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Bad Dübens Attraktivität im Fokus - wofür die Stadtratskandidaten kämpfen

Bad Dübens Attraktivität im Fokus - wofür die Stadtratskandidaten kämpfen

Die Kurstädter haben am Sonntag die Wahl - und die wird ihnen nicht leicht gemacht. 58 Frauen und Männer haben sich als Kandidaten für den Stadtrat aufstellen lassen, wollen die kommunalpolitischen Geschicke der Kleinstadt in den nächsten fünf Jahren lenken.

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Das Team vom Café Paradeplatz mit Claudia Leibnitz, Torsten Rasenberger und Mandy Schwerdtfeger (von links) freut sich über den Freisitz.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. 18 von ihnen werden ins Rathaus einziehen. Mit welchen Zielen die Parteien und Wählervereinigungen punkten wollen - hier ein Überblick.

CDU: Die Christdemokraten haben 13 Kandidaten aufgestellt. Sie wollen vor allem Bad Düben attraktiver für junge Familien machen. "Fehlende oder nur durchschnittliche Angebote in den Bereichen Versorgung, Bildung, Kultur und Freizeit sind Gründe für die Abwanderung junger Menschen", sagt Gisbert Helbing vom CDU-Stadtverband. Auch die Beseitigung der Verkehrsprobleme in Wellaune und Bad Düben stünde im Fokus. "Es geht uns darum, unsere Stadt zukunftssicher zu machen und dass sich alle Bürger wohlfühlen und ihre persönliche Zukunft in Bad Düben sehen." So sollen Wohn- und Bauvorhaben gefördert, die einheimische Wirtschaft angekurbelt und der Polizeiposten erhalten bleiben. Die CDU setzt zudem auf eine "kooperative Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr" und will die Ortsteile stärken. Bad Düben soll außerdem "ein kurstadtgerechtes Verkehrskonzept" erhalten und als Kur- und Tourismusstandort weiter entwickelt werden. An einem gymnasialen Angebot mit überregionaler Ausstrahlung halten die Christdemokraten fest, wollen sich zudem für die Erweiterung der Kultur-, Sport- und Freizeitangebote stark machen. Auch das Thema Energiesparstadt soll forciert werden. Zudem die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes für Bad Düben, Tiefensee und Wellaune.

Die Linke: Die Partei hat fünf Kandidaten am Start. Sie setzt sich für die Sicherung der Mitspracherechte der Bürger bei der Planung von Straßenbau-, Verkehrs-, Abwasser- und Müllentsorgungsprojekten, bei Satzungsdiskussionen und Gebührenfestlegungen ein, will eine "optimale Umwelt- und Energiepolitik" betreiben. "Handlungsgrundlage ist der vom Stadtrat beschlossene Maßnahmeplan für den Erhalt des Europäischen Energie Award und die Pretzscher Erklärung zur Entwicklung einer energieautarken Region", teilt Linke-Ortsverbandschef David Himmer mit. Schwerpunkte dabei sind "die Entwicklung von Modellprojekten zur Erhöhung der Energieeffizienz und Energiekosteneinsparung, der Aufbau einer Energiegenossenschaft sowie die konsequente Unterstützung des Öko-Beirates". Weitere Themen der Linken: Erhöhung der Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs, Erhalt des Freibades Hammermühle, eine schuldenfreie Kurstadt im Jahr 2020, der Erhalt von Bildungs- und Kindereinrichtungen sowie faire und bezahlbare Entgelte und Betriebskosten bei der Nutzung kommunaler Einrichtungen. Außerdem lehnt Die Linke "jede Form der Massentierhaltung im Bereich der Kurstadt" ab.

SPD: "Unsere Kandidaten rücken vor allem den lebenswerten Charakter unserer Kommune in den Mittelpunkt des Interesses", konstatiert Ortsvereinschef Stefan Lange. 16 Frauen und Männer sind für die Wahl nominiert. Die SPD will für ein "Wir-Gefühl" sorgen. "Viele Projekte wurden durch die Kandidaten unserer Liste initiiert und getragen. Exemplarisch können wir das Museumsdorf und das Landschaftstheater nennen", so Lange weiter. Über diese "gelebten Projektgedanken, welche wir entscheidend im Stadtrat anschieben konnten, betreiben wir Stadtmarketing zur Steigerung unserer touristischen Anziehungskraft". Darüber hinaus wollen die Sozialdemokraten den Dübenern "ein abwechslungsreiches Freizeitangebot" unterbreiten und zugleich als Auftraggeber für lokale Unternehmen fungieren. "Wir stehen für die uneingeschränkte Bürgerorientierung in unserem politischen Handeln, für den Ausbau der touristischen Anziehungskraft, für die Förderung der Wirtschaft vor Ort und gegen Langeweile, Interessenlosigkeit und gegenseitige Missgunst."

