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Bad Dübens Bürgermeisterin blickt auf zehn Jahre Amtszeit zurück

Astrid Münster Bad Dübens Bürgermeisterin blickt auf zehn Jahre Amtszeit zurück

Vor zehn Jahren übernahm die Rechtsanwältin Astrid Münster mit dem Bürgermeisteramt ihren bisher längten Fall. Obwohl in der jüngeren Vergangenheit gerade mit dem NaturSportBad, der Obermühle oder dem Hortneubau viel auf den Weg gebracht wurde, bezeichnet die Bad Dübenerin etwas ganz anderes als ihren größten Erfolg.

Der neue HKV-Präsident Matthias Lachmann (links) und der Ehrenpräsident Peter Oms (rechts) mit Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster bei der Schlüsselübergabe im November 2016. Für Astrid Münster ist Karneval keine Pflicht, sondern Leidenschaft.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Es sind tatsächlich schon zehn Jahre. Anfang Mai 2007 hat Astrid Münster das Amt der Bürgermeisterin der Kurstadt übernommen. Sie trat damit die Nachfolge von Eckehard Tulaszewski an, der mit dem 68. Geburtstag nach sächsischem Recht Ende April 2007 ausscheiden musste. Astrid Münster, die im thüringischen Sömmerda geboren wurde, zog 1975 mit ihren Eltern nach Bad Düben. Hier besuchte sie die Polytechnische Oberschule, und machte in Eilenburg ihr Abitur. Später studierte sie Jura in Würzburg und Leipzig. 2001 machte sich die Angestellte einer Anwaltskanzlei dann selbstständig. 2007 gewann die alleinerziehende Mutter durchaus überraschend und deutlich gegen die CDU-Kandidatin Rita Henke. 2014 wurde sie im Amt bestätigt. LVZ sprach am Telefon mit der Amtsinhaberin, die sich derzeit mit Amtskollegen des Städtebundes in Rheinland-Pfalz aufhält.

Kurz nach Ihrem Amtsantritt gab es im Albert-Schweitzer-Haus des Eilenburger Rinckart Gymnasiums zum letzten Mal Abiturzeugnisse in Bad Düben. Schon damals bezeichneten Sie die drohende und kurz darauf auch erfolgte Schließung auch als Chance. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung?

An der Entwicklung des Bildungsbereichs kann man sehr gut das Zusammenwachsen der Akteure in Bad Düben über die letzten zehn Jahre sehen. Mit dem Willen aller, persönliche Eitelkeiten und Verletzungen sowie ideologische Gräben zu überwinden und nur die Stadt, deren Kinder und deren Zukunft als Maßstab zu akzeptieren, haben wir viel erreicht. Bad Düben ist, unter Berücksichtigung der Möglichkeiten einer Kleinstadt, der Standort für Innovation in der Bildungsinfrastruktur, Gemeinsamkeit und Verlässlichkeit geworden. Vom kleinsten gemeinsamen Nenner zum größtmöglich Machbaren – nicht nur in der Bildung, sondern auch sonst – das ist für mich ein guter Ausgangspunkt für die nächsten Jahre.

Anders sieht es bei der Ortsumgehung aus. Auch sie war schon 2007 Gesprächsstoff und ist bis heute nicht gebaut.

Weil wir hier nicht nur auf die eigene Kraft setzen konnten, sondern vom Bund und dem Freistaat abhängig waren und sind. Aber auch hier denke ich, dass wir auf einem sehr guten Weg sind, den wir auch nur mit den Bürgern erreichen konnten. Unvergessen jedenfalls wird Frau Bär als Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium der Tag sein, an welchem wir humorvoll mit selbst gebackener sächsischer Eierschecke aufgekreuzt sind. Wir haben mit einer guten Spur sächsischem Selbstbewusstsein, aber vor allem konstruktiv und sachlich unser Anliegen vorgetragen. Heute stehen wir jedenfalls an vorderster Stelle im Bundesverkehrswegeplan.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Mir hat Manfred Walther als damaliger Geschäftsführer von Profiroll am 2. Mai 2007 anlässlich meiner Amtseinführung geraten: „Das, was ich Ihnen ans Herz lege, ist: Verbindlichkeit herstellen, mit den Bürgern, der Wirtschaft und allen, die für die Stadt wichtig sind.“

Das fiel mir am Beginn richtig schwer, zu sehr war ich noch in den damaligen Ansichten und Vorurteilen der verschiedenen politischen Lager in der Stadt verfangen.

Die Offenheit und viele Gespräche, vor allem auch mit denen, von denen ich nicht uneingeschränkt Zustimmung erwarten konnte, haben mich reflektierter, offener und vor allem lockerer werden lassen. Heute kann ich Kritik besser aushalten und auch versuchen, das für die Stadt Beste daraus zu lesen und in die Entscheidungen einzubinden. Eben Verbindlichkeit herzustellen und dem Gegenüber Raum und Respekt für seine Meinung einzuräumen.

Insofern danke ich Manfred Walther für diesen Rat und Hinweis – für mich das Rüstzeug heute, um überhaupt politische Verantwortung übernehmen zu können.

Was blieb bisher unerledigt? Wo haben Sie Dinge vielleicht auch unterschätzt?

Es gibt vom noch nicht hergestellten S-Bahnanschluss bis zum Rechtsstreit um das Gymnasiumsgebäude noch viel zu tun. Aus den unruhigsten Tagen meiner Amtszeit – dem Wirbel um die Umsetzung des Feuerwehrtankers von Bad Düben nach Tiefensee - habe ich viel gelernt. Vor allem, dass das Reden, Austauschen und Zuhören sehr wichtig sind. Seitdem gibt es regelmäßige Dienstberatungen mit den Ortsvorstehern, den Schulleitern oder auch Stadtwehrleitersitzungen, unzählige Gespräche mit Vereinsvertretern oder verschiedenen Interessengruppen. Das hilft. Wenn es darauf ankommt, kann ich mich, wie beim Hochwasser 2013, auf die Bad Dübener verlassen. Eine Stadt – eine Gemeinschaft lässt sich nicht aus dem Rathaus diktieren, was für sie das Beste ist. Die Bürger haben ein feines Gespür für das, was ihnen gut tut, für Worthülsen und Geschwafel. Ich möchte wie beim Hort, mehr Bürgermeinung und –willen in die Entscheidungen einbeziehen. Das ist anstrengend für die Verwaltung und den Stadtrat, bringt aber die Kreativität der Stadtgemeinschaft besser zur Geltung.

2007 versprachen Sie in Ihrem Antrittsinterview zwei Leidenschaften auch als Bürgermeisterin nicht abzuschwören. Wissen Sie noch welche?

Ich glaube, das war meine Familie, auf die ich immer bauen konnte und kann und natürlich der Karneval, vor allem die Weiberfastnacht. Dem bin ich bis heute treu geblieben.

Es könnte aber auch die Leidenschaft für den Fußball gewesen sein. Ich bin noch heute leidenschaftlicher Fan, umso mehr, da jetzt vor der Haustür auch bald international gespielt wird.

Karneval und Fußball ist richtig. 2021 findet die nächste Bürgermeisterwahl in Bad Düben statt. Treten Sie dann noch mal an?

Bis dahin ist noch viel Zeit. Definitiv äußern werde ich mich sicher erst 2020. Stand heute ist der Job aber der geilste Job der Welt.

Von Ilka Fischer

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