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Bad Dübener Polizisten werden für Terroreinsätze geschult

Lebensbedrohliche Einsatzlage Bad Dübener Polizisten werden für Terroreinsätze geschult

Lebensbedrohliche Einsatzlage – das klingt gefährlich, war es aber nicht ganz. Um in solchen Situationen schnell eingreifen zu können, nahmen die Frauen und Männer der Bundespolizeiabteilung Bad Düben jetzt an einer Fortbildung „Lebensbedrohliche Einsatzlagen“ teil.

Die Polizisten der Bundespolizeiabteilung Bad Düben bekommen vor der Übung wichtige Instruktionen von den Trainern.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Amokläufe wie in einem Münchener Einkaufszentrum, der Axt- und Messerangriff eines Mannes auf die Insassen in einer Regionalbahn bei Ansbach, die Attacke eines syrischen Mannes auf einen Polizisten im Hauptbahnhof von Hannover oder andere Terrorlagen erschütterten in der Vergangenheit das Land. Um in solchen Situationen schnell eingreifen zu können, absolvierten die Frauen und Männer der Bundespolizeiabteilung Bad Düben jetzt eine Fortbildung „Lebensbedrohliche Einsatzlagen“.

65 Beamte sind im Einsatz

Die 2. Einsatzhundertschaft trainierte mit 65 Polizeivollzugsbediensteten in einer ehemaligen Liegenschaft der Nationalen Volksarmee in einem Kossaer Waldgebiet diese Amoklagen. Als Standort für die Szenerie diente eine alte Fahrzeughalle mit mehreren Nebenräumen. „Bevor die Polizisten die Halle stürmen, in der sich die bewaffnete Geiselnehmer mit ihren Geiseln verschanzt hatten, musste erst einmal die Lage eingeschätzt werden. Kopfloses und unüberlegtes Handeln wäre in solchen Situationen unangebracht. Deshalb weisen unsere Trainer die Polizisten vorher entsprechend ein. Es gilt Fragen zu klären, wie man ins Gebäude reinkommt und man sich und seine Kollegen richtig absichert“, erklärte der Ausbildungsleiter der Bundespolizeiabteilung Bad Düben, Polizeihauptkommissar Sven Höhne.

Und so wird das Heranpirschen an das Gebäude auch gleich zweimal trainiert, immer wieder begleitet von neuen Tipps der Trainer zur Eigensicherung. Dann geht alles blitzschnell. Es knallt lautstark. Mehrere vermummte Täter rennen aus dem Gebäude und schießen wild mit Übungsmunition um sich. Die Trainer entscheiden schnell, wer von den Einsatzkräften tödlich getroffen oder verletzt wird. Dann dringen die Polizisten weiter ins Haus vor. Immer wieder hallen Schreie und Schüsse durch die dunklen Flure. „Wir wollen das so realitätsnah wie nur möglich gestalten. Und da gehört so etwas dazu“, weiß Höhne.

Trainer geben Anweisungen

Im Dunkeln bahnen sich die Beamten den Weg, sichern einen Raum nach dem anderen. In der alten Fahrzeughalle dann der Showdown. Die Polizisten stürmen mit ihren Waffen im Anschlag in die Halle. Doch auch hier können die Vermummten mehrere Beamte ausschalten. Am Ende ziehen die Verantwortlichen trotzdem ein positives Fazit. „Wir bilden ja auch keine Einzelkämpfer aus, sondern vermitteln Wissen und taktische Vorgehenswesen für einen Notfall“, so Höhne weiter.

Die Bewältigung von Einsatzlagen der Schwerkriminalität mit hoher Eigengefährdung obliegt zwar grundsätzlich den polizeilichen Spezialeinheiten. Gleichwohl sind ad-hoc-Situationen denkbar, in denen nicht auf deren Eintreffen gewartet werden kann, sondern vielmehr erste polizeiliche Maßnahmen bereits durch die vor Ort befindlichen Kräfte ergriffen werden müssen, informiert Pressesprecher Michael Marx. Dabei kann das Spektrum von der Einrichtung einer Absperrung bis hin zum offensiven Vorgehen gegen den oder die Täter reichen, um Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung und insbesondere solche für Leib und Leben abzuwehren. Diese seien auch im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei denkbar und können damit auch Beamtinnen und Beamte der Bundesbereitschaftspolizei betreffen. „Jeder Polizeibeamte kann in eine Vielzahl unterschiedlicher Sachverhalte, die lebensbedrohliche Einsatzsituationen beinhalten können, geraten. Entsprechende Maßnahmen müssen trotz weniger Erkenntnisse eingeleitet werden. Dabei istImprovisationsgeschick gefragt bei einem zwangsläufig erhöhten Eigenrisiko. Entsprechend sind unsere Fortbildungsinhalte ausgerichtet. Es geht um verschiedene Bewegungsformen im Gelände oder in Gebäuden, um das Vorgehen in Fluren und Treppenhäusern sowie um das Eindringen und Entfalten in Räumen. Es gilt Gefahren zu erkennen und soweit wie möglich auch ohne Worte im Team zu arbeiten“, sagte der Sprecher.

Derzeit üben die Bad Dübener Beamten in verschiedenen Bereichen. Zum einen im Bundesforst, bei der Bundeswehr in Delitzsch sowie auf der eigenen Liegenschaft in Bad Düben.

Von Steffen Brost

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