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Bad Dübens Fahrradwerkstatt läuft auf Hochtouren

Hilfe für Flüchtlinge Bad Dübens Fahrradwerkstatt läuft auf Hochtouren

Jeden Donnerstag ist in der kleinen Fahrradwerkstatt des Diakonischen Werkes in Bad Düben viel los. Schon Minuten vorher stehen die ersten im Postweg an. Ihr Wunsch: ein Fahrrad erwerben oder das eigene reparieren lassen. Seit fünf Jahren läuft das Projekt Selbsthilfewerkstatt.

Schrauben gern an den Fahrrädern: Michael Marschall vom Jugendmigrationsdienst, Isa Gazajew und Vasili Atanov (von links).

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Jeden Donnerstag ist von 14 bis 16 Uhr in der kleinen Fahrradwerkstatt des Diakonischen Werkes in Bad Düben viel los. Schon Minuten vorher stehen die ersten im Postweg an. Ihr Wunsch: ein Fahrrad erwerben oder das eigene reparieren lassen.

Seit fünf Jahren läuft das Projekt Selbsthilfewerkstatt. „Wir haben das damals mit den jugendlichen Spätaussiedlern angefangen, damit sie beschäftigt werden. Die sinnvolle Selbsthilfegeschichte hat sich seitdem gut weiterentwickelt. Heute kommt jeden Donnerstag Vasili Atanov in die Werkstatt, kümmert sich um Reparaturen und nimmt auch gerne Fahrräder an“, erzählt Michael Marschall vom Jugendmigrationsdienst.

Erst dieser Tage erreichte das Werkstatt-Team eine ganze Kleintransporterladung mit Fahrrädern. Der Bad Dübener Günter Elsner entdeckte die Drahtesel auf einem Schrottplatz und brachte sie vorbei. Jetzt werden sie wieder flottgemacht und können an Nutzer übergeben werden. Denn Fahrräder sind knapp geworden, seitdem Flüchtlinge in der Kleinstadt leben. Die sind für die Zweiräder dankbar und können so ihre Wege schneller erledigen. „Deswegen suchen wir weiter dringend ausgediente Fahrräder oder solche, die nicht mehr benötigt werden. Auch Kinderräder werden gerne angenommen. Wir machen sie in der Werkstatt wieder verkehrssicher, bringen Beleuchtung und Reflektoren an, machen die Bremsen funktionstüchtig und geben auch mal einen neuen Anstrich, wenn der Rost gar zu sehr dran nagt. Anschließend gehen sie für kleines Geld raus“, so Marschall weiter.

Die Spendenbereitschaft ist groß. Fast 50 Fahrräder fanden bisher eine neue Verwendung. Der kleine Obolus, der bezahlt werden muss, dient der Materialbeschaffung. Denn Fahrradersatzteile sind nicht billig. Das Projekt muss zudem ohne Geld auskommen und ist auf Spenden angewiesen. Deswegen hoffen Marschall und sein Team auf neue Spender alter Räder. Benötigt werden auch Ersatzteile. Mittlerweile kommen die Helfer platzmäßig im Postweg an ihre Grenzen. Doch bis Ende des Jahres ist der Umzug in den „Würfel“ im Postweg geplant. Hier sollen die Büroräume der Diakonie, Begegnungsstätte und Aufenthaltsräume der Vereine sowie auch die Fahrradwerkstatt eine neue Bleibe finden. Doch dafür suchen die Mitarbeiter noch eine Möglichkeit, die Fahrradwerkstatt unterzubringen. „Im Würfel selber gibt es keinen Platz. Deswegen wollen wir hinterm Haus auf der Wiese eine Garage oder einen Container aufstellen, damit wir die Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt nach dem Umzug weiterführen können. Doch eine Garage oder ein Container kosten Geld, was wir nicht haben. Vielleicht gibt es ja einen netten Spender“, so Marschall.

Von Steffen Brost

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