Freie Wähler Gemeinschaft: Sie haben neun Kandidaten aufgestellt, wollen sich auf die Stadtentwicklung, Familien- und Umweltpolitik konzentrieren. Wie Edith Scheeren von der FWG mitteilt, steht die Modernisierung des nördlichen Stadtgebietes im Fokus, darunter die Kitas und die Friedhofsmauer. Unbefestigte Straßen sollen befestigt und die Ortsumgehung Wellaune vorangebracht werden. Auch der S-Bahn-Anschluss an die Stadt Leipzig steht auf der Agenda, ebenso die Kurstadtprädikatisierung und die Entwicklung neuer Kurangebote wie Ferienwohnungen am Kurpark und ein Bootsanleger sowie die Pflasterung des Mulderadweges. Wichtig ist den Freien Wählern auch der schnelle Hochwasserschutz, die Zusammenlegung der Horte in die Heide-Grundschule und damit eine Verbesserung der Ganztagsbetreuung. Die Innenstadtinitiative soll weitergeführt werden, um den Handel zu stärken. Im Bereich Umwelt steht die Weiterentwicklung Bad Dübens als Energiesparstadt auf der Agenda, hier die Verteidigung des Titels und ein ökologisches Stadtkonzept. Die FWG lehnt zudem industrielle Massentierhaltung ab.

Bürgerkreis: Die neun Kandidaten des Bürgerkreises sind nach eigenen Angaben "kompetent, ehrlich und kritisch, suchen konstruktiv nach Lösungen, setzen auf die freie Meinung und nehmen die Probleme und Anliegen des 'kleinen Mannes' in unserer Heimatstadt ernst", wie Emil Gaber mitteilt. "Wir beschäftigen uns nicht mit großen Visionen, sondern mit den vielen kleinen Dingen, die für eine liebenswerte Kurstadt wichtig sind." Beispiele: Erhalt der kommunalen Einrichtungen wie Jugendhaus, Bibliothek, Freibad, Bürgerhäuser. Der Bürgerkreis will sich für besucherfreundliche Öffnungszeiten der touristischen Einrichtungen und einen verbesserten überregionalen Personennahverkehr stark machen, die Gewerbetreibenden unterstützen, das Ehrenamt wertschätzen und die Vereinsarbeit fördern. Weitere Ziele sind die Sicherung des Kurortstatus, die Pflege von Kultur und Traditionen sowie "nachvollziehbare und transparente Hochwasserschutzkonzepte". Gaber: "Selbstverständlich unterstützen wir begonnene und notwendige Sanierungsmaßnahmen wie Stadtumbau Ost, Friedhofsmauer und die Beseitigung von Hochwasserschäden, sehen aber auch die Notwendigkeit der Sanierung einiger Straßen, Geh- und Radwege. Wir wünschen uns auch ein Gymnasium und die Ortsumgehungen, aber das liegt leider nicht nur in unserer Hand."

FDP: Die Liberalen sind mit fünf Kandidaten vertreten. Kernziel: "Bei touristischen Obliegenheiten in der Kurstadt und Umgebung nach dem Slogan 'Tourismus ist Wirtschaft' handeln", sagt Ortsvereinschef Raik Zenger. "Es besteht die Gefahr, dass unserer Region durch den Südraum Leipzig sowie durch Bitterfeld der touristische Rang abgelaufen wird." Weiterhin liegen der FDP die Erhaltung des Kurstadtstatus und die artesischen Brunnen am Herzen. Außerdem soll die Kunstszene in Bad Düben gefördert werden.

Bündnis 90/Die Grünen: Die Partei hat eine Kandidatin für die Wahl nominiert. Hauptziel: "Keine weiteren Massentierhaltungen rund um Bad Düben", so Petra Würdig, die in den Stadtrat einziehen will. Denn das würde den Kurstadtstatus und die Tourismusentwicklung in Gefahr bringen. "Wir wollen die kleinen Bauern im Umland unterstützen und uns für nachhaltige Wirtschaftskreisläufe stark machen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2014
Von Nico Fliegner

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