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Bad Dübener organisiert Ausstellung zum Dreißigjährigen Krieg

Beginn jährt sich zum 400. Mal Bad Dübener organisiert Ausstellung zum Dreißigjährigen Krieg

Zum 400. Mal jährt sich im kommenden Jahr der Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Anlass für Sonderausstellungen, die als Gemeinschaftsprojekt mit der Ur-Krostitzer Brauerei und den Museen in Nordsachsen gezeigt werden sollen. Projektkoorodinator ist der Bad Dübener Günter Tempelhof.

Der Bad Dübener Günter Tempelhof ist der Projektkoordinator für die Sonderausstellung „Je weniger Klingen je größer die Herzen“ im Landkreis Nordsachsen.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Zum 400. Mal jährt sich 2018 der Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Unter dem Titel „Je weniger Klingen, je größere Herzen“ wird es von Mai bis Oktober im kommenden Jahr unter anderem in Bad Düben, Delitzsch, Eilenburg, Taucha und Torgau Ausstellungen geben. Der Bad Dübener Günter Tempelhof ist der Projektkoordinator und hat in den vergangenen Jahren das meiste seiner Freizeit in die Vorbereitung investiert.

Viele Lücken in der Recherche

Er recherchierte monatelang in Archiven in Dresden, Straußberg, Potsdam und Berlin. „Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit der Historie unserer Region. Ich habe Forschungen zu Gustav Adolf von Schweden gemacht oder zum Militär in unserer Stadt und viele Chroniken zu Unternehmen und Vereinen erstellt.“ Seit 2014 kümmert er sich um das Projekt 400 Jahre Dreißigjähriger Krieg. „Ich bin der Meinung bin, dass hier vieles noch nicht grundlegend recherchiert ist. Es gibt viele Lücken. Oftmals wurde in der Vergangenheit diese Spezifik mit wenigen Sätzen abgehandelt. Doch es steckt mehr dahinter. Wir haben das Projekt angeschoben und es als Grundlage genommen, neue wissenschaftliche Recherchen umzusetzen und zu beleuchten. Mit dem Ergebnis diese regionale Ausstellung zu zeigen“, so der 64-Jährige.

Gemeinschaftsprojekt mit Brauerei und Museen

Bei den Sonderausstellungen handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit der Ur-Krostitzer Brauerei und den Museen in Nordsachsen. „Unser Ur-Krostitzer Bier ist mit einer historischen Gestalt aus dem Dreißigjährigen Krieg unmittelbar verbunden. Daher war es uns eine Selbstverständlichkeit, das ehrgeizige Ausstellungsprojekt zum Thema 400 Jahre Dreißigjähriger Krieg zu unterstützen“, sagte Wolfgang Welter, Geschäftsführer der Krostitzer Brauerei. In Leipzig und der Umgebung fanden im Laufe des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) große Feldschlachten, Belagerungen und vielerorts Kämpfe der zahlreichen verfeindeten Lager statt. Im Jahr 1646 wurde in Eilenburg für Kursachsen Frieden geschlossen, was auch zum finalen Westfälischen Frieden von 1648 führte. Die Krostitzer Brauerei im Norden von Leipzig kann fast ein halbes Jahrtausend Brautradition vorweisen und gehört damit zu den ältesten Brauereien Deutschlands. Das Markenzeichen der Krostitzer Biere, der Schwedenkopf, geht auf eine Begebenheit während des Dreißigjährigen Krieges zurück: Der schwedische König Gustav Adolf II. war am 6. September 1631 mit seinen Truppen in Richtung Leipzig unterwegs. Erst im Ort Crostitz konnte der durstige König ein Bier erhalten. Zum Dank für die dargebotene Kanne schenkte der König dem Braumeister einen rubinbesetzten Goldring. Gustav Adolf zog weiter und siegte am nächsten Tag in der Schlacht bei Breitenfeld.

Bundestagsabgeordneter übernimmt Schirmherrschaft

Günter Tempelhof holte sich mit dem nordsächsischen Bundestagsabgeordneten Marian Wendt einen zuverlässigen Unterstützer ins Boot. „Gerne unterstütze ich das Projekt, das zum einen an das Geschehene erinnert, gleichzeitig mahnt und zur Bewahrung des Friedens aufruft. Mir ist es eine große Ehre die Schirmherrschaft für dieses Projekt übernehmen zu dürfen“, sagte Wendt. Bis nächstes Jahr die erste Sonderausstellung am 13. Mai in Eilenburg eröffnet wird hat Tempelhof noch viel zu tun. „Ich bereite derzeit eine umfangreiche Materialsammlung vor. Außerdem koordiniere ich zahlreiche Leihgaben. Die technische Umsetzung der verschiedenen regionalen Schauen werden durch die jeweiligen Museumsleiter vorangetrieben. Wenn es nächstes Jahr dann endlich los geht ist meine Arbeit zum größten Teil getan“, blickt der Bad Dübener voraus. Doch vor Langeweile scheint Tempelhof keine Angst zu haben. Dann will der 64-Jährige sich der Fortschreibung der Chronik über die Militärtechnische Schule „Harry Kuhn“ in Bad Düben widmen.

Von Steffen Brost

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