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Bad Dübens Angelfreunde sauer: Essensreste laden immer wieder im Obermühlenteich

Freizeit & Hobby Bad Dübens Angelfreunde sauer: Essensreste laden immer wieder im Obermühlenteich

Die Dübener Angelfreunde haben Pläne: Sie wollen Kinder für ihr Hobby begeistern und laden im Juni zu einem Schnuppertag. Aber die Hobby-Fischer haben auch Sorgen: Im Obermühlenteich landen immer wieder Essensreste. Das kann im schlimmsten Fall den Tod der Fische bedeuten.

Beißt einer? Regelmäßig sitzen die Mitglieder der Dübener Angelfreunde am Bad Dübener Obermühlenteich.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Es herrscht morgendliche Stille am Obermühlenteich in Bad Düben. Der Teich dampft, ist wärmer als die Luft draußen. Entspannt sitzen Vereinsvorsitzender Bernhard Claus, Andreas Lehmann und Olaf Oelschlegel von den Dübener Angelfreunden am Ufer und haben ihre Ruten ausgeworfen. „Wir gehen heute auf Karpfen. Doch sie wollen nicht so recht beißen“, flüstert Olaf Oelschlegel.

Der Obermühlenteich ist neben dem Albrechtsloch und der Kiesgrube bei Profiroll eines von drei Pachtgewässern, um das sich die Angler kümmern. Diesmal hat Andreas Lehmann Rollendraht und einen Nistkasten mitgebracht. „Der Rollendraht wird als Biberschutz um die Stämme der Bäume befestigt, damit er sie nicht annagen kann. Und der Nistkasten kommt in die Baumkrone für die Vögel.“

Verein zählt 80 Mitglieder

1990 haben sich die Bad Dübener Hobbyangler zu den Angelfreunden als eingetragener Verein zusammengefunden. Gefischt wird in der Kurstadt aber schon weit länger. Der Vorsitzende schätzt seit etwa 1900. Zur Gründung hatte der Bad Dübener Verein um die 100 Mitglieder. Aktuell sind 80 registriert. Tendenz steigend. „Wir gehörten damals aber noch zu Schwemsal/Bad Düben und waren im Kreisverband Bitterfeld verankert. Das hatte den Grund, weil die Sachsen sich nach der Wende dem Verband der Sportfischer aus der Bundesrepublik anschlossen, wir aber lieber beim Deutschen Angelverband bleiben wollten“, erklärte Claus.

Der Verein will sich in diesem Jahr verstärkt um den Nachwuchs bemühen. Im vergangenen Jahr scheiterte der Versuch, ein Kinder- und Schnupperangeln durchzuführen, an Teilnehmern. Jetzt soll am 12. Juni ab 10 Uhr ein neuer Versuch am Obermühlenteich unternommen werden. Auch ein Familienangeln ist geplant. Das soll am 18. Juni ab 14 Uhr am Badeteich in Schwemsal stattfinden.

Hecht, Zander und Karpfen

Angelzeit ist das ganze Jahr über. Nur an die Schonzeiten zwischen Februar und Mai muss sich gehalten werden. Außerdem muss jeder, der eine Angel auswirft, im Besitz eines Fischereischeins sein. Sonst droht ein Verwarngeld von der Behörde. Für Kinder und Jugendliche gibt es einen speziellen Fischereischein. „Vor allem Hecht, Zander, Karpfen und viele Weißfischarten sind hier zu Hause. Das letzte Hochwasser hat wieder alles durcheinandergewirbelt. Da sind viele Fische verschwunden oder wurden weggespült. Wir haben mittlerweile neue Bestände ausgesetzt“, so Claus.

Viel Wert legen die Angler auch auf die Pflege ihrer Gewässer und können es nicht verstehen, dass immer wieder Besucher, vor allem am Obermühlenteich, ganze Brötchen und Brote den Enten zum Fraß vorwerfen. „Wenn das einmal passiert, ist das nicht so schlimm. Es kommen aber viele und werfen Essensreste rein. Das kann im schlimmsten Fall den Tod der Fische bedeuten, wenn das Wasser dadurch umschlägt“, weiß Oelschlegel.

Überlegung: Teich mit Netz abfischen

Im Laufe des Jahres soll es dem Wels im Obermühlenteich an den Kragen gehen. Denn der minimiert den Friedfischanteil derzeit ganz gehörig. „Wir schätzen, dass hier irgendjemand mal kleine Welse ausgesetzt hat, die jetzt ihr Unwesen treiben. Wir überlegen, den Teich einmal mit einem Netz abzufischen und die Übeltäter zu entfernen“, so Claus.

Mit dem Beißen sieht es an diesem Tag schlecht aus. Nur zwei, drei Fischlein zappeln irgendwann am Haken. Die Angler entlassen sie wieder in die Freiheit. Sie sollen noch ein wenig wachsen.

Von Steffen Brost

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