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Bad Dübens Bahnhof hat neuen Besitzer

Bad Dübens Bahnhof hat neuen Besitzer

Der ausrangierte Bahnhof in Bad Düben hat einen neuen Eigentümer: Michael Kühn, langjähriger Friedhofsgärtner in der Kurstadt mit eigenem Gartenbaubetrieb hat die Immobilie vor Kurzem erworben und will sie jetzt Schritt für Schritt auf Vordermann bringen.

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Michael Kühn hat ehrgeizige Pläne mit dem alten Bahnhof in Bad Düben. Die Immobilie hat er kürzlich erworben, will sie sanieren.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Eine ambitioniertes Projekt.

Auf dem ersten Blick sieht er noch immer imposant aus, der rötliche Klinkerbau im Süd-Osten der Stadt. Doch beim genaueren Hinsehen wird deutlich, wie sehr der Zahn der Zeit an dem Objekt genagt hat. Die Fenster sind demoliert, das Unkraut wächst aus dem Dach, eine moosartige Flechte breitet sich immer mehr aus. Hinzu kommen Graffiti-Schmierereien. Müll liegt herum und der Bahnsteig wächst immer mehr zu, vom Kopfsteinpflaster ist kaum noch etwas zu sehen.

Michael Kühn will den Bahnhof jetzt aus dem Dornröschenschlaf wecken. "Auf einem Schild stand, dass der Bahnhof zum Verkauf steht. Da habe ich dort angerufen und so kam es dann", erzählt er. Kühn hat das etwa 250 Quadratmeter Fläche umfassende Gebäude von einem Immobilienunternehmen erworben und einen fünfstelligen Betrag im unteren Bereich bezahlt. Die genaue Summe will er nicht nennen. Doch er habe bei den Verhandlungen den Preis deutlich senken können. Schließlich weise das Gebäude etliche Mängel auf, erst recht, seit vor Jahren eine Linde auf das Gebäude fiel und das Dach beschädigte. Derzeit sei die Immobilie nicht einfach so nutzbar. Doch nutzbar will er den Bahnhof wieder machen.

Dem Landschaftsgärtner schwebt zunächst vor, das Objekt zu sichern. Ein Bauzaun ist bereits errichtet worden. Erster Schritt sei die Nutzung einer Halle. Dort will Michael Kühn seine Oldtimer unterstellen - das sind ein W 50, ein Deutz und ein Wartburg, an die er "gern herumschraubt", wie er sagt. "Dort habe ich meine Ruhe, störe niemanden." Nächster Schritt sei dann der ehemalige Wartesaal. Denn Michael Kühn ist auch künstlerisch tätig, malt Bilder und schafft Skulpturen. Im Wartesaal soll sein neues Atelier entstehen. Auch Wohnungen im Obergeschoss seien denkbar.

Was den Landschaftsgärtner antreibt, dem Bahnhofsgebäude wieder mehr Glanz zu verleihen? "Mein Vater war 17 Jahre lang Dampflokfahrer und im Bahnbetriebswerk Wittenberg tätig. Ich habe ihm als Kind oft Essen gebracht", erzählt er. Das ganze Drumherum fand er schon damals faszinierend. "Ich finde schade, wie die Bahn nach der Wende mit ihren Gebäuden umgegangen ist."

Die hat nämlich viele ihrer Immobilien verkauft, meistens im großen Paket, darunter den Dübener und Laußiger Bahnhof oder den in Mockrehna. 2004 wurde das Unternehmen First-Rail-Estate in Bad Düben neuer Eigentümer. Es kündigte damals verheißungsvoll an, das marode Gebäude in einen ordentlichen Zustand versetzen zu wollen und nach neuen Nutzungsmöglichkeiten zu suchen. Es sollte gar neu vermietet werden. Doch aus all dem wurde nichts. Der Bahnhof war mehr und mehr dem Verfall preisgegeben - und nicht nur der.

Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) begrüßt die Pläne des Landschaftsgärtners. "Wir stehen der Sache positiv gegenüber. Ich finde es gut, dass jetzt ein Einheimischer neuer Eigentümer ist und der Bahnhof nicht länger ein Spekulations- und Abschreibungsobjekt von Immobilienfirmen ist", sagte sie und wünscht dem neuen Besitzer gutes Gelingen.

Michael Kühn hat mittlerweile auch seine Fühler zum Bahnhof in Söllichau ausgestreckt, der seinen Angaben zufolge immer noch der Bahn gehört, die ihn aber ebenfalls verkaufen will. Auch an dieser Immobilie hat der Unternehmer Interesse und bereits Kontakte zur Bahn geknüpft. Ob er den Bahnhof ebenfalls kaufen wird, steht noch nicht fest. Doch Visionen hat er bereits, könnte sich eine Art Pension unter dem Motto "Schlafen im Stellwerk" vorstellen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.05.2013

Nico Fliegner

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