der Vermarktung und Erschließung dieses Areales. Der Grund: Die JR Heimdall Invest GmbH hatte großes vor mit den Ruinen. "Wir wollten dort eine zentrale Aufnahmestelle für Asylanten mit integrierter Bildungseinrichtung etablieren. Alles, was notwendig gewesen wäre, um Menschen hier zu integrieren, sollte dort rein. Von der Erledigung sämtlicher Formalitäten bis hin zu Unterrichtsräumen für Deutschkurse", verriet Paerisch. Doch dazu wird es nicht kommen. Paerisch ist derweil sauer auf die Politiker in Dresden und Berlin. Denn sein Vorhaben fand weder an der Elbe noch an der Spree Gehör. "Man sagte lapidar, dass für solche Vorhaben kein Interesse bestünde. Wir haben unseren guten Willen gezeigt, wollten aus den Gebäuden noch etwas sinnvolles machen. Denn Asylanten und Flüchtlinge können nicht dauerhaft in Turnhallen oder Hotels untergebracht werden. Wir wollten etwas dauerhaftes bauen, so wie damals die zentrale West-Anlaufstelle für DDR-Flüchtlinge in Gießen", sagte Paerisch.

Die seit der Wende leerstehenden NVA-Gebäude sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Oft treiben sich Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene in den Gebäuden herum. Vor allem das Ex-Küchengebäude wurde und wird bis heute als Abenteuerspielplatz genutzt. Vielfach mussten auch schon das Bad Dübener Ordnungsamt und die Polizei eingreifen, als sich Jugendliche auf dem Dach herumtrieben. Ein Schweizer Unternehmen hat das Areal vom Bundesvermögensamt erworben und ist Eigentümer. Nach mehrmaliger Aufforderung der Stadt Bad Düben sicherten die Eidgenossen vor langer Zeit das Gebäude. Es kamen Holzplatten an die Fenster, die Eingänge wurde verschweißt. Doch das hielt nicht lange. Mit Gewalt verschafften sich die Jugendliche wieder Zugang. Als das Schweizer Unternehmen in Insolvenz anmeldete, übernahm den Besitz ein weiteres Unternehmen aus der Schweiz. Nach dem Verzicht der Markranstädter, bleibt das Gelände weiter in deren Besitz. Anders könnte sich dagegen die Zukunft des ehemaligen Gymnasiums entwickeln. Ein Interessent hat dafür die Idee, einen Bürokomplex für eine Ausbildungsstätte samt Lagermöglichkeiten zu etablieren. Das Thema wird diese Woche im Stadtrat diskutiert. Wie Bauamtsleiterin Heike Dietzsch gestern bestätigte, gibt es inzwischen einen zweiten Interessenten. Was der genau vor hat, konnte bislang noch niemand sagen. Das wird den Stadtrat in einer der nächsten Sitzungen beschäftigen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.04.2015
Steffen Brost

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