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Bad Düben Bad Dübens Jugendrat sucht Mitstreiter
Region Bad Düben Bad Dübens Jugendrat sucht Mitstreiter
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07:00 02.06.2016
Jonas Hickmann (rotes T-Shirt) und Felix Seifert werben beim Stadtfest 2016 in Bad Düben für den Jugendstadtrat, für den noch immer Mitglieder gesucht werden. Quelle: Foto: Steffen Brost
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Bad Düben

Das große Banner auf dem Paradeplatz war nicht zu übersehen. „Sei schlau und bring Dich ein. Gemeinsam für die Jugend in Bad Düben“ – so stand es grün auf weiß geschrieben. Gemeint ist der Jugendstadtrat, der das Stadtfest nutzte, um auf sich aufmerksam zu machen. Ein Bemühen, das schon einige Zeit anhält, bisher aber nicht von Erfolg gekrönt war. Mit Jonas Hickmann und Felix Seifert gibt es zwar zwei, die das Bestreben am Leben halten. Doch die Werbung in eigener Sache sollte deutlich zeigen: Wir brauchen dringend Unterstützung.

Ein erster Anlauf zur Gründung eines Kinder- und Jugendrates scheiterte vor über zehn Jahren. Vor knapp zwei Jahren blühten die Bestrebungen, einen Neu-Versuch zu starten, wieder auf. Die Initiative dafür kam von Sechstklässlern der Oberschule. Dennoch: Die Suche nach Mitstreitern verläuft seitdem sehr schleppend. „Die Stadt steht dem Ganzen offen gegenüber – was aber fehlt sind die Jugendlichen, die mitmachen und Themen, die angegangen werden können“, sagt Lucas Meyer. Eigentlich, so der Kinder- und Jugendarbeiter, spräche das für eine Stadt, wenn Jugendliche keinen Anlass sehen, sich aktiv einsetzen zu müssen. „Kleinigkeiten gibt es aber immer, die verbessert werden könnten.“

Warum aber will das Projekt einfach nicht durchstarten? Nicht förderlich ist sicher die derzeitige Schullandschaft. Bisher gibt es nur die Oberschule, vielleicht erweitert sich der Kreis der potenziellen Interessenten, wenn ab August das Evangelische Schulzentrum startet. Auch, dass Oberschüler zwar in Bad Düben lernen, aber in der Umgebung wohnen, sei für potenzielle Interessenten ungünstig, weil viele nach dem Unterricht aus rein verkehrslogistischen Gründen in die Heimatdörfer zurückfahren müssen. Die Gymnasiasten wiederum kehren erst am Nachmittag in die Kurstadt zurück, was organisatorisch erschwert, alle an einen Tisch zu bringen. Ab der 4., 5. Klasse, so Meyer, seien die Mädchen und Jungen angesprochen, mitzumachen.

Jonas Hickmann ist einer der Initiatoren. Bei einem Interview für den Dübener Heide Rundfunk erzählte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) einst von ihrer Idee eines Jugendstadtrates. Der damals 13-Jährige nahm sie auf. Dass es noch nicht so richtig läuft, ärgert den Achtklässler. „Ich denke, was der Jugendstadtrat macht, hat viel mit Politik zu tun. Viele empfinden in unserem Alter Politik als langweiliges Thema. Ich versuche aber immer, ihnen klar zu machen, dass es auch Spaß machen kann. Schließlich geht es ja um Themen, die uns betreffen.“ Am Samstag schaute Münster am Stand vorbei. „Wenn unsere Satzung fertig ist, will sie diese im Stadtrat vorlegen, damit alles seinen Gang geht“, sagt Jonas.

Was er und Felix Seifert am Samstag übrigens auch taten: Sie stellten Buttons mit dem Kürzel JSR und der Facebook-Adresse her und verteilten an Kinder und Jugendliche Fragebögen, um in Erfahrung zu bringen, was sie so bewegt. „Die Fragen haben wir zuvor zusammen erarbeitet“, so Lucas Meyer. Dabei geht es ums Freizeit-Verhalten, um die Zufriedenheit in der Stadt, um Wünsche und Kritiken. Die Antworten sollen jetzt ausgewertet werden und es ermöglichen, vielleicht auch das eine oder andere Thema zu setzen, um sich einzubringen. Eilenburg hat es nach der Gründung des Kinder- und Jugendrates vorgemacht, als dieser mit Umfragen zum Schulbusverkehr oder dem Anschieben des Skater-Bahn-Projektes in der Dr.-Belian-Straße schon ganz konkrete Vorhaben auf der Agenda hatte. Ähnliches schwebt den Initiatoren auch für Bad Düben vor. „Wir brauchen aber einfach erstmal eine Gruppe, die arbeitsfähig ist“, sagt Lucas Meyer klipp und klar.

Vergleiche mit weitaus größeren Städten wie Taucha und Oschatz mit mehreren Schul-Angeboten hinken zwar, machen aber auch vor, dass ein solches Unterfangen durchaus klappen kann. In Oschatz ist der OBM der Chef, sechs Stadträte gehören zum Gremium, dazu fünf Jugendliche. Sie werden aktiv einbezogen, wenn es um Entscheidungen geht, die ihre Altersgruppen betreffen. Für die Teilnahmen an den Jugendstadtratssitzungen gibt es ein Tablet und Sitzungsgeld. Taucha wird über die Stadt-Grenzen hinaus wirksam. Ein Vertreter des Jugendparlamentes Taucha hat jetzt am bundesweiten BfDT-Jugendkongress „Demokratie gestalten – Toleranz leben“ in Berlin teilgenommen.

Interessenten für einen Jugendstatdrat in Bad Düben können sich melden bei Lucas Meyer unter Telefon: 015779890532 oder im Internet unter der Adresse jugendstadtrat-bad-dueben.de.tl

Von Kathrin Kabelitz

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